Gemeinsam stark: Wie Katharina Hübl die Pflege in Radenthein revolutioniert
In Radenthein hat sich seit April 2026 einiges getan. Katharina Hübl, eine engagierte Community Nurse, unterstützt ältere Menschen und deren Angehörige bei einem Thema, das vielen am Herzen liegt: Pflege und Betreuung. Ihre Arbeit ist mehr als nur ein Job – sie ist eine wichtige Anlaufstelle für all jene, die in einem oft unübersichtlichen Dschungel von Unterstützungsangeboten den Überblick verlieren. Der Informations- und Unterstützungsbedarf ist enorm, besonders in ländlichen Gebieten, wo viele ältere Menschen leben und oft nicht wissen, welche Hilfen ihnen zustehen.
Hübl geht direkt zu den Menschen – sie führt Hausbesuche durch, um den individuellen Bedarf zu ermitteln. Dabei klärt sie Fragen zu Barrierefreiheit, Hilfsmitteln und der Organisation von Betreuungsleistungen. Es ist nicht selten, dass Angehörige an ihre Grenzen stoßen, wenn es darum geht, die Betreuung zu Hause aufrechtzuerhalten. Viele möchten ihre Eltern nicht in ein Pflegeheim geben, und genau hier kommt Hübl ins Spiel. Sie koordiniert die notwendigen Schritte mit Pflegeanbietern, Behörden und weiteren Einrichtungen. Die Rückmeldungen ihrer Klienten sind durchweg positiv; sie schätzen die Unterstützung und vor allem die Tatsache, dass sie eine Ansprechpartnerin haben, die sich Zeit für sie nimmt.
Gemeinsam gegen die Einsamkeit
Doch Katharina Hübl hat nicht nur die Pflege im Blick. Sie plant, Begegnungsmöglichkeiten für ältere Menschen zu schaffen, um der Vereinsamung entgegenzuwirken. Eine Idee sind regelmäßig stattfindende Stammtische, die nicht nur den Austausch fördern, sondern auch pflegende Angehörige entlasten sollen. Denn oft wird vergessen, dass auch die Menschen, die sich um ihre Angehörigen kümmern, Unterstützung benötigen. Hübl betont, dass es keine Schwäche ist, Hilfe anzunehmen – im Gegenteil, es ist ein Zeichen von Stärke.
Ihre Arbeit ist eingebettet in ein größeres Konzept, das auch in Deutschland unter dem Stichwort Community Health Nursing (CHN) bekannt ist. Hier arbeiten Community Health Nurses daran, Versorgungslücken zu schließen und die Primärversorgung im ländlichen Raum zu stärken. Diese Fachkräfte sind besonders wichtig, um die gesundheitliche Betreuung älterer und chronisch kranker Menschen zu verbessern. Claudia Kemper von der Apollon Hochschule fordert klare gesetzliche Rahmenbedingungen und eine flächendeckende akademische Ausbildung für diese Berufsgruppe. Momentan ist das Berufsbild in Deutschland noch nicht gesetzlich verankert, was die Etablierung von Community Health Nurses erschwert.
Ein starkes Netzwerk für die Zukunft
Die Fachgruppe Community Health Nursing in Deutschland hat sich das Ziel gesetzt, Raum für gemeinsames Lernen und Austausch zu schaffen. Hier kommen Studierende, Alumni und Advanced Practice Nurses zusammen, um die Sichtbarkeit von CHNs zu stärken. Angebote wie kollegialer Austausch und Weiterbildungsangebote helfen dabei, die Community Health Nurses zu vernetzen und ihnen eine Stimme zu geben.
Die Herausforderung bleibt: Ein einheitliches rechtliches Rahmenwerk für den Einsatz und die Kompetenzen von Community Health Nurses ist notwendig, um die Versorgung in strukturschwachen Regionen zu stabilisieren. Modelle zeigen bereits das Potenzial dieser Berufsgruppe, doch ohne dauerhafte Strukturen und angemessene Finanzierung wird es schwierig, die Weichen für eine nachhaltige Veränderung zu stellen. Dennoch – mit Menschen wie Katharina Hübl in Radenthein ist der erste Schritt bereits getan. Sie bringt frischen Wind in die Pflege und sorgt dafür, dass niemand in der Einsamkeit zurückgelassen wird.
