In Graz wird Geschichte lebendig! Die Stadt hat ein spannendes Projekt ins Leben gerufen, das die Straßen und ihre Namensgeber:innen ins digitale Zeitalter überführt. Durch eine neue digitale Kartendarstellung können alle Straßennamen im Stadtplan angeklickt werden, um sofortige Informationen zu den Personen hinter diesen Namen abzurufen. Elke Achleitner, die Abteilungsleiterin vom Stadtvermessungsamt, hebt hervor, wie einfach und schnell Grazer:innen so Zugang zu diesen Informationen erhalten können. Es ist ein bisschen wie ein Geschichtstrip durch die Stadt – nur in digitaler Form!

Die Stadt Graz verfolgt einen klaren Ansatz im Umgang mit historisch belasteten Straßennamen. Transparenz, Kontextualisierung und, wenn nötig, Umbenennungen stehen im Fokus. Ein besonders spannendes Detail ist, dass weniger als 10% der Straßen nach Frauen benannt sind. Vizebürgermeisterin Judith Schwentner hat sich dafür ausgesprochen, dass einige der bestehenden Namen nicht mehr würdig sind, und kündigte an, dass Umbenennungen schrittweise erfolgen werden.

Umbenennungen und ihre Hintergründe

Bereits einige Umbenennungen wurden umgesetzt oder beschlossen. So wird die Dr.-Muck-Anlage zum Ella-Flesch-Platz, die Kernstockgasse zur Maria-Stromberger-Gasse, und die Max-Mell-Allee zur Aigner-Rollett-Allee. Auch die Dr.-Hans-Kloepfer-Straße wird bald zur Julia-Pongracic-Straße umbenannt. Interessant ist auch die Dr.-Karl-Lueger-Straße, die künftig den Namen Maria-Matzner-Straße tragen wird. Und nicht zu vergessen: Der Hermann-Gmeiner-Weg wird ab Juni 2026 als Rosa-Wartinger-Weg bekannt sein. Diese Umbenennungen sind Teil eines umfassenden Grazer Wissensprojekts, das auch die Veröffentlichung eines Endberichts umfasst.

Am 6. Mai 2026 wird die Stadt Graz die vollständige Langfassung des Endberichts der Expert:innenkommission für Straßennamen vorstellen. Mit über 1500 Seiten wird das Dokument alle nach Personen benannten Verkehrsflächen in Graz behandeln. Das Forschungsprojekt wurde vom Ludwig Boltzmann Institut für Kriegsfolgenforschung und der Universität Graz unterstützt. Insgesamt wurden 738 personenbezogene Straßennamen wissenschaftlich aufgearbeitet, und es werden problematische Namen identifiziert, die oft mit dem Nationalsozialismus, Antisemitismus oder demokratiefeindlichen Haltungen in Verbindung stehen.

Zusatztafeln und historische Kontexte

Ein wichtiger Aspekt des Projekts sind die neu eingeführten Zusatztafeln, die im gesamten Stadtgebiet angebracht wurden. Diese Tafeln bieten historische Hintergründe zu den Straßennamen und beleuchten die Vita der Namensgeber:innen sowie deren mögliche Belastungen. Die Grazer Straßennamenkommission, unter dem Vorsitz von Stefan Karner, hat alle Straßennamen überprüft und trägt so zur Aufklärung und Bewusstseinsbildung bei. „Straßennamen sollen die Geschichte der Stadt sichtbar machen“, betont Schwentner.

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Der niederschwellige Zugang zu diesen historischen Informationen wird von Elke Achleitner besonders hervorgehoben. Es ist ein Projekt, das nicht nur die aktuellen Grazer:innen betrifft, sondern auch kommende Generationen ansprechen soll. Es ist wichtig, dass wir die Geschichte im Alltag sichtbar und verständlich machen. Und das zeigt sich auch in der aufregenden neuen digitalen Kartendarstellung, die den Zugang zu diesen Informationen revolutioniert.

Insgesamt ist die Initiative nicht nur ein Schritt zur Aufarbeitung der Stadtgeschichte, sondern auch ein bedeutender Beitrag zur Sichtbarkeit von Frauen im öffentlichen Raum. Wie wird Graz in ein paar Jahren aussehen? Man darf gespannt sein!