Am 6. Mai fand an der FH Wels eine spannende Diskussionsveranstaltung der NEOS statt, bei der der Bildungsminister Christoph Wiederkehr die Fragen von Pädagogen, Eltern und Interessierten beantwortete. Die Themen reichen von der Deutschförderung bis hin zu Integration und Schulreformen – alles, was aktuell im Bildungssektor heiß diskutiert wird. Wiederkehr drängte auf mehr Ressourcen für die Deutschförderung und betonte, dass Bildung das Fundament unserer Gesellschaft ist. Hier gibt’s eindeutig Aufholbedarf, vor allem bei den Grundkompetenzen in Österreich.
Ein zentrales Anliegen des Ministers ist die Einführung von Reformen im Rahmen des „Plan Zukunft“. Dazu zählen unter anderem die sechjährige gemeinsame Volksschule und die Einführung einer mittleren Reife. Zudem soll der Schwerpunkt auf Demokratiebildung gelegt werden. Das große Ziel dahinter? Bessere Chancen für Kinder, unabhängig von ihrer Herkunft, und eine langfristige Entlastung der Schulen, die oft vor großen Herausforderungen stehen.
Deutschförderung im Fokus
Ein wichtiger Punkt der Diskussion war die Deutschförderung, die für viele Schülerinnen von entscheidender Bedeutung ist. Der Bildungsminister wies darauf hin, dass im Schuljahr 2024/25 rund 48.400 Schülerinnen als außerordentliche Schülerinnen an Pflichtschulen den Status erhalten werden, was im Vergleich zu 2020/21 einen Anstieg von 54% bedeutet. Aktuell erhalten etwa 7,7% der Schülerinnen an Pflichtschulen intensive Deutschförderung – ein Anteil, der in der ersten Klasse der Volksschule sogar bei 23,2% liegt. Diese Zahlen zeigen, dass Handlungsbedarf besteht, gerade wenn man die Integration von Kindern und Jugendlichen aus Krisengebieten wie Syrien, Afghanistan und der Ukraine betrachtet.
Die neue Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, die Anzahl der für Deutschförderung vorgesehenen Planstellen von 577 auf über 1.324 aufzustocken. Für das Schuljahr 2025/26 wird ein Plus von 747 Planstellen angestrebt – das ist eine deutliche Verbesserung! Die Mittelverteilung soll zudem bedarfsorientierter gestaltet werden, damit die Schülerinnen die Unterstützung bekommen, die sie benötigen. Ein neuer Betreuungspersonen-Schlüssel pro Schülerin mit Förderbedarf wird eingeführt, um die Qualität der Deutschförderung weiter zu steigern.
Investitionen in die Zukunft
Die Bundesregierung plant, jährlich zusätzlich 62 Millionen Euro und insgesamt 108 Millionen Euro in die Deutschförderung zu investieren. Diese Offensive für mehr Spracherwerb in Schulen ist notwendig, um die Bildungs- und Chancengerechtigkeit für alle Schülerinnen in Österreich nachhaltig zu verbessern. In internationalen Studien wie PISA zeigt sich, dass Schülerinnen mit nicht-deutscher Erstsprache in zentralen Basiskompetenzen hinter ihren deutschsprachigen Mitschüler*innen zurückbleiben – das kann nicht sein!
Bildungsminister Wiederkehr hat in Wels einmal mehr klargemacht, wie wichtig Deutschkenntnisse für die Integration und ein selbstbestimmtes Leben sind. Die Herausforderungen sind groß, doch mit den geplanten Reformen und der verstärkten Förderung soll es gelingen, dass alle Kinder die besten Chancen erhalten. Es bleibt abzuwarten, wie schnell und effektiv diese Maßnahmen umgesetzt werden, aber die Richtung stimmt auf jeden Fall.