In der beschaulichen Region Deutschlandsberg hat die Mobile Jugendarbeit Leibnitz, auch bekannt als Moja, seit Mai 2025 ihre Türen geöffnet. Dieses dreijährige Pilotprojekt, getragen von SOS-Kinderdorf und Input GmbH, wird vom Land Steiermark finanziert, insbesondere durch die Fachabteilung 6 und den Gesundheitsfonds Steiermark. Projektleiter Stefan Widakovich hebt hervor, dass viele Jugendliche oft nicht die klassische Hilfe suchen, die man erwarten würde. Stattdessen sind es eher alltägliche Themen, die sie beschäftigen: Freundschaften, Identitätsfindung und familiäre Probleme stehen im Fokus.

Bis heute hat Moja bereits knapp 7000 Kontakte und Gespräche mit Jugendlichen in der Region geführt. Diese Zahl spricht für sich – es gibt offensichtlich einen riesigen Bedarf an Anlaufstellen, wo Jugendliche offen über ihre Sorgen reden können. Sieben Teilzeitkräfte arbeiten in Zweierteams im Bezirk, um den Jugendlichen eine niederschwellige Anlaufstelle zu bieten. Und das Angebot ist vielfältig: von Spiele-Nachmittagen über Lagerfeuer bis hin zu Eislaufen und Kanufahren. Es gibt Alternativen zum digitalen Raum, die den Jugendlichen helfen, sich in der realen Welt zu vernetzen und ihre sozialen Fähigkeiten zu stärken.

Die Herausforderungen der digitalen Welt

Die Themen, die Jugendliche heutzutage bewegen, sind oft stark von der digitalen Welt geprägt. In einer Zeit, in der soziale Medien wie Instagram und Snapchat allgegenwärtig sind, berichten Fachkräfte wie Anna-Lena Grabler von dem Druck, der durch ständiges Filmen und Vergleichen entsteht. Viele Jugendliche sehen sich mit fragwürdigen Rollenbildern und Gewaltverherrlichung konfrontiert, die in den sozialen Medien verbreitet werden. Die Moja hat diese Problematik erkannt und versucht, den Jugendlichen zu helfen, einen gesunden Umgang mit diesen Plattformen zu entwickeln.

Interessanterweise spielt die Identitätsentwicklung eine zentrale Rolle im Heranwachsen. Erfahrungen, soziale Interaktionen und Gruppenzugehörigkeit formen das Selbstbild – und das hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Früher war die Familie, die Schule und direkte soziale Kontakte entscheidend. Heute rücken digitale Medien immer mehr in den Vordergrund. Plattformen wie TikTok und Instagram bieten Jugendlichen neue Möglichkeiten für Selbstausdruck, gleichzeitig können sie jedoch auch zu Selbstzweifeln führen, wenn ständig Vergleiche mit anderen angestellt werden. Soziale Netzwerke bieten Orientierung für die persönliche und soziale Identität, fördern soziale Bindungen und helfen, Einsamkeit zu reduzieren.

Die Zukunft von Moja und die Rolle der Medien

Trotz des Erfolgs von Moja bleibt die Zukunft des Projekts ungewiss. Widakovich hofft auf einen unbefristeten Vertrag, nachdem das Pilotprojekt Ende 2027 ausläuft. Eine Ausweitung des Modells auf ganz Steiermark wäre wünschenswert, denn die Herausforderungen, die Jugendliche im digitalen Zeitalter bewältigen müssen, sind nicht auf einen Bezirk beschränkt.

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Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: 94% der 12- bis 13-Jährigen besitzen ein Smartphone, und 95% der 14- bis 15-Jährigen nutzen das Internet täglich. Plattformen wie Instagram und TikTok sind nicht nur beliebt – sie sind ein fester Bestandteil des Lebens vieler Jugendlicher. Doch diese digitale Welt birgt auch Risiken. Cybermobbing kann das Selbstwertgefühl beeinträchtigen, und der Druck durch Likes und Kommentare setzt viele unter Stress.

Eltern und Pädagogen sind gefordert, einen bewussten Umgang mit digitalen Medien zu fördern. Die Entwicklung von Medienkompetenz ist unerlässlich, damit Jugendliche lernen, Gruppennormen und Druck zu bewältigen. Schulen sollten nicht nur restriktiv mit dem Internet umgehen, sondern als Bildungsorte agieren, die Jugendlichen helfen, eine gesunde digitale Identität zu entwickeln.

Die Mobile Jugendarbeit in Leibnitz ist ein Schritt in die richtige Richtung. Sie bietet einen Raum, in dem Jugendliche nicht nur über ihre Probleme sprechen können, sondern auch die Möglichkeit haben, die Herausforderungen des digitalen Zeitalters gemeinsam zu meistern. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich Moja entwickeln wird und welche neuen Wege in der Jugendarbeit beschritten werden können.