Du bist nicht allein: Graz startet Kampagne zur seelischen Gesundheit
Heute ist der 7.07.2026. In Graz tut sich was – und zwar in einem Bereich, der uns alle angeht: der seelischen Gesundheit. Angesichts der steigenden psychischen Belastungen, besonders in heißen Sommermonaten, hat das Gesundheitsamt der Stadt Graz einen Folder mit dem Titel „Du bist nicht allein“ herausgebracht. Dieser Folder bietet nicht nur wertvolle Informationen zur seelischen Gesundheit, sondern auch alltagstaugliche Tipps zur Selbstfürsorge. Ein QR-Code im Folder verweist auf den digitalen Stadtplan Seelische Gesundheit, der über 80 Anlaufstellen in Graz aufzeigt. Dort finden Menschen Beratung, psychosoziale Unterstützung und spezielle Angebote, die auf unterschiedliche Lebenslagen zugeschnitten sind.
Gesundheitsstadtrat Robert Krotzer (KPÖ) hat betont, dass psychische Belastungen jeden treffen können – egal ob jung oder alt, reich oder arm. Die Kampagne „Du bist nicht allein“ soll Mut machen, Hilfe zu suchen und verdeutlichen, dass niemand in seiner Not allein bleibt. Es ist ein wichtiges Signal in einer Zeit, in der viele Menschen unter Druck stehen und Unterstützung benötigen.
Aktuelle Zahlen zur psychischen Gesundheit
Die Thematik der seelischen Gesundheit wird nicht nur in Graz, sondern auch im größeren Kontext immer relevanter. Laut aktuellen Daten des RKI (Robert Koch-Institut) aus dem Jahr 2024 leiden 22 % der Erwachsenen in Deutschland an depressiven Symptomen, während 14 % mit Angstsymptomen kämpfen. Diese Zahlen sind alarmierend und zeigen, dass wir in unserer Gesellschaft dringend über psychische Gesundheit sprechen müssen. Besonders auffällig ist der Anstieg zwischen 2020 und 2023, der alle Alters- und Geschlechtsgruppen betrifft. Hierbei sind es vor allem Männer, die schwerere depressive Symptome aufweisen.
In einer Untersuchung zwischen 2019 und 2024 wurde auch eine Zunahme sozialer Ungleichheit bei depressiven Symptomen festgestellt. Menschen mit niedrigerem Bildungs- und Einkommensniveau sind stärker betroffen. Ganz besonders erschreckend ist die Tatsache, dass 42,6 % der 16- bis 25-Jährigen, die Hilfe benötigen, diese nicht suchen – oft aus internalen Barrieren heraus. Das zeigt, wie wichtig es ist, dass wir sowohl in Graz als auch darüber hinaus das Bewusstsein für seelische Gesundheit fördern und den Zugang zu Hilfsangeboten erleichtern.
Hilfe und Unterstützung
Die zahlreichen Anlaufstellen in Graz sind ein erster Schritt in die richtige Richtung. Die Kampagne „Du bist nicht allein“ und der Folder des Gesundheitsamtes bieten eine wertvolle Informationsquelle. Die Menschen müssen wissen, wo sie Hilfe finden können, wenn sie sie benötigen. Mit über 80 Anlaufstellen im digitalen Stadtplan Seelische Gesundheit gibt es eine umfassende Unterstützung für alle Lebenslagen. Dabei ist es wichtig zu betonen, dass psychische Belastungen, wie Krotzer sagt, keine Schande sind. Vielmehr sollte es ein Zeichen von Stärke sein, Hilfe zu suchen.
Diese Entwicklungen sind Teil eines größeren Trends, der in den kommenden Jahren mehr in den Fokus rücken wird. Das RKI plant weitere Projekte zur psychischen Gesundheit, um noch mehr Daten zu sammeln und die Hilfsangebote zu verbessern. Denn eines ist klar: Seelische Gesundheit betrifft uns alle, und es ist an der Zeit, dass wir offen darüber sprechen.
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