Ausbildungstag des Roten Kreuzes Salzburg: Teamarbeit und Wiederbelebung im Fokus
Am 13. Juni 2026 fand im Ferry Porsche Congress Center (FPCC) in Zell am See ein bemerkenswerter Ausbildungstag der Freiwilligen-Abteilung des Roten Kreuzes Salzburg statt. 46 engagierte Rettungs- und Notfallsanitäterinnen und -sanitäter nahmen an dieser wichtigen Veranstaltung teil, die ganz im Zeichen der Weiterbildung und des praktischen Trainings stand. Die Veranstaltung bot gleich fünf Stationen, die sich mit den aktuellen Standards im Rettungsdienst befassten. Dazu gehörten unter anderem das ABCDE-Schema und die Versorgung von Traumapatienten.
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Wiederbelebung, und hier wurde intensiv auf den sogenannten Return of Spontaneous Circulation (ROSC) eingegangen. Es ist schließlich nicht nur wichtig, Leben zu retten, sondern auch, sie nach einem Kreislaufstillstand wieder zurückzugewinnen. Um das Wissen praktisch zu vertiefen, gab es ein innovatives Training in einem entwickelten Escape Room. Hierbei standen Teamarbeit, Kommunikation und die richtige Rollenverteilung im Vordergrund. So sollte jeder Teilnehmer und jede Teilnehmerin lernen, in stressigen Situationen den Überblick zu behalten und effektiv zu handeln.
Wiederbelebung und Notfalltraining
Unter der Anleitung eines Arztes erhielten die Teilnehmer auch die Möglichkeit zur Rezertifizierung in der Wiederbelebung. Das Training umfasste den Einsatz moderner Simulationsgeräte und Übungspuppen, unterstützt durch das Team für Realistische Unfalldarstellung. Ein Highlight war die Einbindung von Mitarbeitenden des Congress Centers und des Caterers Chefpartie, die als Ersthelfer fungierten und so einen praxisnahen Bezug schufen. Zu Beginn der Veranstaltung wurden die Teilnehmer durch das Congress Center geführt, um sie mit den örtlichen Gegebenheiten vertraut zu machen.
Jörg Spraider, der Abteilungskommandant, betonte die immense Bedeutung von Aus- und Weiterbildung im Rettungsdienst. „Wir versorgen sechs Gemeinden mit rund 30.000 Einwohnern, besonders an Wochenenden und Feiertagen durch unsere ehrenamtlichen Kräfte“, erklärte er. Dies zeigt, wie wichtig es ist, dass die freiwilligen Mitarbeiter ständig geschult werden, um im Ernstfall optimal reagieren zu können. Wer selbst Interesse hat, bei den Einsätzen mitzuhelfen, kann bei Schnupperdiensten einen ersten Einblick in die freiwillige Mitarbeit erhalten. Das Rote Kreuz sucht weiterhin motivierte Menschen, die sich engagieren möchten. Interessierte können sich unter freiwilligenkoordinator.pinzgau@s.roteskreuz.at melden.
Wiederbelebungsmaßnahmen im Notfall
Es ist nicht zu unterschätzen, wie schnell es im Notfall gehen kann. Bei bewusstlosen Personen besteht sofort die Gefahr eines Kreislaufstillstands. In solchen Fällen sind sofortige Maßnahmen erforderlich! Wenn jemand nicht auf Ansprache oder Berührung reagiert, deutet das auf Bewusstlosigkeit hin. Dann heißt es: Ruhe bewahren, die Atmung überprüfen und im Zweifelsfall den Notruf 112 absetzen. Wenn ein Defibrillationsgerät (AED) verfügbar ist, sollte dieses geholt und eingesetzt werden. Die Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLW) ist entscheidend: 30 Herzdruckmassagen gefolgt von 2 Atemspenden – und das im Rhythmus 30:2, damit man nicht in der Hektik die Orientierung verliert.
Besonders bei Kindern und Säuglingen gelten spezielle Wiederbelebungsmaßnahmen. Hier wird die HLW an das Alter angepasst. Bei Säuglingen beispielsweise sollten die Druckmassagen mit zwei Fingerkuppen ausgeführt werden, während bei größeren Kindern eine oder zwei Hände genutzt werden. Es ist wichtig, dass alle Helfer ihre Aufgaben gut verteilt haben, um Ermüdung zu vermeiden.
Teamarbeit im Rettungsdienst
Im Rettungsdienst basiert alles auf Teamarbeit. Eine reibungslose Kommunikation ist unerlässlich – im Einsatz wird das „Du“ zum Standard über alle Grenzen und Hierarchien hinaus. Diese Ansprache fördert die Zusammenarbeit und hilft, die Patientenversorgung zu optimieren. In vielen Ländern gibt es ohnehin keine Unterscheidung zwischen „Sie“ und „Du“, was die Kommunikation zusätzlich erleichtert. Selbst große Unternehmen wie BMW und Continental haben das „Du“ als Standardansprache eingeführt. Der Deutsche Berufsverband Rettungsdienst (DBRD) plant ebenfalls, das „Du“ als Standardansprache zu wählen. Mitarbeiter können selbst entscheiden, ob sie das „Du“ verwenden möchten oder nicht.
Die Veranstaltung in Zell am See hat eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig die Ausbildung und die kontinuierliche Weiterbildung im Rettungsdienst sind. Ein starkes Team, gut ausgebildete Helfer und der unermüdliche Einsatz für die Gemeinschaft – darauf kommt es an. Und in einer Notsituation kann genau das den entscheidenden Unterschied machen.
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