Salzburgs Trainerwechsel wirkt sofort – doch die Red Bulls bleiben statistisch verwundbar
In Salzburg hat sich in wenigen Tagen einiges gedreht. Am 19. Oktober gab der EC Red Bull Salzburg die sofortige Freistellung des gesamten Trainerteams bekannt: Cheftrainer Alan Letang sowie die Co-Trainer Jason Morgan und Adam Maglio mussten gehen. Anlass war die jüngste Niederlage gegen Linz.
Letang hatte die Salzburger Mannschaft erst im Sommer 2026 übernommen. Der 51-jährige Kanadier war zuvor viele Jahre als Trainer in der Ontario Hockey League tätig und hatte im Frühjahr für den Rest der Saison den Cheftrainerposten bei den Blue Devils Weiden in der DEL2 übernommen. Für Jason Morgan, ebenfalls Kanadier, war es die erste Saison in Salzburg. Adam Maglio befand sich in seiner zweiten Spielzeit bei den Red Bulls.
Levijoki übernimmt – und gewinnt sofort
Teemu Levijoki rückte nach. Der Finne war langjähriger Head Coach der Red Bull Hockey Juniors und übernahm nun die Kampfmannschaft. Unterstützt wird er von Ilkka Pakarinen, der ebenfalls seit mehr als vier Jahren bei den Red Bull Hockey Juniors tätig ist. Managing Director Pro Helmut Schlögl begründete den Schritt damit, dass die Leistungen im bisherigen Saisonverlauf nicht den Erwartungen des Vereins entsprochen hätten. Salzburg dankte Letang, Morgan und Maglio für ihren Einsatz und wünschte ihnen alles Gute für die Zukunft.
Unter Levijoki gewann Salzburg gleich drei Spiele in Folge. Die Mannschaft liegt dadurch auf dem siebten Tabellenplatz – mit einem Spiel mehr als die Vienna Capitals. 22 Punkte stehen auf dem Konto, zwei mehr als bei den Wienern. Das nächste Heimspiel in der win2day ICE Hockey League fand laut Ankündigung am Mittwoch, 21. Oktober, um 19:15 Uhr gegen Olimpija Ljubljana statt.
Auch am Kader wurde im Oktober geschraubt. Mit Ty Rattie kam ein ehemaliger NHL-Stürmer dazu, außerdem verpflichtete Salzburg den schwedischen Verteidiger Fredrik Claesson. Claesson spielte in der Saison 2022/23 bei ZSKA Moskau gemeinsam mit Caps-Goalie Adam Reideborn.
Nissner punktet, Schneider fehlt
Salzburgs Topscorer ist ausgerechnet ein ehemaliger Caps-Spieler: Der gebürtige Wiener Benjamin Nissner hält nach 14 Spielen bei 15 Punkten – drei Tore und zwölf Assists. Peter Schneider, ebenfalls mit Wiener Vergangenheit, ist mit zehn Treffern Salzburgs bester Torschütze. Im nächsten Spiel muss der 35-Jährige allerdings verletzungsbedingt zuschauen.
Im Tor verteilen sich die Fangquoten auf Atte Tolvanen mit 89,15 Prozent und David Kickert mit 84,38 Prozent. Kumuliert kommt Salzburg auf 87,35 Prozent – das ist die niedrigste Fangquote der win2day ICE Hockey League. Auch im Penalty Killing steht der Klub am Tabellenende: Die Erfolgsquote beträgt 72,55 Prozent.
Für die Vienna Capitals geht es damit gegen einen Gegner aufs Eis, der nach dem Trainerwechsel spürbar Tritt gefasst hat, zugleich aber statistische Baustellen mit sich schleppt. Drei Siege hintereinander machen jedenfalls mehr Lärm als eine Fangquote in einer Tabelle. Und Salzburgs Offensive hat mit Nissner und Schneider Namen, die in Wien niemand lange erklären muss.
