Heute ist der 6.05.2026 und in Deutschlandsberg hat sich etwas ganz Besonderes ereignet. Das BG/BORG Deutschlandsberg hat einen Workshop ausgerichtet, bei dem Gäste aus Bolivien ihre Erfahrungen im Kampf gegen Umweltzerstörung mit Schülerinnen und Schülern geteilt haben. Es waren die beiden engagierten Referentinnen Lenny Espinoza und Águeda Colque, die den jungen Menschen eindrucksvoll vor Augen führten, wie gravierend die Situation in ihrem Heimatland ist.

Die beiden Bolivianerinnen berichteten von dem Widerstand, den sie gegen die Umweltverschmutzung des Rio Pilcomayo leisten. Dieser Fluss, der für die Ernährung, Kultur und Identität der dort lebenden Menschen von zentraler Bedeutung ist, leidet unter den Folgen von Bergbau, Landwirtschaft und der Klimakrise. Die Schülerinnen und Schüler wurden dabei zum Nachdenken angeregt: Was würden sie tun, wenn der Fluss, der ihr Leben so stark prägt, plötzlich nicht mehr existiert? Ein Thema, das die Jugendlichen sichtlich berührte.

Einblicke in den Widerstand

Die Problematik, die die Bolivianerinnen ansprachen, ist nicht nur lokal, sondern eng mit globalen Produktions- und Konsummustern verbunden. Indigene Frauen in Bolivien sind unter erschwerten Bedingungen aktiv, gründen Kollektive und setzen sich für nachhaltige Einkommensmöglichkeiten sowie den Zugang zu sauberem Wasser ein. Dabei kämpfen sie nicht nur für ihre eigenen Rechte, sondern auch für die kulturelle Anerkennung ihrer Gemeinschaften sowie eine lebenswerte Zukunft.

Die Bolivianerinnen waren sichtlich beeindruckt von der Motivation der Schülerinnen und Schüler. Eine Schülerin brachte es auf den Punkt: Ein gutes Leben bedeutet für sie, von allem genug zu haben, aber nicht im Überfluss zu leben. Diese bescheidene Sichtweise spiegelt einen Respekt für die Natur wider, der in vielen Kulturen oft verloren geht. Die Gäste erklärten, dass sie in Österreich in den Dialog treten möchten, um die Menschen zum Handeln zu bewegen. Und so endete der Workshop mit einem positiven Ausblick auf die Zukunft.

Globale Zusammenhänge

Doch die Situation in Bolivien ist ernst. Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) äußert Besorgnis über die dortige Menschenrechtslage. Jan Königshausen, Referent für Indigene Völker, fordert die bolivianische Regierung dazu auf, internationale Menschenrechts- und Umweltstandards einzuhalten. Themen wie der Schutz indigener Rechte und die Regulierung extraktivistischer Tätigkeiten sind dringend notwendig.

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Im Vorfeld der UN-Menschenrechtsrats-Sitzung im Januar 2025 haben 300 bolivianische Organisationen alarmierende Berichte in Genf vorgelegt. Diese Berichte thematisieren nicht nur die zunehmende Gewalt gegen Aktivisten, sondern auch gesundheitliche Schäden durch den Einsatz von Quecksilber, insbesondere bei indigenen Frauen. Die Initiative wurde von der „Comunidad de Derechos Humanos“ getragen, und es wird klar, dass die Probleme tief verwurzelt sind.

Die GfbV appelliert an die bolivianische Regierung, die Verfassung und internationale Verpflichtungen zu achten. Es ist ein Aufruf, gegen Umweltzerstörung und Gewalt aktiv zu werden. Königshausen fordert auch von Deutschland, in der bilateralen Zusammenarbeit konsequente Maßnahmen zur Stärkung der Rechtsstaatlichkeit in Bolivien zu ergreifen. Das zeigt, wie wichtig es ist, dass wir über die Grenzen hinweg zusammenarbeiten und uns für die Rechte der Menschen einsetzen.

Der Workshop in Deutschlandsberg war nicht nur eine einmalige Veranstaltung, sondern bietet einen Ausblick auf eine notwendige Diskussion über Umweltschutz und Menschenrechte, die nicht nur in Bolivien, sondern weltweit geführt werden muss. Denn letztendlich betrifft uns alle die Zerstörung unserer Erde.