Im Grazer Westen hat sich die Smart City zu einem kreativen Hotspot entwickelt. Hier sprießen die Graffiti und Street-Art-Werke nur so aus dem Boden. Die Wände, die einst grau und trist waren, sind heute mit bunten Farben und fantastischen Motiven geschmückt. Ruth Nezmahen von „Discover Graz“ führt regelmäßig Entdeckungsreisen durch die Stadt, bei denen die Teilnehmer in die Welt der Street-Art eintauchen können. Diese Entdeckungsreisen sind nicht nur eine Augenweide, sondern auch eine Möglichkeit, die kreative Seele von Graz zu erleben. Wer mehr darüber erfahren möchte, findet spannende Informationen auf der Website der Kleinen Zeitung.
Ein ganz besonderes Highlight sind die sogenannten „Free Tours“, die von Ruth und ihrem Team angeboten werden. Diese Gruppenführungen finden an festgelegten Terminen statt, und jeder, der mindestens zehn Teilnehmer mitbringt, kann teilnehmen. Das Besondere: Jeder kann selbst entscheiden, wie viel er für die Tour bezahlen möchte! Am Ende der Tour wird dann ein angemessenes Trinkgeld erbeten, falls man mit dem Erlebnis zufrieden ist. Es ist eine tolle Möglichkeit, die Stadt aus einer anderen Perspektive zu entdecken und gleichzeitig kreativ zu sein.
Vielfalt der Touren
Nicht nur die Free Tours sind ein Renner. Es gibt auch „Young Tours“, die anpassbare thematische Führungen sind. Hier können Teilnehmer ihre Wünsche äußern, was Datum, Uhrzeit und Treffpunkt betrifft. Diese Touren sind kostenpflichtig, bieten dafür aber den Vorteil, dass sie ganz individuell gestaltet werden können. Wer also etwas ganz Spezielles im Kopf hat, kann seine Ideen einbringen und die Tour nach seinen Vorstellungen gestalten.
Die Street-Art-Szene in Graz ist in den letzten Jahren regelrecht explodiert. Bis etwa 2008 war Street Art in der Stadt eher rar gesät und beschränkte sich meist auf illegale Graffiti und vereinzelte Stencils. Der Wendepunkt kam mit dem Mural „Yoga John“ der Gruppe Permanent Unit, das 2008 am Lendplatz entstand. Dieses Werk wurde zum Fixpunkt auf der Urban-Art-Landkarte von Graz. Permanent Unit, gegründet im Jahr 2005, gilt als eine der ersten urban orientierten Kunstgruppen der Stadt. Seitdem hat sich viel getan: 2010 wurde das „Taggerwerk“ in der Wielandgasse eröffnet, ein Kulturzentrum für urbane Kunst. Hier finden nicht nur Ausstellungen, sondern auch Workshops und Veranstaltungen statt.
Ein bunter Spaziergang durch Graz
Ein Besuch im Lendviertel und am Kalvariengürtel ist ein absolutes Muss. Diese Bereiche sind echte Kernzonen der Grazer Street Art und warten mit zahlreichen Murals auf. Besonders bekannt ist das Werk „Die Hansis“ von Carola und Sabrina Deutsch, das 2017 am Kalvariengürtel 67 zu finden ist. Aber auch an anderen Orten, wie der Mariahilferstraße, am Annenhofgürtel und entlang der Griesgasse, gibt es viel zu entdecken. Sogar im Augartenpark und Augartenbad sind urbane Arbeiten zu finden, oft in Kooperation mit der Stadt. Im Griesplatz und Gries-Viertel gibt es experimentellere Arbeiten, die seit 2018 entstanden sind. Wenn man durch Graz schlendert, merkt man schnell: Die Stadt hat sich zur kreativen Spielwiese entwickelt.
Die Street-Art-Kultur ist mittlerweile ein offizieller Bestandteil der Grazer Kulturpolitik. Aufträge und Festivals werden gefördert, und die Wahrnehmung hat sich gewandelt – von der Ansicht, dass es sich um Sachbeschädigung handelt, hin zu einem kreativen Zentrum. Das jährliche Urban Art Festival Styria und das Projekt „Graz.Urban.Art“ laden seit 2021 zu geführten Rundgängen durch die Street-Art-Szenen von Lend und Gries ein. Ein Street-Art-Rundgang erstreckt sich über etwa vier Kilometer und dauert rund zwei Stunden. Viele der Spots sind zu Fuß erreichbar, und das macht das Erlebnis umso schöner.