Am 3. Juli 2024 war es wieder so weit: Der Tierschutzpreis des Landes Steiermark zeichnete vorbildliche Betriebe für ihr Engagement im Bereich Tierwohl aus. Für die Steirerinnen und Steirer ist Tierwohl in der Nutztierhaltung ein wichtiges Anliegen. In der festlichen Preisverleihung, die in Anwesenheit von Tierschutzlandesrat Hannes Amesbauer und Landesrätin Simone Schmiedtbauer stattfand, wurde deutlich, wie eng Tierwohl und wirtschaftlicher Erfolg in der Landwirtschaft miteinander verbunden sind. Vier Betriebe konnten sich über die Auszeichnung freuen und erhielten jeweils 1.500 Euro Preisgeld, während der Betrieb mit dem schönsten Tierfoto einen 300 Euro Gutschein vom Lagerhaus gewann. Die Gewinner wurden von einer sechsköpfigen Expertenjury aus zehn Einreichungen ausgewählt.

Die ausgezeichneten Betriebe sind wahre Vorzeigemodelle: Barbara Harling aus Groß St. Florian hat einen Anbindestall in einen modernen Laufstall umgebaut, was die Milchleistung ihrer Kühe von 7.500 auf 9.300 Kilogramm pro Jahr steigern konnte. Peter Smolana aus Deutschlandsberg baute einen Kaltstall für 44 Rinder, ausgestattet mit moderner Entmistungstechnik und einer Photovoltaikanlage. Christof Großegger aus Weißkirchen setzte auf den Umbau eines Anbindestalls zu einem Laufstall für Schafe, wobei er besonderen Wert auf Tierwohl und biologische Landwirtschaft legte. Helmut Jandl aus Spielberg schließlich überzeugte mit seinem neu errichteten Schweinestall, der klare Fress-, Liege- und Ausscheidungsbereiche aufweist und durch ein optimiertes Licht- und Lüftungskonzept besticht. Das schönste Tierfoto wurde von Stefanie und Florian Reinbacher aus Edelschrott eingereicht.

Tierwohl im Fokus

Was genau bedeutet eigentlich „Tierwohl“? Nun, der Begriff beschreibt den Zustand von Tieren in Bezug auf Gesundheit und Wohlbefinden. Allerdings gibt es keine einheitliche Definition oder rechtlichen Schutz für diesen Begriff, was nicht nur in Österreich, sondern auch in Deutschland ein heißes Eisen ist. Kritiker, einschließlich Verbraucher- und Tierschutzverbände, bemängeln die unklare Verwendung von „Tierwohl“. In der intensiven Nutztierhaltung wird zunehmend ein Umdenken gefordert, auch von wissenschaftlicher Seite. Ein Gutachten aus dem Jahr 2015 fordert grundlegende Reformen hinsichtlich der Haltungsbedingungen in Deutschland. In diesem Kontext wird das Thema Tierschutz auch im Grundgesetz verankert und durch Gesetze wie das Tierschutzgesetz und die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung geregelt.

Ein weiteres spannendes Projekt ist das „Nationales Tierwohl-Monitoring“ (NaTiMon), das darauf abzielt, Tierwohl flächendeckend messbar zu machen. Allerdings wurde der Ansatz von der Bundesregierung nicht weiterverfolgt, was viele Landwirte und Tierhalter frustriert. Denn Investitionen zur Verbesserung der Haltungsbedingungen erfordern Planungssicherheit. Die gesellschaftlichen Erwartungen an die Tierhaltung ändern sich rasch, und das bringt zusätzliche Herausforderungen mit sich. Viele Betriebe wünschen sich mehr Verbindlichkeit in Bezug auf Tierwohl und Tierschutz, um ihre Maßnahmen auch langfristig umsetzen zu können.

Gesetzliche Rahmenbedingungen

In Deutschland, wo Tierschutz ebenfalls im Grundgesetz verankert ist, gibt es klare gesetzliche Vorgaben, die jedoch oft nur als Basisstandard gelten. Darüber hinausgehende Anforderungen sind in der Regel freiwillig. Die Veterinärverwaltung sorgt für die Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern, während der Tierschutzbericht 2023 kürzlich von der Bundesregierung beschlossen wurde. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Rahmenbedingungen entwickeln und ob die gesellschaftlichen Ansprüche an das Tierwohl in den kommenden Jahren weiter steigen werden.

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Die Verleihung des Tierschutzpreises ist also nicht nur ein schöner Anlass, um die hervorragende Arbeit von Landwirten zu würdigen, sondern auch ein klarer Hinweis auf die Wichtigkeit des Themas Tierwohl, das in der Gesellschaft immer mehr Beachtung findet. Es bleibt spannend zu sehen, wie sich die Landwirtschaft und der Umgang mit Tieren in Zukunft entwickeln werden. Die ausgezeichneten Betriebe zeigen jedenfalls, dass es möglich ist, Tierwohl und wirtschaftlichen Erfolg unter einen Hut zu bringen – und das ist doch schon mal ein guter Anfang!

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