Vom 25. bis 27. September 2026 tauschten die Mitglieder des 3. Zuges der Freiwilligen Feuerwehr Schwaz Einsatzkleidung gegen Großstadtprogramm. Gemeinsam mit ihren Familien ging es von Tirol nach Wien – mit Feuerwehr, Kultur, Wein und viel Zeit miteinander.

Los ging’s am Freitagnachmittag am Bahnhof Jenbach. Die Gruppe nahm den Railjet nach Wien und fuhr anschließend mit der U-Bahn zum Hotel PLAZA INN Wien Gasometer. Nach dem Check-in stand im Lokal „Marx – Bier und mehr“ das gemeinsame Abendessen auf dem Programm. Einige Teilnehmer zogen danach noch weiter in eine Karaoke-Bar – der Abend war also nicht für alle mit dem letzten Bissen beendet.

Feuerwache, Kahlenberg und ein Heurigenbuffet

Der Samstag begann mit einem Frühstück im Hotel. Danach teilte sich die Gruppe: Ein Teil besichtigte die Feuerwache Leopoldau der Berufsfeuerwehr Wien, während die übrigen Teilnehmer Wien auf eigene Faust erkundeten.

Am Nachmittag traf man wieder zusammen und fuhr zum Kahlenberg. Von der Aussichtsplattform bot sich der Blick über die Stadt. Weil zeitgleich die Wiener Weinwandertage stattfanden, nutzten viele Teilnehmer die Gelegenheit für einen Besuch beim Weingut Mayer am Nussberg. Das Abendessen folgte beim Heurigen Mayer am Pfarrplatz – serviert wurde ein Buffet.

Am Sonntag standen nach dem Frühstück zunächst Check-out und Gepäckabgabe an. Danach besuchte die Gruppe „Time Travel Wien“, eine Erlebnisattraktion zur Geschichte der Stadt. Anschließend wurde das Gepäck im Hotel abgeholt, ehe die Heimreise vom Wiener Hauptbahnhof mit dem Zug nach Jenbach angetreten wurde. Nach Angaben des Berichts endete der Ausflug mit zahlreichen Eindrücken und gemeinsamen Erlebnissen.

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Zwischen Ehrenamt und Berufsfeuerwehr

Der Beitrag der Freiwilligen Feuerwehr Schwaz wurde am 4. November 2026 veröffentlicht. Der Besuch der Feuerwache Leopoldau passte dabei gut zum Hintergrund des Ausflugs: Österreichs Feuerwehrwesen wird überwiegend von Freiwilligen Feuerwehren getragen. Sechs große Städte verfügen über Berufsfeuerwehren, dazu kommen Betriebsfeuerwehren.

Ortsfeuerwehren löschen nicht nur Brände. Sie übernehmen auch zentrale Aufgaben im Katastrophenschutz und im technischen Hilfsdienst, etwa bei Verkehrsunfällen. Rechtlich ist das Feuerwehrwesen Sache der Bundesländer, weshalb sich Organisationsformen und Vorgaben regional unterscheiden. In Tirol gibt es eine eigene Feuerwehrschule; Landesfeuerwehrverbände regeln unter anderem Ausbildung, Geräte, Bekleidung und Dienstabläufe. Die Gemeinden sind grundsätzlich für den örtlichen Brand- und Gefahrenschutz sowie für die Ausrüstung zuständig.

Mehr als 350.000 Menschen sind in Österreich Mitglied einer Freiwilligen Feuerwehr. Diese Arbeit erfolgt vollständig ehrenamtlich und unentgeltlich. Gemeinden mit mehreren Ortschaften haben meist zusätzliche Feuerwehren in den Ortsteilen; sie sind überwiegend eigenständig. In wenigen Fällen gibt es räumlich getrennte „Abgesetzte Züge“, die organisatorisch in eine Hauptfeuerwehr integriert sind – der 3. Zug der Freiwilligen Feuerwehr Schwaz gehört zu diesem Feuerwehralltag.

Berufsfeuerwehren bestehen in sechs Landeshauptstädten. Ein eigenes Berufsbild „Feuerwehrmann“ gibt es in Österreich allerdings nicht: Berufsfeuerwehrleute sind bei der jeweiligen Stadt angestellt und dem Feuerwehrdienst zugeteilt. Die Wiener Berufsfeuerwehr geht auf vier angestellte Feuerknechte zurück, die 1685 eingesetzt wurden, und wird als weltweit älteste Berufsfeuerwehr bezeichnet.

Ausbildung, Alarmierung und Ausrüstung

Jedes Feuerwehrmitglied erhält eine Grundausbildung, meist in der eigenen Feuerwehr. Das bundesweit einheitliche Schema „Grundausbildung 2000“ legt den Wissensstand für weitere Lehrgänge fest, zusätzlich ist ein Erste-Hilfe-Kurs erforderlich. Wöchentliche Übungen verbinden Theorie und Praxis; Leistungsbewerbe prüfen Wissen und Handgriffe. Je nach Bundesland gibt es etwa Abzeichen für Feuerwehrleistung, Wasserdienst, Bootsgeschicklichkeit, Funk, Sprengdienst, Löscheinsatz, technischen Einsatz und Atemschutz.

Alarmierungen laufen über Landesalarm- und Warnzentralen, Rettungs- und Feuerwehrleitstellen – in Tirol und Vorarlberg –, Landessicherheitszentralen im Burgenland und in Oberösterreich oder Bereichs-, Bezirks- und Abschnittsalarmzentralen. Bei Katastrophen kann die Bundeswarnzentrale zum Einsatz kommen. Der österreichweite Feuerwehrnotruf 122 wurde 1955 eingeführt. In Niederösterreich wird seit Ende 2022 schrittweise ELKOS eingeführt; das System soll bei Großschadensereignissen die Zusammenarbeit zwischen Alarmzentralen erleichtern.

Für die laufende Finanzierung sorgen hauptsächlich die Gemeinden, Länder unterstützen Geräte- und Fahrzeuganschaffungen. Zusätzlich helfen Sammlungen, Feuerwehrfeste und andere Veranstaltungen. Spenden an einzelne Feuerwehren und Landesfeuerwehrverbände sind seit 2012 steuerlich begünstigt. Bei größeren Aufgaben kommen auch Mittel aus dem Katastrophenfonds hinzu.

Für 2019 werden österreichweit 5.399 Feuerwachen und Feuerwehrhäuser, 16.509 Löschfahrzeuge sowie 323 Drehleitern beziehungsweise Teleskopmasten genannt. Die Statistik weist 341.325 aktive Feuerwehrleute, einen Frauenanteil von sieben Prozent und 28.598 Kinder und Jugendliche in der Feuerwehrjugend aus. Insgesamt gab es 278.672 Einsätze, darunter 43.370 Brandeinsätze. In Tirol wurden damals eine Berufsfeuerwehr, 20 Betriebsfeuerwehren und 339 Freiwillige Feuerwehren ausgewiesen. Österreichweit waren es sechs Berufs-, 411 Betriebs- und 4.503 Freiwillige Feuerwehren.

Die aufgeschlüsselte Statistik nennt für den Aktivstand 253.274 Personen, darunter 9.273 Frauen. In der Feuerwehrjugend waren 26.020 Kinder und Jugendliche organisiert, darunter 4.251 Mädchen. Dazu kamen 57.710 Reservisten, unter ihnen 182 Frauen. Zwischen 1999 und 2009 stieg die Gesamtmitgliederzahl von 312.897 auf 337.004, die Zahl der Aktiven von 246.201 auf 253.274. Der Frauenanteil unter den Aktiven wuchs von 2.001 auf 9.273, die Feuerwehrjugend von 18.600 auf 26.020 Mitglieder und die Zahl der Reservisten von 48.096 auf 57.710.

Vom Turnverein zur modernen Einsatzorganisation

Die Entwicklung der Freiwilligen Feuerwehren in Österreich begann in den 1850er-Jahren. Als erste Freiwillige Feuerwehr der damaligen Monarchie gilt die 1851 von Ferdinand Leitenberger in Reichstadt in Böhmen gegründete Freiwillige Bürgerwehr. 1853 entstand in Graz die erste städtische Feuerwehr. Anfangs engagierten sich besonders Turnvereine; Turner wurden ausgerüstet und ausgebildet. In einigen Bundesländern erinnern der Turnergruß „Gut Heil“ und das Turnerkreuz noch heute an diese Zeit.

Viele Turnvereine konnten die Umgestaltung zu modernen Feuerwehren nicht selbst finanzieren. Feuerwehren gingen daher häufig an Gemeinden über oder wurden privat finanziert. 1900 gab es im Gebiet des heutigen Österreichs 2.677 Freiwillige Feuerwehren, 2009 waren es 4.528 – im Durchschnitt damit fast zwei Feuerwehren pro Gemeinde.

Auch in Schwaz reicht die Geschichte zurück: 1831 entstand in der k. k. Tabakfabrik die erste Werkfeuerwehr. 1847 wurde im Stift St. Florian eine freiwillige Feuerwehr gegründet, 1851 folgte eine Feuerwehr in Linz. Nach der Märzrevolution 1848 erleichterte ein liberaleres Vereinsrecht die Gründung von Feuerwehrvereinen. 1857 entstand in Innsbruck die erste Freiwillige Feuerwehr auf österreichischem Staatsgebiet. Weitere frühe Gründungen folgten in Bregenz und Krems an der Donau 1861, Wiener Neustadt 1862, Scheibbs 1863, Klagenfurt und Steyr 1864 sowie Graz und Salzburg 1865. In den fünf Jahren danach kamen mehr als 400 weitere Feuerwehren hinzu.

Historische Spuren führen sogar bis in die Römerzeit: In Carnuntum bestand im 3. Jahrhundert eine Feuerwehr aus Militärveteranen, weitere Feuerwehren gab es in Vindobona, Flavia Solva, Ovilava, Lauriacum und Virunum. Nach der zweiten Türkenbelagerung wurden 1685 in Wien vier Feuerknechte eingesetzt. Maria Theresia erließ 1759 eine Wiener Feuerordnung, Joseph II. verbesserte sie. 1850 wurden in Wien die ersten Hydranten aufgestellt, damals „Feuerwechsel“ genannt.

Der Ringtheaterbrand von 1881 forderte 384 Todesopfer; danach wurde der Eiserne Vorhang in Theatern gesetzlich vorgeschrieben. Die Zahl der Feuerwehrvereine stieg von 147 im Jahr 1870 über 809 im Jahr 1880 auf 2.677 um 1900. 1889 wurde der Bundesfeuerwehrverband als Dachverband gegründet. 1897 gab es im damaligen Österreich-Ungarn rund 11.190 Freiwillige und etwa 20 Berufsfeuerwehren sowie 6.619 Pflichtfeuerwehren in Galizien und Ungarn.

Breites Netz, viele Aufgaben

Für überregionale Einsätze bestehen in allen Bundesländern Katastrophenhilfsdienste, die aus örtlichen Feuerwehren gebildet werden. Eingesetzt wurden diese Strukturen unter anderem bei den Hochwassern 2002 in Nieder- und Oberösterreich, beim Auslandseinsatz in Friaul 2003 sowie beim Hochwasser 2005 in Tirol und Vorarlberg. Österreichische Feuerwehren sind außerdem in die Auslandseinsatztruppe CRAFT Austria eingebunden, wirkten bei Hochwassereinsätzen in Rumänien und Bulgarien mit und arbeiten im internationalen Feuerwehrverband CTIF mit.

Spezialisierte Stützpunktfeuerwehren stellen Sonderfahrzeuge wie Drehleitern, Atemschutz- und Gefahrgutfahrzeuge bereit. Zu den Sonderdiensten des Landesfeuerwehrkommandos zählen unter anderem Versorgungs-, Flug-, Strahlenschutz-, Spreng-, Tauchdienst und Feuerwehrstreifen. Der Österreichische Bundesfeuerwehrverband besitzt dabei keine Kommandostruktur; er ist die Dachorganisation der Landesverbände und der Städte mit Berufsfeuerwehren.

Betriebsfeuerwehren können Behörden in besonders gefährdeten Betrieben vorschreiben. Sie bestehen aus nebenberuflichen Betriebsangehörigen oder hauptberuflich ständig einsatzbereiten Beschäftigten, werden je nach Größe in örtliche Alarmpläne aufgenommen und können außerhalb des Betriebsgeländes die örtliche Feuerwehr unterstützen. Große Betriebsfeuerwehren verfügen etwa über eine Drehleiter und können als Stützpunktfeuerwehr für umliegende Orte dienen. Eigener betrieblicher Brandschutz kann außerdem Versicherungsprämien senken. Betriebe ohne Betriebsfeuerwehr müssen bei behördlicher Vorgabe zumindest einen Brandschutzbeauftragten ernennen, der mit Brandschutzwarten für den innerbetrieblichen Brandschutz arbeitet.

Wo es keine Freiwillige Feuerwehr gibt, kann eine Gemeinde eine Pflichtfeuerwehr einrichten und geeignete Personen per Bescheid zum Dienst verpflichten. In Niederösterreich wurde diese Möglichkeit 2000 aus dem Feuerwehrgesetz gestrichen. Besteht eine Betriebsfeuerwehr, muss diese herangezogen werden; andernfalls kann die Gemeinde eine Nachbargemeinde mit der Feuer- und Gefahrenpolizei beauftragen. Auch in der Steiermark kann der Löschauftrag an eine Nachbargemeinde übertragen werden.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Gesetze von vor 1938 weitgehend wiederhergestellt. Feuerwehren durften ihre Tätigkeit zunächst nur mit Genehmigung der Sicherheitsdirektion aufnehmen. Erst in den 1970er-Jahren galten Feuerwehren in allen Bundesländern als Körperschaften öffentlichen Rechts. Heute unterscheiden sich die Länder weiterhin etwa bei Dienstgraden, Dienstkleidung und Ausbildung. Landesfeuerwehrkommandanten und ihre Stellvertreter werden von Feuerwehrmitgliedern gewählt; Landesfeuerwehrinspektoren sind Beamte der jeweiligen Landesregierung. Je nach Bundesland gibt es Bezirks- und Abschnittsfeuerwehrkommandos, eigene Kommandostrukturen und Sachbearbeiter für Bereiche wie Ausbildung oder Atemschutz.

Die Feuerwehrjugend ist ein wichtiger Weg in den aktiven Dienst. Im Allgemeinen können Mädchen und Buben ab zehn Jahren teilnehmen. In Niederösterreich und Oberösterreich gibt es seit 2019 eine Kinderfeuerwehr für Acht- bis Zehnjährige, im Burgenland „Feuerwehr-Kids“ für Sechs- bis Neunjährige. Frauen sind inzwischen vollständig in den Feuerwehrdienst integriert, auch wenn sie weiterhin in der Minderheit sind; erste Feuerwehrkommandantinnen gibt es bereits. Der Mädchenanteil in der Feuerwehrjugend lag im September 2018 bei rund 30 Prozent. Als Hindernisse wurden unter anderem Vorurteile sowie fehlende Sanitär- und Umkleideräume genannt.

Eine besondere Entwicklung nahm die Steiermark: Eine Novelle des Steiermärkischen Feuerwehrgesetzes ermöglichte 2018 Freiwillige Feuerwehren an Universitäten und Fachhochschulen. Diese „Uni-Feuerwehren“ dienen der Aus-, Fort- und Weiterbildung auf wissenschaftlichem Niveau, der Forschung und Entwicklung in Katastrophenschutz, Feuerwehr-, Brand- und Zivilschutz sowie der Unterstützung anderer Feuerwehren mit wissenschaftlichen Erkenntnissen. Mitglieder können Studierende, Beschäftigte, Lehrende und Absolventen sein. Der Rektor oder die Rektorin übernimmt die Rolle des Bürgermeisters, die Universität trägt wesentliche Teile der Kosten, und die Uni-Feuerwehr untersteht direkt dem Landesfeuerwehrkommandanten.

Die Freiwillige Feuerwehr der Technischen Universität Graz wurde am 4. Mai 2018 gegründet, jene der Universität Graz am 9. August 2018. Die Montanuniversität Leoben verpflichtete sich für 2019–2021 zur Gründung einer eigenen Uni-Feuerwehr. Mit Betriebsfeuerwehren sind diese Einrichtungen nicht gleichzusetzen. Internationale CTIF-Feuerwehrwettkämpfe fanden in Österreich 1969, 1985 und 2017 statt.

Verwaltet wird der Feuerwehralltag je nach Bundesland mit unterschiedlichen Systemen: FDISK in Niederösterreich und der Steiermark, FIS in Oberösterreich und Salzburg, Feuerwehr Verwaltung Online im Burgenland, MP-Feuer in Kärnten, FDIS in Tirol, syBOS in Vorarlberg, Oberösterreich und Burgenland sowie Intelli R.4C als Stabssoftware in Niederösterreich. In einer europaweiten Reader’s-Digest-Studie von 2012 nannten 97 Prozent der befragten österreichischen Leser Feuerwehrmitglieder als Berufsgruppe mit dem höchsten Vertrauen. In Finnland lag der Wert bei 98 Prozent; in Österreich folgten Piloten mit 88 Prozent und Krankenschwestern mit 85 Prozent.