Die Steiermark hat sich in den letzten Jahren zum Hotspot für Hantavirus-Infektionen in Österreich entwickelt. Die Zahlen steigen vor allem im Frühjahr und Sommer. Diese Entwicklung ist besonders alarmierend, wenn man bedenkt, dass in der Steiermark in früheren Jahren über 80% aller österreichischen Hantavirus-Erkrankungen gemeldet wurden. Aktuell sind 2024 österreichweit 19 Fälle registriert, davon 13 in der Steiermark. Die Hauptursache für diese Infektionen sind hohe Populationen von Rötelmäusen, die als Überträger des Virus fungieren. Das häufigste Hantavirus in Österreich ist das Puumala-Virus, das durch das Einatmen von Staubpartikeln, die mit Mäuseausscheidungen verunreinigt sind, übertragen wird.

Ein hohes Risiko besteht vor allem beim Reinigen von Dachböden, Kellern, Gartenhütten oder Schuppen. Wer in diesen Bereichen tätig ist, sollte sich unbedingt der Gefahren bewusst sein. Die Symptome einer Hantavirus-Infektion sind ernstzunehmend: Hohes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, starkes Krankheitsgefühl und sogar Nierenprobleme bis hin zu Nierenversagen können auftreten. Man sollte sich nicht von der vergleichsweise niedrigen Sterblichkeit in Österreich täuschen lassen – die Erkrankung ist alles andere als harmlos. Typische Beschwerden sind zudem Rückenschmerzen, Übelkeit, Sehstörungen und Kreislaufprobleme.

Schutzmaßnahmen und Forschung

Um sich zu schützen, empfiehlt es sich, bei Arbeiten in Mäusegebieten besondere Vorsicht walten zu lassen. Räume sollten gut gelüftet werden, Oberflächen feucht gereinigt und Handschuhe sowie FFP2-Masken getragen werden. Zudem ist es ratsam, Mäusekot feucht aufzunehmen und tote Mäuse mit entsprechenden Schutzmaßnahmen zu entsorgen. Die Medizinische Universität Graz forscht zur Immunität nach Infektionen und sucht nach möglichen Impfstoffen oder Therapien, um diese ernstzunehmende Gefahr besser zu kontrollieren.

Interessanterweise ist die Gefahr einer Mensch-zu-Mensch-Übertragung, wie sie bei der südamerikanischen Andes-Variante des Hantavirus vorkommen kann, für die Steiermark irrelevant. Diese Variante, die unter bestimmten Umständen von Mensch zu Mensch übertragen werden kann, ist in Europa nicht verbreitet. Hierzulande sind vor allem Rötelmäuse, Brandmäuse, Gelbhalsmäuse, Wanderratten und Hausratten typische Überträger des Puumala-Virus.

Ein Blick über die Grenzen

Die Ansteckungsgefahr hängt stark mit dem Vorkommen der Rötelmaus zusammen, die in waldreichen Gebieten besonders häufig anzutreffen ist. In Bayern wurden in diesem Jahr lediglich drei Fälle registriert, was die Situation dort im Vergleich zur Steiermark relativ entspannt erscheinen lässt. Die Infektion erfolgt ebenfalls über den Kontakt mit Speichel, Urin oder Kot infizierter Tiere. Der Ausbruch des Hantavirus auf einem niederländischen Kreuzfahrtschiff wirft jedoch Fragen zur Ansteckungsgefahr auf, insbesondere wenn es sich um den gefährlicheren Andes-Typ handelt, der zu schweren Erkrankungen und einer Sterblichkeit von etwa 40% führen kann.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Obwohl die Wahrscheinlichkeit, dass dieser Stamm in Deutschland auftritt, als sehr gering eingeschätzt wird, bleibt abzuwarten, wie sich die Situation in der Steiermark weiter entwickeln wird. Die gute Nachricht ist, dass Experten betonen, dass das Risiko einer Ansteckung durch Rötelmäuse in der Regel sehr niedrig ist. Dennoch ist es ratsam, bei Symptomen sofort ärztlichen Rat einzuholen, da es bisher keine Impfung gegen Hantaviren gibt.

Für weitere Informationen über die Hantavirus-Situation in Österreich und darüber hinaus, können Sie die Artikel auf meinbezirk.at und krone.at lesen. Ein umfassenderer Überblick über die Hantavirus-Infektionen in Europa finden Sie auch auf br.de.