Heute ist der 15.07.2026 und die Natur in Oberösterreich zeigt sich von ihrer besten Seite. Besonders spannend ist die Geschichte eines Wiedehopfs, der in einer alten Eiche im Bezirk Freistadt ein neues Zuhause gefunden hat. Der Wiedehopf (Upupa epops) gilt in unserer Region als seltener Brutvogel, und das macht die Rettungsaktion umso bemerkenswerter. In Oberösterreich war 2026 ein Rekordjahr für Wiedehopf-Bruten, doch geeignete Brutplätze sind oft Mangelware. Alte Eichen, die als Brutstätten dienen, schmelzen wie Schnee in der Sonne.

Die Projektleiterin des Artenschutzprojekts Wiedehopf, Heidi Kurz, hat die Brut intensiv betreut. Eine Kamera wurde installiert, um die Fütterung der Jungvögel zu überwachen. Und obwohl ein Sturm die Eiche umstürzte, überlebten drei von vier Jungvögeln. Der Verlust eines Jungvogels, der tot neben der Bruthöhle lag, bleibt schmerzlich in Erinnerung. Die Altvögel haben jedoch weiterhin ihre beiden überlebenden Nachwuchs mit Futter versorgt, was Hoffnung auf eine erfolgreiche Aufzucht gibt.

Schutzmaßnahmen und Herausforderungen

Im Rahmen des Naturschutzprojekts wurden zahlreiche Maßnahmen ergriffen. Ein Spezialnistkasten wurde montiert, um die Brut vor Nässe und Kälte zu schützen. Die Jungvögel wurden in trockene Einstreu verlegt, und Mitte Juni verließen schließlich zwei junge Wiedehopfe erfolgreich die Ersatz-Bruthöhle. Diese Brutpflege ist nicht nur ein Zeichen der Hoffnung, sondern auch ein Beispiel für das Engagement des Naturschutzbundes Oberösterreich, unterstützt von der Steuerberatungsfirma BDO und privaten Spender:innen.

Wiedehopfe sind brutorttreu und könnten im nächsten Jahr zurückkehren. Ihre Rückkehr wäre ein weiterer Erfolg für das Artenschutzprojekt, das in Kooperation mit der Vogelschutzorganisation BirdLife Österreich durchgeführt wird. Doch die Herausforderungen bleiben. In Rheinland-Pfalz, wo der Wiedehopf einst weit verbreitet war, sind die Bestände dramatisch gesunken. Intensive Landwirtschaft, der Rückgang geeigneter Nistmöglichkeiten und die Ausbringung von Pestiziden haben dazu geführt, dass der Wiedehopf heute als vom Aussterben bedroht gilt.

Ein Blick auf die Zukunft

Die Ausweisung von Brutgebieten als EG-Vogelschutzgebiete könnte positive Auswirkungen auf den Erhaltungszustand des Wiedehopfs haben. In Rheinland-Pfalz haben Nistplatzbeschaffungsmaßnahmen seit 1985 erste Erfolge beim Schutz der Art gebracht. Solche Maßnahmen sind auch in Oberösterreich dringend notwendig, um den Wiedehopf zu erhalten. Das Artenschutzprojekt hat bereits erste Erfolge erzielt, doch die Reise ist noch lange nicht zu Ende.

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Jeder kann helfen! Der Naturschutzbund Oberösterreich freut sich über Wiedehopf-Beobachtungen per E-Mail oder über die Plattform naturbeobachtung.at. Es liegt an uns allen, die Schönheit und Vielfalt unserer Natur zu bewahren.

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