Am 1. Mai war es endlich so weit: In Neupölla wurde mit viel Trubel und Herzblut das 40-jährige Bestehen des Dorferneuerungsvereins gefeiert. Die Veranstaltung fand im Rahmen der Eröffnung der Museumssaison statt, was für die Anwesenden eine doppelte Freude bedeutete. Im Mittelpunkt stand das Museum für Alltagsgeschichte, das als Herzstück des Vereins gilt. Obmann und Museumsleiter Friedrich Polleroß begrüßte zahlreiche Gäste, darunter die Vizebürgermeisterin Sandra Warnung, Gemeinderätin Andrea Ranftl und Altbürgermeister Johann Müllner, um nur einige zu nennen. So viele Gesichter, die den Ort mitgestaltet haben, da wurde die Bedeutung von Gemeinschaft und Zusammenhalt mehr als deutlich.

Die Anfänge der Dorferneuerung in Neupölla gehen auf das Jahr 1985 zurück, als die Gemeinde als Testgemeinde in das niederösterreichische Dorferneuerungsprogramm aufgenommen wurde. Ein Jahr später wurde der Dorferneuerungsverein gegründet, unter der Leitung von Josef Gabler. Bürgermeister Günther Kröpfl sprach in seiner Ansprache über die zahlreichen umgesetzten Projekte, die den Ort verschönert haben – vom neu gestalteten Hauptplatz über den Kinderspielplatz bis hin zum Landschaftsteich. Die aktive Mitwirkung der Bevölkerung sei für die künftige Entwicklung des Ortes unerlässlich, betonte er und stimmte damit die Anwesenden auf die Fortsetzung der gemeinsamen Arbeit ein.

Das Museum für Alltagsgeschichte

Das Museum für Alltagsgeschichte, das sich in Neupölla befindet, ist das erste seiner Art in Österreich und wurde 1997 eröffnet, um die 700-jährige Geschichte der ersten urkundlichen Nennung Neupöllas zu feiern. Es widmet sich der Alltagsgeschichte und den sozialen Veränderungen der ländlichen Bevölkerung vom 17. bis 20. Jahrhundert. Mit einer Fläche von 140 m² und etwa 1000 ausgestellten Objekten bietet das Museum einen tiefen Einblick in die Geschichte der Region zwischen Zwettl und Horn. Die Themen reichen von der Gotik und dem Barock über das handwerkliche Leben bis hin zu den Wohn- und Besitzverhältnissen vergangener Zeiten.

Friedrich Polleroß, der auch während der Feierlichkeiten durch das Museum führte, stellte die verschiedenen Bereiche vor, in denen die Besucher auf die Spuren der Vergangenheit gehen konnten. Neben den Dauerausstellungen gab es auch spezielle Bereiche, wie die Hausweberei und die Schusterwerkstätte von Josef Krammer. Eine besondere Sonderausstellung widmete sich der Familie Walter, die zwischen Bürgertum und Kleinbauerntum angesiedelt war. So wurde Geschichte lebendig und greifbar, und man konnte die Veränderungen der letzten Jahrhunderte förmlich spüren.

Ehrungen und Auszeichnungen

Im Rahmen der Feier wurden auch Ehrungen ausgesprochen. Kassierin Herta Jamy erhielt die Silberne Ehrennadel für ihre langjährige Tätigkeit im Verein. Obmann Polleroß wurde stellvertretend für alle aktiven Mitglieder mit der Goldenen Ehrennadel ausgezeichnet. Ein schöner Moment, der die Wertschätzung und den Einsatz aller Beteiligten würdigte. Landtagsabgeordneter Franz Linsbauer hob ebenfalls die Wichtigkeit der Dorferneuerung hervor und betonte, wie bedeutsam die aktive Bürgerbeteiligung für die Zukunft ländlicher Räume ist. Der Musikverein Pölla sorgte zusätzlich für die festliche Stimmung und umrahmte die Feierlichkeiten musikalisch.

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Nach den offiziellen Programmpunkten wurden die Besucher mit Kaffee, Getränken und selbstgemachten Mehlspeisen verwöhnt. Das leckere Angebot lud zum Verweilen ein und bot die Gelegenheit für angeregte Gespräche. Die Führungen durch das Museum, geleitet von Polleroß und seinen Kollegen, waren ein weiteres Highlight. Dabei wurden Geschichten erzählt, die nicht nur informativ, sondern auch emotional waren. Diese Begegnungen sind es, die das Leben in ländlichen Gemeinden so besonders machen.

Stärkung ländlicher Gemeinschaften

In einem größeren Kontext betrachtet, steht die Dorferneuerung auch im Einklang mit verschiedenen Fördermaßnahmen, die darauf abzielen, ländliche Gemeinschaften zu stärken. Eine solche Initiative ist die Maßnahme „Soziale Dorfentwicklung – Starke Gemeinschaften für zukunftsfähige ländliche Räume“. Ziel dieser Programme ist es, innovative Projekte zu fördern, die den sozialen Zusammenhalt in ländlichen Gemeinden unterstützen. Die Herausforderungen sind groß: Demografischer Wandel, veränderte Familien- und Arbeitsstrukturen sowie die Ausdünnung von Infrastrukturen machen es notwendig, dass die Bürgerinnen und Bürger aktiv an der Gestaltung ihrer Umgebung mitwirken.

Insgesamt zeigt die Feier des 40-jährigen Bestehens des Dorferneuerungsvereins in Neupölla, wie wichtig es ist, Traditionen zu pflegen und gleichzeitig neue Wege für die Zukunft zu finden. Die Begeisterung der Teilnehmer, die Erfolge der Dorferneuerung und die lebendige Geschichte, die im Museum erzählt wird, machen deutlich, dass hier ein Ort ist, an dem Gemeinschaft und Identität großgeschrieben werden.