Zwei Europameisterschaftskämpfe bei „Symphony of the Ring“ in Rust
In der Europa-Park-Arena in Rust wird am Freitag, 27. November 2026, ordentlich geklingelt: Die Boxgala „Symphony of the Ring“ bringt zwei Europameisterschaftskämpfe im Schwergewicht auf die Bühne. Veranstalter ist Ringside Zone. Für die Zuschauer geht es dabei nicht bloß um Gürtel, sondern um zwölf beziehungsweise zehn Runden Druck, Schweiß und die Frage, wer am Ende noch sauber auf den Beinen steht.
Im Hauptkampf verteidigt der ungeschlagene Deutsche Emanuel Odiase seinen IBF-Europameistertitel über zehn Runden gegen den Kubaner Mike Perez. Odiase steht bei zwölf Siegen, davon zehn durch K. o., und bestreitet seine erste Titelverteidigung. Den IBF-Europatitel gewann er im Mai in Mannheim durch einen K.-o.-Sieg in der zweiten Runde gegen Nick Webb. Zuletzt schlug er Luis Jose Marin Garcia in Lettland ebenfalls in der zweiten Runde vorzeitig.
Xhoxhaj will den EBU-Gürtel behalten
Im Co-Hauptkampf steigt der Lahrer Labinot Xhoxhaj in den Ring. Der 22-mal siegreiche Schwergewichtler – 17 seiner Erfolge kamen durch K. o., dazu steht ein Unentschieden in seiner Bilanz – verteidigt über zwölf Runden seinen EBU-Europameistertitel gegen Eduardo Giustini. Niederlagen hat Xhoxhaj keine.
Den Gürtel hält der Lahrer seit November 2024. Seine letzte Titelverteidigung gewann er im Februar durch einen K.-o.-Sieg in der vierten Runde gegen Pezhman Seifkhani. Der Europäische Boxverband führt den Kampf gegen Giustini als freiwillige Titelverteidigung. Beide Boxer haben angekündigt, um den Europatitel zu kämpfen; Giustini möchte den Gürtel nach Italien holen.
Der Herausforderer aus Florenz ist dreifacher italienischer Meister. Für Xhoxhaj geht es also gegen einen Mann, der mit Erfahrung und einem klaren Plan nach Rust kommt. Zwölf Runden können lang werden – besonders dann, wenn keiner der beiden freiwillig auch nur einen Schritt verschenkt.
Odiase trifft auf einen alten Haudegen
Mike Perez bringt eine Bilanz von 32 Siegen, drei Niederlagen und einem Unentschieden mit; 22 seiner Kämpfe gewann der Kubaner durch K. o. Er trat bereits um einen WBC-Weltmeistertitel im Cruisergewicht an und boxte unter anderem gegen Alexander Povetkin und Mairis Briedis. Nach einem Punktsieg im Mai in Manchester kommt er nun nach Rust.
Für Odiase ist Perez der bislang größte Test und der erfahrenste Gegner seiner Profikarriere. Der Kubaner erhält die Gelegenheit, dem Deutschen den Europatitel abzunehmen. Das klingt auf dem Papier nüchtern, im Ring wird es vermutlich weniger gemütlich.
Einen Tag später, am 28. November, verteidigt Agit Kabayel in Düsseldorf seinen WBC-Weltmeistertitel im Schwergewicht. Die Ruster Gala findet damit unmittelbar vor einer weiteren deutschen Schwergewichts-WM statt.
Ein Abend mit mehreren Geschichten
Über zehn Runden kämpfen außerdem Karen Chukhadzhian und der ungeschlagene Argentinier Luis Argañaraz. Chukhadzhian weist 26 Siege, vier Niederlagen und 14 K.-o.-Siege auf. Im Mai ging er in Mannheim über zwölf Runden gegen Paddy Donovan, verlor dabei einen IBF-WM-Ausscheidungskampf und will sich nun mit einem Sieg für eine weitere Chance auf Weltniveau empfehlen. Argañaraz kommt mit 16 Siegen und keiner Niederlage.
Auch Slawa Spomer gehört zum angekündigten Teilnehmerfeld. Er hat 22 Siege, eine Niederlage und 13 K.-o.-Siege. Im September besiegte er den bis dahin ungeschlagenen Faisal Abubakari, der nach sechs Runden aufgab. Bei diesem Kampf gewann Spomer einen Intercontinental-Titel – es war sein erster Auftritt unter dem Banner von Ringside Zone.
Ismet Ademi bestreitet seinen zweiten Profikampf und hat bisher einen Sieg durch K. o. vorzuweisen. Granit Sope soll sein Profidebüt geben. Der ungeschlagene Halbschwergewichtler Altin Zogaj ist ebenfalls dabei, ebenso Meryem Binbir mit einem Sieg und keiner Niederlage. Elvin Sope, der zwei Siege hat und beide durch K. o. gewann, ist gegen den Venezolaner Jose Rivas angesetzt. Rivas wird mit einer Bilanz von 18-13-5 geführt.
- IBF-Europameisterschaft im Schwergewicht, zehn Runden: Emanuel Odiase gegen Mike Perez
- EBU-Europameisterschaft im Schwergewicht, zwölf Runden: Labinot Xhoxhaj gegen Eduardo Giustini
- Zehn Runden: Karen Chukhadzhian gegen Luis Argañaraz
- Elvin Sope gegen Jose Rivas
In Deutschland überträgt die ARD live, international ist Boxing News dabei. Tickets gibt es über die offizielle Ringside-Zone-Ticketseite.
Der größere Boxkalender 2026
Die Europameisterschaft 2026 im olympischen Boxen fand vom 17. bis 25. September in Sofia, Bulgarien, statt – unter dem Dach von European Boxing. Mehr als 400 Boxerinnen und Boxer aus über 40 Nationen traten in zehn Gewichtsklassen für Frauen und Männer an. Der Deutsche Boxsport-Verband war mit 13 Athletinnen und Athleten vertreten: vier Frauen und neun Männer. Das Team bereitete sich seit dem 5. September in Sofia vor, sportlicher Leiter war Cheftrainer Humberto Horta Dominguez.
Zum deutschen Frauenteam gehörten Maxi Klötzer bis 51 kg vom LV Sachsen, Jule Woche bis 65 kg und Helena Engels bis 75 kg vom LV Baden-Württemberg sowie Leonie Müller bis 70 kg vom LV Hessen. Bei den Männern starteten Ali El Sari bis 55 kg für den LV Berlin, Denis Bril bis 60 kg und Mohamed Siala bis 65 kg für den LV Nordrhein-Westfalen, Randy Botikali bis 70 kg für den LV Bayern, Mouxime Abdoulay bis 75 kg für den LV Hessen, Ramil Schäfer bis 80 kg für den LV Niedersachsen, Valerij Walter bis 85 kg für den LV Baden-Württemberg, Kevin Lebowski bis 90 kg für den LV Nordrhein-Westfalen und Nikita Putilov über 90 kg für den LV Brandenburg.
Die Mannschaftsleitung hatte Sebastian Förster. Zum Betreuungsteam zählten außerdem David Hoppstock, Zoltan Lunka, Frank Josef Fischer, Dr. Ronny Michler, Eleni Coskina, Peter Feldmann und Dr. Christian Zepp. Alexander Darbisch war als Kampfrichter im Einsatz.
Die Vorrunden und Viertelfinals wurden vom 17. bis 23. September in zwei Ringen ausgetragen. Die Halbfinals und Finals waren für den 24. September in Ring A um 13:30 und 17:00 Uhr angesetzt, die Finals für den 25. September um 16:00 Uhr. Der Artikel nennt außerdem eine Auslosung aller Gewichtsklassen sowie eine spätere Übersicht der Top-8-Platzierungen und des Medaillenspiegels.
Am 17. September unterlag Jule Woche Anastasija Lukajic aus Serbien bis 65 kg nach Punkten und schied im Achtel- beziehungsweise Sechzehntelfinale aus. Randy Botikali verlor bis 70 kg nach Punkten gegen Vadzim Vauchok aus Belarus. Einen Tag später besiegte Denis Bril Vladislav Vascovsky aus Moldau bis 60 kg nach Punkten und zog ins Achtelfinale ein. Ramil Schäfer unterlag Lucky Aimufua aus Österreich bis 80 kg nach Punkten, Mohamed Siala verlor bis 65 kg gegen Dean Clancy aus Irland. Mouxime Abdoulay besiegte Davron Bozorov aus Moldau bis 75 kg nach Punkten und Valerij Walter gewann bis 85 kg gegen Rafayel Hovhannisyan aus Armenien, womit er ins Viertelfinale einzog.
Am 19. September erreichte Maxi Klötzer bis 51 kg nach einem Walkover gegen Martina Vassallo aus Italien das Viertelfinale. Ali El Sari verlor bis 55 kg nach Punkten gegen Semih Gumus aus der Türkei. Helena Engels besiegte Raisa Piskun aus der Ukraine bis 75 kg nach Punkten und kam weiter. Am 20. September gewann Leonie Müller bis 70 kg gegen Jessica Triebelova aus der Slowakei, Kevin Lebowski setzte sich bis 90 kg gegen Rauf Rahimov aus Aserbaidschan durch. Nikita Putilov unterlag über 90 kg Ahmed Hagag aus Österreich.
Denis Bril schied am 21. September im Achtelfinale bis 60 kg nach einer Punktniederlage gegen Pawel Brach aus Polen aus. Mouxime Abdoulay verlor bis 75 kg gegen Saidjamshid Jafarov aus Aserbaidschan, Valerij Walter unterlag Junior Tadah aus Frankreich im Viertelfinale bis 85 kg. Am 22. September besiegte Maxi Klötzer Laura Horvath aus Ungarn bis 51 kg und zog ins Halbfinale ein. Leonie Müller verlor gegen Busenaz Surmeneli aus der Türkei, Kevin Lebowski schlug Isaac Okoh aus England bis 90 kg und Helena Engels unterlag Busrae Isildar aus der Türkei.
Im Halbfinale am 23. September verlor Maxi Klötzer bis 51 kg nach Punkten gegen Laura Fuertes Fernandez aus Spanien und gewann Bronze. Auch Kevin Lebowski holte nach seiner Punktniederlage im Halbfinale bis 90 kg gegen Emrah Yasar aus der Türkei die Bronzemedaille. Für den deutschen Verband blieben damit zwei Medaillen: Bronze für Maxi Klötzer bei den Frauen bis 51 kg und Bronze für Kevin Lebowski bei den Männern bis 90 kg.
