Die Almen im Bezirk Kirchdorf sind mehr als nur malerische Ausflugsziele in den Sommermonaten; sie sind das Herzstück einer lebendigen Kultur und einer wichtigen wirtschaftlichen Säule. Die Almwirtschaft sichert nicht nur regionale Qualität, sondern prägt auch die Landschaft auf eine Art und Weise, die uns in ihren Bann zieht. Johann Feßl, der Obmann des OÖ Vereins für Alm und Weide und Bürgermeister von Edlbach, hebt die Bedeutung dieser Almen für Landwirtschaft, Tourismus und Lebensqualität hervor. Die fast 200 Almen im Bezirk Kirchdorf, von denen rund 160 in den Sommermonaten aktiv bewirtschaftet werden, bieten eine Vielzahl von Produkten an – von Zuchtvieh und Rindfleisch bis hin zu bäuerlichen Spezialitäten, die über Almausschänke feilgeboten werden.

Besonders hervorzuheben ist, dass die Futterpflanzen auf diesen hochgelegenen Almen ohne flächigen Dünger auskommen. Durch die Höhenlage, die intensive UV-Strahlung und die Temperaturschwankungen entstehen einzigartige Bedingungen, die sich positiv auf die Qualität der tierischen Almerzeugnisse auswirken. Der Weidegang auf Almen ist die naturnahste Form der Viehhaltung, was sich in den Produkten widerspiegelt – ein echter Genuss für die Sinne!

Herausforderungen und Chancen der Almwirtschaft

Doch es gibt auch Herausforderungen, die die Almwirtschaft in Kirchdorf zu bewältigen hat. Der Mangel an Weidevieh, das Verschwinden tierhaltender Betriebe und die zunehmenden Trockenperioden gefährden die Wasserversorgung auf den Almen. Diese Entwicklungen haben in den letzten Jahrzehnten dazu geführt, dass viele Hektar Almweiden aufgegeben wurden – ein Trend, der nicht nur die Landschaft, sondern auch die Biodiversität bedroht. Almen bieten Rückzugsorte für zahlreiche Pflanzen- und Tierarten und schützen gleichzeitig vor Naturgefahren. Hannes Royer, Gründer des Vereins Land schafft Leben, unterstreicht die Bedeutung der Landwirtschaft für den Tourismus in Österreich.

Ein weiterer Aspekt, der nicht unerwähnt bleiben sollte, ist die psychische Gesundheit. Maria Fanninger, Mitgründerin von Land schafft Leben, betont, dass halboffene Landschaften Stress abbauen und Depressionen vorbeugen können. Und das ist etwas, was wir in der heutigen Zeit mehr denn je brauchen!

Almen als Teil unseres Kulturerbes

Die Almen sind nicht nur für die Landwirtschaft von Bedeutung, sondern auch für die kulturelle Identität Österreichs. In Bayern wurde die Almwirtschaft sogar als immaterielles Kulturerbe anerkannt, was zeigt, wie tief verwurzelt sie in der Kulturlandschaft der Alpenregion ist. Bewirtschaftete Almen sind artenreiche Lebensräume, die durch Beweidung offen gehalten werden. Unbewirtschaftete Flächen hingegen verbuschen, was zu einem Verlust von offenen Landschaften und seltener Pflanzen führt.

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Die Initiative „Österreich am Teller“ wird als ein wichtiger Hebel genannt, um die heimische Landwirtschaft zu unterstützen. Fanninger fordert, dass regionale Lebensmittel in der Gastronomie Vorrang erhalten, um die Kulturlandschaften zu pflegen und den Tourismus zu sichern. Das Thema Landwirtschaft und Tourismus wird in den nächsten zwei Jahren in den Mittelpunkt der Aktivitäten von Land schafft Leben gestellt.

Die Almen im Bezirk Kirchdorf sind also nicht nur ein Ort der Erholung und des Genusses, sondern auch ein bedeutender Faktor für die regionale Wirtschaft und das kulturelle Erbe. Es liegt an uns, diese Tradition zu bewahren und den Wert der Almwirtschaft in unseren Gemeinden und darüber hinaus zu erkennen. Um mehr über die Hintergründe und Herausforderungen zu erfahren, kann der Report „Landwirtschaft, Lebensraum & Tourismus“ auf der Website von Land schafft Leben heruntergeladen werden.

Für die Region Kirchdorf bedeuten die Almen eine Zukunft voller Möglichkeiten – sowohl für die Landwirtschaft als auch für den Tourismus. Ein Blick auf die Zahlen zeigt: Im Jahr 2025 wird der Bezirk Kirchdorf mit 1.753 Großvieheinheiten der auftriebsstärkste Bezirk in Oberösterreich sein. Mit 2.284 Rindern, 11 Pferden, 247 Schafen und 35 Ziegen ist die Almwirtschaft hier auf einem guten Weg, auch weiterhin einen wichtigen Beitrag zur regionalen Identität zu leisten.

Wenn Sie das nächste Mal die Schönheit der Almen genießen, denken Sie daran, dass sie viel mehr sind als nur eine schöne Kulisse – sie sind ein lebendiger Teil unserer Kultur und unserer Zukunft.