Heute ist der 2. Mai 2026 und die Luft am Bahnhof in Stainz ist erfüllt von Aufregung und Vorfreude. Der Flascherlzug, ein historisches Schmuckstück der Region, erlebte heute seine Wiedereröffnung nach einer unsicheren Zukunft. Im Herbst hatte der Stainzer Gemeinderat die Einstellung des beliebten Zuges beschlossen, doch zum Glück haben die Freunde der Stainzer Bahn unter Obmann Franz Zettl das Heft in die Hand genommen und den Betrieb fortgeführt. Das war ein mutiger Schritt, denn der Flascherlzug hat eine lange, bewegte Geschichte, die bis in die 1920er-Jahre zurückreicht, als er nach dem Wunderdoktor Johann Reinbacher benannt wurde.
Der Festakt zur Eröffnung der neuen Saison war ein wahres Fest für die Sinne. Der Bahnhofplatz war festlich geschmückt, und die Marktmusikkapelle Stainz marschierte mit Klängen von „O du mein Österreich“ ein. Zahlreiche Gäste, darunter Politiker und Gemeinderatsmitglieder, hatten sich versammelt, um diesen besonderen Tag zu feiern. Bürgermeister Karl Bohnstingl erinnerte in seiner Ansprache an die negative Stimmung, die bei der Entscheidung zur Einstellung des Flascherlzugs herrschte. Es war ein bewegender Moment, der die Bedeutung dieses Kulturguts deutlich machte.
Ein Tag voller Höhepunkte
Besonders beeindruckend war der Besuch von Landeshauptmann Mario Kunasek, der nicht nur einen Scheck über 11.600 Euro als Unterstützung überreichte, sondern auch die Feier mit seiner Anwesenheit bereicherte. Die Gäste konnten im Fanshop regionale Produkte erwerben, während die Feldbahn zu Rundfahrten einlud. Ein wahrer Genuss für alle, die die Schönheit der Region erkunden wollten. Und nicht zu vergessen: der Versorgungswaggon „Schilcherschaukel“ war gut gefüllt – hier gab es sicher viele Leckereien zu kosten.
Die Dampflok, Baujahr 1953, wurde von Markus Mandl, Andreas Cernoga und Laurenz Strohmaier gefahren, während Helmut Poglitsch die Diesellok von 1967 steuerte, die zur Reduzierung der Brandgefahr durch Funkenbildung eingesetzt wird. Ein Sicherheitsaspekt, der in diesen Tagen nicht zu unterschätzen ist. Die musikalische Begleitung im Zug übernahmen Johann Fabian und Johann Krammer, die für die passende Stimmung sorgten.
Ein bedeutendes Kulturgut
Der Flascherlzug ist mehr als nur ein Fortbewegungsmittel; er ist ein Teil der regionalen Identität. Zweiter Landtagspräsident Werner Amon sprach von der Bedeutung des Flascherlzugs als Kulturgut, und das kann man nur unterschreiben. Die Geschichte der Eisenbahn ist nicht nur Teil der Technikgeschichte, sondern auch ein faszinierendes Kapitel der Kulturgeschichte. Eisenbahnmuseen und Museumsbahnen weltweit bewahren historische Schienenfahrzeuge und zeigen, wie der Schienenverkehr und seine technologischen Entwicklungen unsere Gesellschaft geprägt haben.
In vielen Ländern, darunter auch Österreich, gibt es zahlreiche Eisenbahnmuseen, die den Charme und die Geschichte der Eisenbahn lebendig halten. Diese Museen sind oft in historischen Bahnanlagen untergebracht und bieten Einblicke in die Infrastruktur und das Transportwesen, die eine zentrale Rolle in der industriellen Revolution spielten. Der Flascherlzug ist ein kleines, aber feines Stück dieser großen Geschichte, das es zu bewahren gilt.
Die Feier in Stainz endete schließlich mit der Landeshymne, ein würdiger Abschluss für einen Tag voller Emotionen und Wiedergeburt. Der Flascherlzug hat die Herzen vieler Menschen erobert, und man kann nur hoffen, dass er auch in Zukunft durch die wunderschöne Landschaft rollt und Generationen von Fahrgästen begeistert.