Am 26. April 2026 ist die Vorfreude auf den Eurovision Song Contest (ESC) in Wien bereits spürbar. Inmitten der Vorbereitungen wird auch ein ganz besonderer Stadtspaziergang angeboten, der die Stadt aus einer queeren Perspektive erlebbar macht. Gerd Brandstätter, ein staatlich geprüfter Austria Guide und erfahrener Fremdenführer, führt die Teilnehmer durch die Straßen, die mit einer spannenden queeren Geschichte verbunden sind.
Der ESC-Stadtspaziergang beginnt am ikonischen Karlsplatz, direkt vor der Wiener Staatsoper, wo der letzte ESC-Sieger Johannes Pietsch, bekannt als JJ, seine Karriere startete. Von dort aus führt die Route über den Helmut-Zilk-Platz und den Michaelerplatz bis zur Hofburg, dem historischen Schauplatz des ersten Song Contests in Wien im Jahr 1967. Der Spaziergang endet am Rathausplatz im Eurovillage, einem Treffpunkt für internationale Fans. Die Route wurde speziell für dieses Jahr entworfen, basiert jedoch auf den bestehenden queeren Stadtführungen des Zentrums für queere Kultur und Geschichte „QWIEN“.
Queere Stadtführungen und ihre Bedeutung
Die Ampelpärchen, die 2015 an 49 Standorten in Wien errichtet wurden, sind heute nicht nur Teil des Stadtbildes, sondern auch ein wichtiger Programmpunkt des ESC-Stadtspaziergangs. Diese Ampeln symbolisieren die Akzeptanz und Sichtbarkeit der queeren Community und tragen zur Identität der Stadt bei. Die Tour wird von vier engagierten Guides durchgeführt und kostet 26,77 Euro pro Person. Anmeldungen sind über die Website qwien.at möglich. Neben öffentlichen Terminen können auch private Gruppenführungen organisiert werden.
Die Buchungslage für die Stadtführungen gestaltet sich derzeit volatil und ist von Spontanität geprägt, ähnlich wie in der Zeit der Corona-Pandemie. Brandstätter hat sich intensiv mit Archiven, Gesprächen mit Zeitzeugen und persönlicher Recherche beschäftigt, um den Teilnehmern ein authentisches Erlebnis zu bieten.
Erweiterte Angebote und Ausstellungen
Im Rahmen des 70. Eurovision Song Contests wird auch die Ausstellung „UNITED BY QUEERNESS“ veranstaltet, organisiert vom Verein für queere Geschichte und Kultur „QWIEN“. Ziel der Ausstellung ist es, die queeren Dimensionen des ESC sichtbar zu machen und Themen wie Queerness, Vielfalt und kulturelle Identitäten zu beleuchten. Die Bedeutung des ESC wird als kulturelles Ritual und transnationales Medienereignis hervorgehoben, das die europäischen Befindlichkeiten widerspiegelt.
Die Ticketpreise für die Ausstellung liegen bei regulär 14 Euro und ermäßigt 8 Euro für verschiedene Zielgruppen. Zudem wird eine Ausstellungsführung für 5 Euro zzgl. Eintritt pro Person angeboten. Private Führungen ab 10 Personen können unter der E-Mail-Adresse ausstellung@qwien.at angefragt werden. Damit bietet die Stadt Wien nicht nur einen musikalischen Höhepunkt, sondern auch eine Plattform für kulturelle und gesellschaftliche Diskussionen, die weit über den ESC hinausgehen.