In den letzten Jahren hat sich die Verkehrssituation in Österreich, insbesondere in der Steiermark, drastisch verändert. Ein alarmierender Anstieg der Verkehrsunfälle ist zu verzeichnen, und das betrifft vor allem Nutzer von E-Bikes und E-Scootern. In der Region Obersteiermark-Ost wurden im Jahr 2025 beispielsweise 553 Verkehrsunfälle registriert, was die Besorgnis über die Sicherheit dieser modernen Fortbewegungsmittel verstärkt. Laut aktuellen Berichten gab es im gesamten Jahr 2025 über 47.000 Verletzte bei Straßenverkehrsunfällen in Österreich, die höchste Zahl seit 2017. Die Zahl der Verkehrstoten stieg um 15 % auf 403 Personen, was uns alle zum Nachdenken anregen sollte – sind wir wirklich sicher unterwegs?
Ein Blick auf die Zahlen zeigt, dass die Steiermark im Jahr 2025 fast 5.600 Verkehrsunfälle erlebte. Besonders betroffen scheint der Bezirk Leoben zu sein, wo 204 Unfälle stattfanden, 259 Personen verletzt wurden und tragischerweise ein Todesfall zu beklagen war. Im benachbarten Bezirk Bruck-Mürzzuschlag gab es sogar 349 Unfälle mit 448 verletzten Personen und acht Todesfällen. Hauptunfallursachen? Unachtsamkeit, Ablenkung, nicht angepasste Geschwindigkeit und Vorrangverletzung. Und dass E-Scooter- und E-Bike-Fahrer zunehmend in diese Statistiken einfließen, macht die Lage nicht besser. Die Einführung der Helmpflicht am 1. Mai soll die Unfallschwere minimieren, doch ob das ausreicht, bleibt fraglich.
E-Scooter: Ein wachsendes Problem
Die Entwicklung von E-Scooter-Unfällen in den letzten Jahren ist ebenso besorgniserregend. Allein im Jahr 2024 registrierte die Polizei knapp 12.000 Unfälle mit E-Scootern – das sind 27 Prozent mehr als im Jahr davor. Traurigerweise starben 27 Menschen bei E-Scooter-Unfällen, und alle waren selbst auf einem Roller unterwegs. Der Trend zeigt, dass insbesondere jüngere Fahrer gefährdet sind: Fast 50 Prozent der verunglückten E-Scooter-Fahrer waren unter 25 Jahre alt. Das lässt sich nicht ignorieren und wirft die Frage auf, ob wir die nötige Sensibilität für die Gefahren des Straßenverkehrs haben.
Ein weiterer Punkt: Über 50 Prozent der E-Scooter-Unfälle waren Zusammenstöße mit anderen Verkehrsteilnehmern. Oftmals waren die Autofahrer schuld. In diesen Fällen sind die E-Scooter-Fahrer besonders gefährdet, und das sollte uns allen zu denken geben. Die häufigste Unfallursache ist die falsche Benutzung von Fahrbahnen oder Gehwegen, gefolgt von Fahrten unter Alkoholeinfluss. Auch hier zeigt sich, dass die Verantwortung oft auf mehreren Schultern liegt – nicht nur bei den E-Scooter-Fahrern.
Die Situation in Deutschland
<pWenn wir über die Situation in Österreich sprechen, lohnt sich auch ein Blick über die Grenze nach Deutschland. Dort gab es im Jahr 2024 11.944 E-Scooter-Unfälle mit Personenschaden, ein Anstieg von 26,7 % im Vergleich zu 2023. Auch hier starben 27 Menschen, darunter ebenfalls nur E-Scooter-Fahrer. Die häufigsten Unfallursachen sind ähnlich: Falsche Straßenbenutzung, Fahren unter Alkoholeinfluss und nicht angepasste Geschwindigkeit. Es ist erschreckend, dass in Deutschland 83,9 % der Verunglückten E-Scooter-Fahrer waren. Wer hätte gedacht, dass diese neuen Fortbewegungsmittel so gefährlich sein könnten?
Die Zahlen sind eindeutig. Ob in der Steiermark oder in Deutschland, die Unfallstatistiken zeigen, dass wir als Gesellschaft die Sicherheit im Straßenverkehr ernst nehmen müssen. E-Scooter sind zwar praktisch, aber sie bringen auch eine Verantwortung mit sich. Das Bewusstsein für die eigene Sicherheit und die der anderen Verkehrsteilnehmer muss unbedingt geschärft werden. Vielleicht ist es an der Zeit, die Verkehrsregeln zu überdenken und mehr Aufklärung zu betreiben – damit wir alle sicherer unterwegs sind.