Im Bezirk Murtal beginnt mit dem Frühjahr die heiße Phase der Wiesenmahd. Doch während für die Landwirte die Ernte ruft, wird es für viele Rehkitze gefährlich. Diese kleinen, schüchternen Geschöpfe werden in ihren ersten Lebenswochen oft von ihren Müttern im hohen Gras abgelegt, wo sie regungslos liegen bleiben. Ein fataler Nachteil, denn in dieser Zeit flüchten die Jungtiere nicht. Hubert Schmerleib, Rehwildreferent des Bezirksjagdamtes Murtal, beschreibt die Gefahren, die diese unschuldigen Tiere während der Mahd ausgesetzt sind.

Um den Rehkitzen zu helfen, setzen engagierte Drohnenpiloten moderne Wärmebildtechnik ein. Im Vorjahr wurden über 500 Hektar Wiesen abgeflogen, und mehr als 100 Rehkitze gerettet. Die Initiative zur Rehkitzrettung begann bescheiden mit zwei Familien und hat sich inzwischen zu einem größeren Team entwickelt. Landwirte und Jäger können den Drohnendienst direkt bei den Piloten oder über Schmerleib anmelden – idealerweise am Vortag oder zwei bis drei Tage vorher. Die Einsätze finden in den frühen Morgenstunden statt, wenn der Temperaturunterschied zwischen den Tieren und ihrer Umgebung am größten ist.

Moderne Rehkitzrettung

Die Rehkitzrettung ist ein wichtiger Bestandteil der Tier- und Landschaftspflege. Jährlich fallen tausende Jungtiere der Mahd zum Opfer, obwohl es effektive Methoden zur Verhinderung gibt. Die moderne Kitzrettung nutzt nicht nur Wärmebilddrohnen, sondern auch engagierte Helfer, die Hand in Hand mit Landwirten und Jägern arbeiten. Das Ziel ist eine flächendeckende, professionelle Unterstützung, die sowohl das Tierwohl als auch die landwirtschaftlichen Interessen berücksichtigt.

Nach der Lokalisierung der Rehkitze erfolgt die vorsichtige Sicherung der Tiere. Die Drohnenpiloten informieren die Helfer vor Ort über den genauen Standort der Jungtiere, die dann mit Handschuhen und Gras aufgenommen und in spezielle Boxen im Schatten abgestellt werden. Nach der Mahd werden die Kitze in die Nähe ihres ursprünglichen Liegeplatzes gesetzt, in der Hoffnung, dass die Mütter zurückkehren. Ein einfacher, aber effektiver Prozess, der dazu beiträgt, unnötiges Tierleid zu vermeiden.

Rechtliche Grundlagen und Zusammenarbeit

Die Rehkitzrettung operiert im Spannungsfeld zwischen Tierschutzgesetz, Jagdrecht und landwirtschaftlichen Vorschriften. In vielen Regionen wird diese wertvolle Arbeit aktiv gefördert. Die Beteiligten an der Rehkitzrettung sind vielfältig: Landwirte, Jäger, Drohnenpiloten und freiwillige Helfer arbeiten zusammen, um das Überleben der Jungtiere zu sichern. Ohne diese organisierte Hilfe könnte es zu schweren Verletzungen der Tiere, hygienischen Risiken für Futtermittel und psychischen Belastungen für Landwirte kommen.

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Um die Rehkitzrettung aufrechtzuerhalten, ist eine transparente Kommunikation und nachhaltige Organisation unerlässlich. Der Einsatz kostet Landwirten 30 Euro, bei gefundenen Rehkitzen kommen 20 Euro hinzu. Diese Beträge dienen als Aufwandsentschädigung für die Drohnenpiloten, die ihre eigene Ausrüstung angeschafft haben. Unterstützung kommt auch von Institutionen wie dem Jagdschutzverein, dem Verband der freien Jäger und der Steirischen Jagd.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Verantwortung der Spaziergänger. Um die Rehkitze zu schützen, sollten sie auf den Wegen bleiben und ihre Hunde an der Leine führen. Jungtiere wie Rehkitze oder Hasen sollten niemals berührt oder mitgenommen werden, es sei denn, sie sind verletzt. Die Rehkitzsaison erstreckt sich in der Regel von Mai bis Juli, abhängig von Region und Witterung.

Die Rehkitzrettung ist ein Paradebeispiel für ehrenamtliches Engagement, das nicht nur Tiere schützt, sondern auch das Bewusstsein für den respektvollen Umgang mit der Natur schärft. Jede gerettete Wiese und jedes gefundene Kitz zählt. Wenn Sie mehr über diese wichtige Initiative erfahren oder sich engagieren möchten, können Sie Hubert Schmerleib unter 0664/5742107 oder direkt beim Bezirksjagdamt Murtal kontaktieren. Gemeinsam können wir dafür sorgen, dass die kleinen Rehkitze auch in Zukunft sicher im hohen Gras liegen bleiben können.