In Kirchdorf auf der schönen Insel Poel steht die Sanierung der Holzstege im Hafen an. Ein unliebsamer Pilzbefall macht es nötig, und wie Bürgermeister Florian Lechner (SPD) bestätigt, müssen die Arbeiten sofort umgesetzt werden. Die Gemeinde übernimmt die Kosten in Höhe von 133.000 Euro vollständig selbst, da Fördermittel in dieser Situation nicht beantragt werden können. Das ist schon eine ganz schöne Summe, die da aus dem Gemeindesäckel fließen muss!
Eine Untersuchung der Hochschule Wismar hat ergeben, dass die über 30 Jahre alten Stege durch einen holzzerstörenden Pilz massiv geschädigt sind. Da wird nicht nur der Pilz selbst zum Problem, sondern auch die Tatsache, dass alle Pfähle während der Reparaturen kontrolliert und gegebenenfalls ausgetauscht werden müssen. Das klingt nach einer ziemlich aufwendigen Angelegenheit – aber hey, Sicherheit geht vor!
Pilzbefall und Schiffsprobleme
Parallel zu den Sanierungsarbeiten im Hafen von Kirchdorf gibt es im Timmendorfer Hafen ein anderes Problem: Dort plagt die Schiffsbohrmuschel Teredo navalis die hölzernen Hafenanlagen. Diese Muschel ist bekannt dafür, erhebliche Schäden anzurichten und hat bereits in Wismar dazu geführt, dass der Brunkowkai für stolze 8,5 Millionen Euro saniert werden musste. Vor zwei Jahren brachen im Timmendorfer Hafen zwei Eukalyptuspfähle ab – und die sind erst zwei Jahre zuvor eingebaut worden! Eine aktuelle Untersuchung zeigt, dass auch weitere Pfähle aus Eiche und Eukalyptus betroffen sind. Das macht einen schon ganz schön nachdenklich, wenn man sieht, wie die Natur in die menschlichen Bauwerke eingreift.
Die Schäden in Kirchdorf und Timmendorf verdeutlichen die biologischen Einflüsse auf die hölzernen Hafenanlagen der Insel Poel. Der Pilzbefall in Kirchdorf erfordert kurzfristige Reparaturen, während die Schiffsbohrmuschel langfristige strukturelle Herausforderungen darstellt.
Die Zukunft der „Wissemara“
Eine weitere Baustelle, die nicht ignoriert werden kann, ist die Poeler Kogge „Wissemara“. Das Schiff darf vorerst nicht mehr auf die Ostsee fahren, und das hat seine Gründe: Massive Probleme mit der Stabilität des Holzes wurden festgestellt. Experten sind sich einig, dass ein massiver Schädlings- und Pilzbefall, darunter Holzbock, Nagelkäfer und Holzschwamm, die Ursache sein könnte. Der Insektenbefall wurde bereits 2021 entdeckt, damals galt er jedoch noch nicht als gefährlich für die Stabilität des Schiffes. Spätestens jetzt ist klar, dass die „Wissemara“ dringend einer Sanierung bedarf, die aufwendig und teuer werden könnte – Schätzungen sprechen von bis zu fünf Millionen Euro!
Die notwendigen Sanierungsarbeiten umfassen eine Stickstoffbehandlung des Holzes und den Austausch vieler Planken und tragender Teile. Ein echter Kraftakt, wenn man bedenkt, dass das Schiff im Winter in Stralsund repariert wurde, aber kein neues Zertifikat von der Berufsgenossenschaft erhalten hat. Der Förderverein ist von dieser Entscheidung überrascht und wird sich abschließend äußern, wenn ein ausführliches Gutachten vorliegt. Das lässt einen schon etwas ratlos zurück – wie kann es sein, dass ein historisches Schiff, das so viel Tradition hat, in solch eine Zwickmühle gerät?
Die Gefahren von Holzschäden
Holz ist ein wunderbarer Baustoff, aber auch sehr anfällig für biologische Schädigungen durch Insekten. Besonders der Holzschädling Hausbockkäfer, der Nagekäfer und sogar Termiten können ein großes Problem darstellen. Die typischen Anzeichen sind sichtbar: Ausfluglöcher, Bohrmehl und brüchiges Holz. Wenn man dann noch akustische Hinweise wie knackende Geräusche hört, wird es richtig ungemütlich. Besonders gefährlich wird es, wenn die Tragfähigkeit von Dachkonstruktionen oder ähnlichem beeinträchtigt wird. Die richtige Diagnose ist entscheidend, und nicht selten ist eine chemische oder thermische Behandlung nötig, um den Schädlingen Herr zu werden.
Insgesamt zeigen die Ereignisse in Kirchdorf und Timmendorf, dass der Umgang mit Holz und der Schutz gegen biologische Schädigungen eine ständige Herausforderung darstellen. Wer hätte gedacht, dass ein kleiner Pilz oder eine Muschel so viel Wirbel machen können? Die Natur hat ihre eigenen Gesetze, und wir Menschen müssen uns darauf einstellen – auch wenn es manchmal ganz schön kostspielig wird.
