Das Thema Baurestmassendeponie in Premstätten hat in der Region Graz-Umgebung für einiges Aufsehen gesorgt. Nun gibt es Neuigkeiten: Strabag hat am Mittwoch offiziell bestätigt, dass die geplante Deponie nicht weiterverfolgt wird. Diese Entscheidung wird von den Projektgegnern als großer Erfolg gefeiert. Schließlich wurde bereits im Oktober 2025 die öffentliche UVP-Verhandlung nach nur zwei Tagen abgebrochen, was viele als Vorzeichen für den Rückzug des Projekts deuteten.

Die Deponie sollte auf dem Areal einer ehemaligen Lehmgrube des Ziegelwerks in Premstätten über 20 Jahre hinweg Bauschutt, Betonabbruch und Bodenaushub lagern. Doch Strabag betont, dass die Notwendigkeit für eine solche Anlage weiterhin besteht. Im Großraum Graz wird in den kommenden 15 Jahren mit einem Bevölkerungswachstum von 5 bis über 10 Prozent gerechnet. Das bedeutet, dass zusätzlich Wohnraum für 15.000 bis 30.000 Menschen geschaffen werden muss, was einen enormen Druck auf die bestehende Infrastruktur ausübt.

Gemeinde und Bürgerinitiativen im Dialog

Bürgermeister Matthias Pokorn hebt hervor, dass die Gemeinde von Anfang an auf die Risiken des Projekts hingewiesen hat. Die Haltung der Gemeinde war klar, und diese Entscheidung wird als Ergebnis jahrelanger, überparteilicher und fachlich abgesicherter Arbeit angesehen. Unterstützung gab es dabei von den Bürgerinitiativen „DepoNie und Nimmer“ sowie „Pro Premstätten“. Diese Gruppen haben maßgeblich dazu beigetragen, die Bedenken der Anwohner in den Vordergrund zu rücken.

Interessanterweise plant Strabag nun, das Projekt an die aktuellen rechtlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen anzupassen. Eine mögliche kleinere Dimensionierung, die nicht mehr UVP-pflichtig wäre, wird ebenfalls geprüft. Ein enger Austausch mit der Gemeinde Premstätten steht dabei im Vordergrund, um alternative Nutzungen für das Areal zu evaluieren. Die Zukunft des Standorts bleibt also offen, und es wird Wert auf eine sorgfältige Prüfung konkreter Vorhaben gelegt.

Bürger:innenbeteiligung in Graz

Im Zusammenhang mit den Bürgerinitiativen ist es auch spannend zu erwähnen, dass es auf der Homepage der Stadt Graz eine Möglichkeit zur Eintragung in eine Liste der Bürger:inneninitiativen gibt. Bürger:innen können sich dort mit ihren Kontaktdaten vorstellen und ihre Anliegen selbst gestalten. Das Ziel dieser Liste ist es, Informationen über bestehende Initiativen bereitzustellen und die Vernetzung unter den Bürger:innen zu fördern. Das Referat für Bürger:innenbeteiligung unterstützt den Dialog zwischen den Bürger:innen, der Verwaltung und der Politik.

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Für alle Interessierten gibt es Kontaktinformationen, um sich aktiv einzubringen: Telefon: +43 316 872-3532, Fax: +43 316 872-3539, E-Mail: buergerinnenbeteiligung@stadt.graz.at. Barbara Bretterklieber ist eine wichtige Ansprechpartnerin in diesem Kontext. Es bleibt also spannend, wie sich die Situation rund um die Baurestmassendeponie weiter entwickeln wird und wie die Bürger:innen in Graz aktiv an der Gestaltung ihrer Umgebung mitwirken können.