In Zell am See, wo die Berge sich majestätisch erheben und die Natur in voller Pracht erblüht, wird die Verwendung von Holz als Baustoff immer mehr zum Gesprächsthema. Das liegt nicht nur an der Schönheit des Materials, sondern auch an den zahlreichen Vorteilen, die es bietet. proHolz ist ein wichtiger Player in dieser Entwicklung und fördert aktiv Kooperationen zwischen Unternehmen. Dabei geht es nicht nur um die Vernetzung, sondern auch um die Bündelung von Kompetenzen und die Begleitung praxisnaher Forschungs- und Entwicklungsprojekte. Ein Ziel ist klar: Innovation und Technologietransfer sollen vorangetrieben werden, unterstützt durch Veranstaltungen, Workshops und Qualifizierungsinitiativen.
In Salzburg werden rund drei Viertel der geernteten Bäume in Holzprodukte oder als Baustoff verwendet. Der große Vorteil? Ein erheblicher Teil der Holzressourcen wird langlebig genutzt und nicht einfach verbrannt. Diese Holzbauweise findet zunehmend Anwendung in Privathäusern, Hotels sowie öffentlichen Gebäuden wie Kindergärten, Schulen und Gemeindehäusern. Ein besonders beeindruckendes Beispiel stellt das neue Landesdienstleistungszentrum (LDZ) dar, das 2027 beim Salzburger Hauptbahnhof eröffnet wird. Hier wurden rund 1.000 Kubikmeter Holz verbaut – und jeder Kubikmeter speichert im Durchschnitt etwa eine Tonne Kohlenstoff!
Ökologische Notwendigkeit und wirtschaftliche Chance
Besonders branchenvertreter sprechen von einer Wende hin zum Holzbau – nicht nur als ökologische Notwendigkeit, sondern auch als wirtschaftliche Chance. Es wird deutlich, dass Holz energieintensive Materialien wie Stahl oder Beton ersetzt und als langfristiger CO₂-Speicher gilt. Mia Flieher, die Projektleiterin, hebt den Vorteil der Vorfertigung von Fassadenelementen hervor, was zu kürzeren Bauzeiten und Kosteneinsparungen führt. Gerade in städtischen Gebieten, wo der Bauplatz begrenzt ist, ist dieser hohe Vorfertigungsgrad von unschätzbarem Wert.
Doch nicht nur die Bauweise selbst ist entscheidend. Auch die verwendeten Materialien spielen eine zentrale Rolle. Zukünftige Werkstoffe wie Füll- und Dämmstoffe aus Nebenprodukten der Holzverarbeitung gewinnen an Bedeutung. Diese Entwicklung führt zu innovativen Lösungen, die sowohl ökologische als auch ökonomische Vorteile bieten. Eine verbesserte Rohstoffausnutzung entlang der Prozesskette und der steigende Eigenfertigungsgrad im Holz-Tafel- und Modulbau sind nur einige Aspekte, die den Holzbau von morgen prägen werden.
Regionale Wertschöpfung und Nachhaltigkeit
Die Verwendung regionaler Baumaterialien wird immer relevanter. Holzbaumeister Christian Milz von der Sohm HolzBautechnik GmbH betont die ökologischen und ökonomischen Vorteile regionaler Materialien. Der Holzbau gilt als die umweltfreundlichste Bauweise und trägt zur Reduzierung von CO₂-Emissionen bei. Denn die Bauindustrie verursacht immerhin rund 60% des globalen Abfallaufkommens und etwa 40% der CO₂-Emissionen. Holz speichert CO₂ und verbessert die CO₂-Bilanz erheblich im Vergleich zu Beton und Stahl.
In Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es bereits zahlreiche Förderprogramme, die den Holzbau unterstützen. Initiativen wie „Zukunft Wald“ fördern klimafreundliche Projekte und den Einsatz von Holz. Auch Investitionszuschüsse helfen, energieeffiziente Maschinen einzuführen. Das alles stärkt die lokale Wirtschaft und schafft Arbeitsplätze – und gleichzeitig werden Transportwege minimiert, was für die Reduktion von CO₂-Emissionen entscheidend ist.
In der aktuellen Diskussion um den Klimawandel wird deutlich, dass alternative, klimaresistente Holzarten und Harthölzer in den Fokus rücken. Die Herausforderungen sind groß, doch die Zukunft des Holzbaus sieht vielversprechend aus. Projekte wie „Holz von hier“ setzen auf regionale Holzverwendung und ermöglichen eine transparente Nachverfolgung von Herkunft und Verarbeitung des Holzes. Ein Schritt in die richtige Richtung – und das nicht nur für die Bauindustrie, sondern für unsere Umwelt insgesamt.