In Liezen gibt es ein tolles Angebot, das jungen Familien mit Babys unter die Arme greift. Die Frühen Hilfen bieten eine kostenlose Unterstützung für Schwangere und Familien mit Kindern bis zum 3. Lebensjahr. Heike Weber, die Teamleiterin der Frühen Hilfen Liezen, hebt hervor, dass es völlig normal ist, in der Schwangerschaft oder im Alltag mit Kleinkindern auf Herausforderungen zu stoßen. Diese Unterstützung kann für viele eine echte Erleichterung sein.
Familienbegleiterinnen stehen bereit, um in persönlichen, gesundheitlichen, familiären und finanziellen Belangen Rat zu geben, sei es im eigenen Heim oder am Telefon. Sie sind nicht nur eine Quelle des Trostes, sondern auch der Information – und können Familien an weiterführende Angebote in der Region vermitteln. Ein Beispiel ist Lena G., die während ihrer Schwangerschaft mit Ängsten und finanziellen Sorgen kämpfte. Ihre Familienbegleiterin half ihr, über ihre Vorstellungen vom Mutterwerden zu sprechen und Halt zu finden. Auch die Familie S. hatte es nicht leicht: Nach einem Notkaiserschnitt war die Erschöpfung nach der Geburt des zweiten Kindes groß. Dank der Unterstützung der Frühen Hilfen konnten sie jedoch eine gemeinsame Basis wiederherstellen.
Finanzierung und Umsetzung
Die Frühen Hilfen werden durch Bund, Länder sowie Kranken- und Pensionsversicherungsträger finanziert. Für den Auf- und Ausbau des Programms kam auch Hilfe von der Europäischen Union (NextGenerationEU). In der Steiermark wird das Programm von der Jugend am Werk Steiermark GmbH und LebensGroß im Auftrag der Österreichischen Gesundheitskasse umgesetzt. So wird sichergestellt, dass die Unterstützung vor Ort ankommt und Familien die Hilfe bekommen, die sie benötigen.
Die Bundesstiftung Frühe Hilfen hat sich zum Ziel gesetzt, werdende und junge Eltern in schwierigen Situationen zu unterstützen, um ein gesundes und gewaltfreies Aufwachsen der Kinder zu fördern. Denn die ersten Lebensmonate und -jahre sind entscheidend für die Entwicklung. Seit 2018 ist diese Stiftung Teil des Bundeskinderschutzgesetzes und stellt jährlich 51 Millionen Euro für die Förderung von Netzwerken Frühe Hilfen sowie psychosozialer Unterstützung zur Verfügung. Auch im Aktionsprogramm „Aufholen nach Corona für Kinder und Jugendliche“ flossen in den Jahren 2021 und 2022 weitere 50 Millionen Euro.
Netzwerke und Unterstützung
Die Frühen Hilfen setzen auf lokale und regionale Unterstützungssysteme, die koordiniert werden. Dabei liegt der Fokus auf Eltern mit Kindern in den ersten drei Lebensjahren. Die Angebote sind vielfältig: Familienhebammen und -pfleger bieten psychosoziale Unterstützung, und in vielen Kommunen gibt es sogar ehrenamtliche Familienpaten. In 98% der Jugendamtsbezirke existiert bereits ein Netzwerk Frühe Hilfen, was eine bemerkenswerte Reichweite darstellt. Kooperationen mit Geburtskliniken sind in 77% der geförderten Kommunen Realität. Hier wird nicht nur Hilfe angeboten, sondern auch Aufklärung – beispielsweise über die Gefahren des Schütteltraumas, ein ernstes Thema, das seit 2017 aktiv angegangen wird.
Die Frühen Hilfen sind also ein wertvolles Angebot für viele Familien in Liezen und darüber hinaus. Sie helfen, Ängste abzubauen und Sicherheit zu geben, damit Eltern und Kinder gut miteinander wachsen können. Das ist doch ein schöner Gedanke, oder?
