In Tulln zeigen derzeit die Schülerinnen und Schüler der Höheren Lehranstalt für Wirtschaft (HLW) und der Fachschule für wirtschaftliche Berufe (FSW) ihr Können im Rahmen der praktischen Abschlussprüfungen. Diese Prüfungen sind der Höhepunkt ihrer Ausbildung und finden in einem realitätsnahen Setting statt, das an die Bedingungen der Gastronomie angelehnt ist. Die angehenden Fachkräfte müssen nicht nur ihre Kochkünste unter Beweis stellen, sondern auch im Servicebereich glänzen. Dabei haben sie die Aufgabe, ein viergängiges Menü mit Weinbegleitung zu kreieren und zu servieren.
Das Menü, das die Schüler zubereiten, besteht aus einem Paradeiser Ricottatatar, gefolgt von einer Maiscremesuppe mit Trotillastreifen. Hauptgericht ist ein gebratenes Saiblingsfilet, das mit Paprikasauce, Gemüsecouscous und Blattsalat serviert wird. Als krönenden Abschluss genießen die Gäste einen Kaiserschmarrn mit Apfel-Minzmus. Diese kulinarischen Herausforderungen bieten den Jugendlichen die Möglichkeit, ihr über Jahre erworbenes Wissen anzuwenden und ihre fachlichen Fähigkeiten, Organisationstalent sowie ihr Auftreten im Gästekontakt zu demonstrieren. Der Aperitifempfang in der Aula unterstreicht zusätzlich die Bedeutung professioneller Abläufe in der Gastronomie. Die Prüfungen laufen bis Ende nächster Woche, und die Schülerinnen und Schüler sind mit viel Engagement und Begeisterung dabei.
Die Bedeutung der praktischen Prüfungen
Diese Prüfungen sind nicht nur eine Herausforderung, sondern auch ein entscheidender Meilenstein auf dem Weg zum Schulabschluss. Die Schülerinnen und Schüler können hier zeigen, was sie in den vergangenen Jahren gelernt haben. Das Setting ist so gestaltet, dass es die Realität in der Gastronomie widerspiegelt, was den Prüfungen zusätzlichen Wert verleiht. Diese Erfahrungen sind nicht nur für die berufliche Laufbahn wichtig, sondern auch für die persönliche Entwicklung der Jugendlichen.
Die moderne Ausbildung im Gastgewerbe hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt. Seit dem 1. August 2022 gibt es im Gastgewerbe sieben Ausbildungsberufe statt sechs, was eine Neuordnung und Modernisierung der Hotel- und Gastronomieberufe darstellt. Diese Veränderungen wurden nach mehr als 22 Jahren eingeführt und sind das Ergebnis eines fünfjährigen Prozesses zur Anpassung der Ausbildungsinhalte an aktuelle Anforderungen. Neu ist beispielsweise die zweijährige Ausbildung zur „Fachkraft Küche“, die theoretisch reduzierte Inhalte umfasst. Auch der Ausbildungsberuf „Fachkraft im Gastgewerbe“ wurde umbenannt in „Fachkraft für Gastronomie“ mit Schwerpunkten auf Restaurantservice und Systemgastronomie.
Ein Blick in die Zukunft
Die Prüfungen der HLW und FSW in Tulln sind somit nicht nur ein Abschluss, sondern auch ein Blick in die Zukunft der Branche. Die Absolventen können sich auf neue Herausforderungen einstellen, die durch die Modernisierung der Ausbildungsberufe entstanden sind. Mit einem modularen Aufbau der Ausbildung und unveränderten dreijährigen Ausbildungsberufen wie Koch, Hotelfachmann und Fachmann für Systemgastronomie können die Absolventen gut gerüstet in die Berufswelt eintreten.
Die Entwicklungen im Gastgewerbe sind vielversprechend und bieten den jungen Fachkräften die Möglichkeit, sich in einer dynamischen und sich ständig verändernden Branche zu behaupten. Die praktischen Abschlussprüfungen sind dabei ein wichtiger Schritt, um die erworbenen Fähigkeiten und Kenntnisse in der Praxis anzuwenden und zu festigen. Hier in Tulln wird deutlich, wie wichtig die Ausbildung für die Zukunft der Gastronomie ist und welche spannenden Perspektiven sich für die Absolventen eröffnen.