Am Dienstagabend fand in der Bibliothek von Stainz eine spannende „Gesundheitsplauderei“ statt, organisiert von der Gesunden Gemeinde Stainz und geleitet von der engagierten Brigitte Kürschner. Im Mittelpunkt des Vortrags stand die Molekularbiologin Sarah Kremling, die mit ihrer persönlichen Geschichte und ihrem Fachwissen das Publikum fesselte. Kremling, die selbst beeindruckende 25 Kilo abgenommen hat, sprach über das Thema intuitives Abnehmen und die oft unbewussten Auslöser für Süßhunger, die in bestimmten Situationen auftreten.
Wie sie betonte, wissen die meisten Menschen zwar, was gesund und richtig ist, doch sie greifen häufig zu kurzlebigen Lösungen, die nicht nachhaltig sind. Kremling stellte klar, dass jahrelang antrainierte Muster oft zu Frustration führen können und dass viele in eine „jetzt erst recht“-Haltung verfallen. Um diesen Kreislauf zu durchbrechen, empfahl sie, sich an den Essgewohnheiten natürlich schlanker Menschen zu orientieren: Essen nur bei Hunger, das Mahlzeit beenden bei Sättigung und aus Lust essen – eine entspannte Bewegung sollte ebenfalls Teil des Lebens sein.
Die Drei-„i“-Regel und Gedächtnisübung
Ein besonders interessanter Teil des Abends war die Einführung in die Drei-„i“-Regel: Identität, Intuition und Innere Balance. Kremling erklärte, dass es wichtig ist, bereit zu sein, innerlich zur „natürlich schlanken“ Person zu werden. Vertrauen in den eigenen Körper ist dabei ein zentraler Punkt – Intuition ist das Schlüsselwort. Auch die innere Balance, eine bewusste Auseinandersetzung mit den eigenen Essgewohnheiten, spielt eine entscheidende Rolle. Um das Publikum aktiv einzubinden, führte sie eine Gedächtnisübung durch, die den Teilnehmern half, sich der eigenen Essmuster bewusster zu werden.
Ein weiterer wichtiger Aspekt, den Kremling ansprach, war, dass Essen keine Gefühle verschwinden lässt. Wir alle tragen das Potenzial für ein „natürlich schlank & leicht“ in uns, aber das muss neu erlernt werden. Um diesen Prozess zu unterstützen, bot sie eine achtwöchige Live-Begleitung über WhatsApp an, die tägliche Übungen umfasst.
Psychologie und Physiologie des Essverhaltens
Das Thema intuitives Essen hat nicht nur persönliche, sondern auch tiefgreifende psychologische und physiologische Aspekte. Emotionale Faktoren beeinflussen oft unser Essverhalten unbewusst. Viele Menschen essen nicht nur, weil sie Hunger haben, sondern auch aus Langeweile, Stress oder Traurigkeit. Diese emotionalen Zustände können sowohl die Nahrungswahl als auch die Konsummenge stark beeinflussen.
Gewohnheiten prägen unser Essverhalten, entstehen in bestimmten Kontexten und festigen sich über die Zeit. Langfristige Veränderungen erfordern das Erkennen und bewusste Verändern dieser automatisierten Muster. Physiologische Signale wie Hunger und Sättigung, gesteuert durch Hormone wie Ghrelin und Leptin, sind entscheidend für unser Essverhalten. Ein zentraler Punkt ist es, den Nährstoffbedarf des Körpers zu berücksichtigen, was für eine ausgewogene Ernährung von großer Bedeutung ist. Die Integration gesunder Lebensmittel wie Obst, Gemüse und Vollkornprodukte sollte in den Alltag Einzug halten, während verarbeitete Lebensmittel, Zucker und Transfette reduziert werden sollten.
Achtsames Essen kann dabei helfen, übermäßiges Essen zu vermeiden und das bewusste Genießen zu fördern. Regelmäßige Essenszeiten unterstützen einen gesunden Rhythmus und helfen, impulsives Essen zu verhindern. Soziale Unterstützung von Familie und Freunden kann die eigene Motivation steigern, und Selbstmotivationstechniken wie Erfolgstagebücher können helfen, den eigenen Fortschritt sichtbar zu machen. Rückschläge sind normal – sie sollten als Lernchancen betrachtet werden, denn Geduld und Durchhaltevermögen sind der Schlüssel zu dauerhaften Veränderungen im Essverhalten.
Am Ende des Abends blieb viel Raum für Reflexion und Fragen, und so mancher Teilnehmer ging mit neuen Ideen und einer positiven Einstellung nach Hause, bereit, den eigenen Weg zur intuitiven Ernährung zu finden.
Für weitere Informationen zu den psychologischen und physiologischen Aspekten des Essverhaltens, siehe hier.