Neues aus Zwettl: Die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift „Das Waldviertel“ beleuchtet Geschichte und Kultur der Region
Heute ist der 13.07.2026 und in Zwettl gibt es Neues aus der Region – die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift „Das Waldviertel“ (Ausgabe 2/2026) ist erschienen. Sie bietet spannende Einblicke in die Geschichte und Kultur dieser einzigartigen Landschaft. Die 96 Seiten sind vollgepackt mit Kulturberichten, Buchbesprechungen und natürlich dem beliebten Leserservice. Ein Heft kostet 10 Euro und kann ganz bequem über die Website www.daswaldviertel.at bezogen werden.
Ein besonders aufschlussreicher Artikel stammt von Martin Prinz, der sich im zweiten Teil mit Adolf Neugschwandtner beschäftigt. Dieser Mann war 1944 SA-Brigadeführer und ein ehrenamtliches Mitglied des Volksgerichtshofes – ein Gericht, das für seine rücksichtslosen Urteile gegen Gegner des Nationalsozialismus berüchtigt war. Oft endeten diese Verfahren in Todesurteilen, was die dunkle Seite der NS-Zeit verdeutlicht. Nach dem Krieg tauchte Neugschwandtner unter dem Namen „Adolf Neumann“ in der Masse der Vertriebenen unter und beantragte einen Vertriebenenausweis. Er fand schließlich einen Neuanfang in Deutschland, wo er sich im örtlichen Sportverein in Bad Mergentheim engagierte. Er starb 1975 als Adolf Neumann. Solche Geschichten sind es, die uns die Komplexität und die Widersprüche der damaligen Zeit näherbringen.
Ein Blick auf regionale Schätze
Rudolf Siegfried Zappe beschäftigt sich in der neuen Ausgabe mit dem Rundtempel von Bad Großpertholz. Dieser historische Pavillon, auch als „Musentempel“ bekannt, ist nicht nur architektonisch interessant, sondern auch ein wichtiger Teil der regionalen Geschichte. Er erinnert an die adelige Familie der Hackelberg-Landau, die dort eine bedeutende Rolle spielte. Solche Denkmäler sind wie Fenster in die Vergangenheit – sie erzählen Geschichten, die oft in den Geschichtsbüchern verborgen bleiben.
Ein weiterer spannender Beitrag kommt von Andreas Gamerith, der die barocke Beziehungsgeschichte zwischen den Stiften Plasy und Zwettl beleuchtet. Mit einem besonderen Fokus auf ein bedeutendes Idealprojekt von Giovanni Biagio Santini, wird sichtbar, wie eng Kultur und Geschichte in dieser Region miteinander verwoben sind. Auch Johann Ennser schildert eindrucksvoll den Werdegang von Propst Johann Schrimpf, der 1928 Pfarrer in Krems wurde und während der NS-Zeit scharfen Angriffen ausgesetzt war.
Ein Rückblick auf wichtige Ereignisse
Josef Haidvogl thematisiert die Glasherstellung im Waldviertel, insbesondere in Harmanschlag, einem wichtigen Industrieort im Oberen Waldviertel. Die Tradition der Glasherstellung hat nicht nur die Wirtschaft, sondern auch die Kultur der Region geprägt. Zudem erinnert Markus Holzweber an den Reaktorunfall in Tschernobyl vor 40 Jahren. Er beschreibt, welche Maßnahmen damals im Waldviertel ergriffen wurden und wie diese Ereignisse die Menschen bewegten.
Robert Berger schließlich bringt die Zuhörer mit seinen Ausführungen über Walther von der Vogelweide im Rahmen der Hollabrunner Vorlesungen zum Nachdenken. Die Literatur und die Geschichten dieser Region sind nicht nur Teil der Vergangenheit, sie beeinflussen auch unsere Gegenwart und Zukunft.
Die geschichtlichen Hintergründe, die in dieser Ausgabe behandelt werden, sind nicht nur informativ, sondern auch von großer Bedeutung, um die komplexen Zusammenhänge der NS-Zeit besser zu verstehen. Der Volksgerichtshof, bei dem Adolf Neugschwandtner eine Rolle spielte, war ein Instrument der politischen Unterdrückung. Die Verfahren dort waren geprägt von einer Justiz, die nicht dem Recht diente, sondern der Ausschaltung von Opposition. Urteile wurden oft in Windeseile gefällt und die Möglichkeit, gegen diese vorzugehen, war gleich null. Ein Urteil konnte nur durch ein Gnadengesuch bei Hitler umgewandelt werden, was in der Regel abgelehnt wurde. Die Senate des Volksgerichtshofs, die aus Laien und Berufsrichtern bestanden, waren häufig mit regimetreuen Mitgliedern besetzt. Es war eine Zeit, in der Recht und Unrecht auf den Kopf gestellt wurden und die Menschen unter einem Klima der Angst litten.
Diese Aspekte der Geschichte sind wichtig, um die heutige Gesellschaft zu verstehen und um zu erkennen, wie weit wir gekommen sind und welche Lehren wir aus der Vergangenheit ziehen können.
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