In der Südoststeiermark wird die Diskussion um eine nachhaltige Mobilität zunehmend lauter. Die Grünen haben kürzlich bei einem Pressegespräch in Feldbach ihre Forderungen zum Ausbau der Gleichenberger Bahn und des Mikro-ÖV (Öffentlicher Verkehr) deutlich formuliert. Die beiden Sprecher, Lambert Schönleitner und Marianne Müller-Triebl, warnten vor der Abhängigkeit von fossilen Energien und plädierten für eine verstärkte Nutzung regionaler Potenziale wie Photovoltaik und E-Mobilität. Die Notwendigkeit einer Mobilitätswende wird damit untermauert: Klimaschutz, Versorgungssicherheit und wirtschaftliche Unabhängigkeit sollen im Fokus der steirischen Energiepolitik stehen.
Schönleitner machte deutlich, dass Investitionen in nachhaltige Energien und Mobilitätslösungen wie die Gleichenberger Bahn für die Zukunft entscheidend sind. Ein flächendeckender Mikro-ÖV wird gefordert, um die Lebensqualität im ländlichen Raum zu verbessern. Besonders die „letzte Meile“ zwischen Wohnort und öffentlichem Verkehr stellt oft eine Herausforderung dar. Ein Pilotprojekt in der Südweststeiermark hat gezeigt, dass solche Modelle funktionieren können, scheiterte jedoch an der fehlenden Finanzierung. Müller-Triebl nannte das Anruftaxi GASTI in Bad Gleichenberg als ein Beispiel für ein erfolgreiches, aber finanziell belastetes Angebot und betonte die Wichtigkeit einer Preisbremse für das Klimaticket, um die Nutzung zu fördern.
Die Gleichenberger Bahn als Schlüsselprojekt
Der Verein „Neue Gleichenberger Bahn“ setzt sich aktiv für den Erhalt und die Weiterentwicklung der Lokalbahn Feldbach – Bad Gleichenberg ein. Ziel ist es, die Bahn zu einer umweltfreundlichen elektrischen Nahverkehrsbahn auszubauen und einen akzeptablen Taktfahrplan zu etablieren. Langfristig soll die Gleichenberger Bahn in das steirische S-Bahn-Netz integriert werden. Der Verein unterstützt die Steiermärkischen Landesbahnen für einen regelmäßigen Betrieb und fördert einen Meinungsbildungsprozess in der Bevölkerung und Politik für verkehrspolitische Entscheidungen. Durch verschiedene Kommunikationskanäle wie persönliche Gespräche und Presseinformationen wird die Bevölkerung aktiv eingebunden.
Der Verein wurde am 11.10.2021 behördlich genehmigt und ist unter der Leitung von Obmann Richard Fuchs tätig. Wer den Verein unterstützen möchte, kann Mitglied werden – die Mitgliedschaft kostet 40 Euro und stärkt das Auftreten des Vereins gegenüber der Politik. Weitere Informationen sind auf der Webseite des Vereins hier zu finden.
Der Kontext der Verkehrswende
Die Forderungen der Grünen und die Aktivitäten des Vereins sind Teil einer größeren Bewegung hin zu nachhaltiger Mobilität. In Deutschland etwa stieß der Verkehrssektor 2019 165 Millionen Tonnen CO2 aus, was nahezu dem Niveau von 1990 entspricht. Dies zeigt, dass ein Umdenken notwendig ist, um die Klimaziele zu erreichen. Die EU plant, ab 2035 keine Neuwagen mit Verbrennungsmotoren mehr zuzulassen, was die Dringlichkeit einer Verkehrswende unterstreicht. Die Verkehrspolitik muss sich grundlegend ändern, um den motorisierten Individualverkehr zu reduzieren und den öffentlichen Nahverkehr zu stärken.
In der Südoststeiermark könnte die Gleichenberger Bahn eine zentrale Rolle in dieser Transformation spielen. Eine Integration in das bestehende S-Bahn-Netz würde nicht nur die Mobilität der Bevölkerung verbessern, sondern auch dazu beitragen, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern. Die Diskussion um eine nachhaltige Mobilität ist somit nicht nur lokal, sondern auch Teil eines globalen Trends, der in den kommenden Jahren an Bedeutung gewinnen wird.