Heute ist der 5.05.2026 und Ried steht vor einer spannenden Zeit in Bezug auf die Straßeninfrastruktur. In einer jüngsten Sitzung haben die Rieder Gemeinderäte das Straßenbauprogramm für 2026 beschlossen. Die aktuelle Straßenlage in Ried erfordert zahlreiche Kleinflächensanierungen, die jedoch gezielt auf bestimmte Abschnitte abzielen und nicht auf ganze Straßenzüge. Für das Jahr 2023 sind rund eine Million Euro im Finanzplan für diese Sanierungen vorgesehen. Die Auswahl der Straßen, die saniert werden sollen, basiert auf validen Parametern, um maximale Transparenz zu gewährleisten. So wird die Bewertung der Straßenzustände seit 2023 durch das innovative Programm Vialytics unterstützt.
Das System erfasst den Zustand der Straßen detailliert, was es zu einem wichtigen Werkzeug für die Stadt macht. Es dokumentiert nicht nur die Fahrbahn, sondern auch Rad- und Gehwege sowie sogar Sträucher am Straßenrand. Die Daten werden von Mitarbeitern des Wirtschaftshofes zweimal jährlich bei der Abfahrt aller städtischen Straßen gesammelt. Landes- und Bundesstraßen, wie die Schärdinger Straße, sind hierbei jedoch von der Erfassung ausgenommen. Ein bemerkenswerter Aspekt ist, dass das System alle vier Meter ein Foto macht, um Mängel objektiv zu dokumentieren. Straßen werden nach einem Schulnotensystem bewertet: rot für schlechter Zustand, gelb für leichtere Mängel und grün für guten Zustand. Die Durchschnittsnote der städtischen Verkehrswege in Ried liegt aktuell bei 2,51, und Bürgermeister Bernhard Zwielehner hat ein Ziel von 2,2 gesetzt.
Die vorgesehenen Projekte im Detail
Die konkreten Sanierungsprojekte sind nun bekannt. Geplant sind Fahrbahndeckenarbeiten an mehreren Straßen, darunter der Am Hopfenberg, Am Wiesensteig, Claudistraße, Kasernstraße, Rabenberger-Weg, Raimung-Jeblinger-Straße, Rapolterstraße, Schillerstraße und Fosselstraße. Darüber hinaus werden Fahrbahn und Gehsteig an der Adalbert-Stifter-Straße, Johann-Michael-Dimmelstraße, Schatzdorferstraße und dem Voglweg (von Brauereispitz bis zur Kreuzung Riederwirt) erneuert. Auch Gehwegarbeiten an der Hohenzeller Straße, Riedbergstraße und Salzburgerstraße stehen auf der Liste. Zudem sind Grabungen für die Drainage an der Kleinriederstraße sowie die Erneuerung des Banketts am Richard-Billinger-Weg geplant. Aufschließungsarbeiten sind für den Berta-Brader-Weg, Rettenbrunnerweg, Rudolf-Wilfingseder Straße und Amselweg vorgesehen.
Die Implementierung von Künstlicher Intelligenz in das Straßenmanagement hat Ried zu einer der fortschrittlichsten Städte Österreichs gemacht. Nur Braunau setzt ebenfalls auf diese Technologie. Die Kombination aus modernster Technik und einem strukturierten Ansatz zur Bewertung der Straßenzustände zeigt, wie ernst die Stadt Ried die Instandhaltung ihrer Verkehrswege nimmt. Die objektive Dringlichkeitsliste, die aus den Bewertungen resultiert, soll helfen, Reparaturen effizient zu planen. Auf lange Sicht wird angestrebt, durch frühzeitige Erkennung von Reparaturbedarf Kosten einzusparen und einen dokumentierten Verlauf des Straßenzustands über zehn Jahre zu ermöglichen.
Die Herausforderungen der Straßeninstandhaltung
Im weit größeren Rahmen ist die Herausforderung der Straßeninstandhaltung ein Thema von nationaler Bedeutung. In Deutschland beispielsweise werden 125.000 km Bundes- und Landesstraßen sowie 462.000 km Kreis- und Kommunalstraßen bis zu zweimal pro Woche manuell überprüft. Dieser manuelle Prozess ist nicht nur langwierig, sondern auch fehleranfällig. Das Projekt „DeepStreet-M“ zielt darauf ab, ein automatisiertes System zu entwickeln, das die Unterhaltung und Instandhaltung von Straßen effizienter gestaltet. Hierbei kommen KI-Technologien zum Einsatz, um Verkehrszeichen, Fahrbahnmarkierungen und Straßenschäden zuverlässig zu erkennen – unabhängig von den Wetterbedingungen. Solche Fortschritte könnten auch in Ried Schule machen.
Die Stadt hat sich auf den Weg gemacht, um die Straßeninfrastruktur nachhaltig zu verbessern und gleichzeitig die Kosten im Blick zu behalten. Mit einem Budget von rund 1,6 Millionen Euro pro Jahr für Straßenbau und -erhaltung ist Ried gut aufgestellt, um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die Projekte entwickeln und welchen Einfluss die neuen Technologien auf die Lebensqualität in der Stadt haben werden.