In Graz, einer Stadt, die für ihre kulturelle Vielfalt und Kreativität bekannt ist, gibt es derzeit Aufregung um das Festival „Graz erzählt“. Die Intendantin des Festivals, Tessa Erker-Tegetthoff, hat ein ernstes Problem: Eine schwere Holzbank, die als Kunstwerk Teil des Festivals war, ist verschwunden. Diese Bank, die mit tierischen Motiven verziert ist, war nicht nur ein Kunstobjekt, sondern auch Teil der Installation „Graz träumt“. Wie es aussieht, hat sie ihren Standort nicht mehr angetroffen, und die Verantwortlichen sind sich über ihren Verbleib im Unklaren. Erker-Tegetthoff hat bereits die Polizei eingeschaltet und plant, Anzeige zu erstatten, um das Rätsel zu lösen. Das Festival, das 1989 von ihrem Vater Folke Tegetthoff gegründet wurde, steht nun vor einer großen Herausforderung. Dies wird die 39. und zugleich letzte Ausgabe des „Austrian Storytelling Festival“ sein, was die Situation noch tragischer erscheinen lässt. Der Grund? Mangelnde Wertschätzung für die Erzählkunst in der Region.

Die Veranstaltung findet vom 21. bis 25. Mai 2026 in der Steiermark statt und wird mit einem „Best of“ der letzten 30 Jahre aufwarten. Tessa Erker-Tegetthoff, die das Festival vor fünf Jahren übernommen hat, sieht sich gezwungen, die Veranstaltung aufgrund von drastischen Förderkürzungen abzuwickeln. Diese Kürzungen haben nicht nur die Finanzierung des Festivals stark beeinträchtigt, sondern auch dazu geführt, dass alle weiteren Standorte außerhalb von Graz weggefallen sind. „Es war ein emotionaler und rationaler Schritt“, beschreibt sie den Entschluss, das Festival zu beenden. Sie möchte das Festival in guter Form abschließen, was verständlich ist, wenn man bedenkt, dass „Graz erzählt“ hunderte Erzähler und Künstler nach Graz gebracht hat und die Erzählkunst hier populär gemacht hat.

Ein Abschied von der Erzählkunst

Die letzte Ausgabe wird eine Vielzahl von Künstlern zusammenbringen – 24 aus acht Nationen werden erwartet. Ein zentrales Element wird die „Lange Nacht der Geschichten“ im Schauspielhaus Graz sein, ein Event, das die Besucher in eine Welt voller Geschichten eintauchen lässt. Auch ein Familienfest in Thal mit freiem Eintritt ist geplant, und nicht zu vergessen: eine Schlössertour mit Besuchen von zwei Schlössern in der Region Graz! Es scheint, als wolle man den Abschied gebührend feiern, auch wenn die Umstände alles andere als erfreulich sind.

Die Bedeutung von Kunst und Kultur kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Sie sind nicht nur ein Ausdruck menschlicher Kreativität, sondern auch ein wichtiger Bestandteil unserer Gesellschaft. Kulturelle Teilhabe steigert die Lebensqualität, schafft Zusammenhalt und fördert den Austausch von Gedanken und Meinungen. Gerade in Zeiten, in denen die Kulturbranche vor Herausforderungen steht, ist es wichtig, eine vielfältige und reichhaltige Kulturlandschaft zu erhalten und weiterzuentwickeln. Tessa Erker-Tegetthoff hat diesen Verlust auf eine sehr persönliche Weise erlebt. „Dem Festival gehen weder die Geschichten noch das Publikum aus“, sagt sie, während sie gleichzeitig die Veränderungen der Rahmenbedingungen betont. Die Sehnsucht nach einfacher Kunst und tiefgehenden Erzählungen bleibt bei den Menschen bestehen.

Das Schicksal der verschwundenen Bank wirft einen Schatten auf die letzten Tage des Festivals, und es bleibt abzuwarten, ob sie noch gefunden wird. Wie auch immer es ausgeht, „Graz erzählt“ wird in Erinnerung bleiben, als ein Ort, wo Geschichten lebendig wurden. Auch wenn der Vorhang bald fällt, wird die Erzählkunst in Graz hoffentlich nicht in Vergessenheit geraten.

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