Feierlicher 87. Geburtstag von Ferdinand Sattler in Pichling
Am vergangenen Sonntag versammelten sich rund 100 Menschen in der „Papst Johannes XXIII. Gedächtniskirche“ in Pichling bei Köflach, um einen ganz besonderen Anlass zu feiern: den 87. Geburtstag des ehemaligen Kaplans Ferdinand Sattler. Die Atmosphäre war feierlich und voller Erinnerungen. Sattler, der von 1970 bis 1989 die Seelsorge in Pichling übernahm, blickte auf eine bewegte Zeit zurück, in der er maßgeblich am Bau der Kirche, des Pfarrheims und des Glockenturms mitwirkte. Die Weihe der Kirche fand 1974 durch Bischof Johann Weber statt, und die Segnung des Pfarrheims sowie des Glockenturms folgte 1982.
Unter den Gästen waren viele Altministrantinnen und -ministranten, die Sattler während seiner Amtszeit begleitet hatten, sowie Besucher aus Obdach. Die musikalische Umrahmung übernahm der Singkreis St. Anna, der mit einem eindrucksvollen Repertoire für die passende Stimmung sorgte. Auch Toni Hausegger, der ehemalige Vorsitzende des Pfarrgemeinderates, ließ es sich nicht nehmen, über die bewegte Geschichte der Seelsorgestelle Pichling zu sprechen. Ein besonderer Moment war, als Pfarrer Sattler einen Dirigentenstab, den er beim Abschied von Pichling geschenkt bekam, in die Hand nahm und das Lied „Lobet und preiset“ anstimmte.
Ein besonderer Abschied
Nach dem Gottesdienst fand eine Agape vor der Kirche statt, bei der die Gäste die Gelegenheit hatten, Ferdinand Sattler zu gratulieren. Unter den Gratulanten waren auch Bürgermeister Helmut Linhart und viele andere Besucher, die sich für die Verdienste des Kaplans bedankten. Es war ein herzlicher und emotionaler Moment, der zeigt, wie sehr Sattler in der Gemeinde geschätzt wird. Die vier Musiker der Bergkapelle Piberstein spielten zur Feier des Tages für ihn, und man merkte, dass die Gemeinschaft nicht nur in den feierlichen Worten, sondern auch in der Musik lebendig wurde.
In einer ganz anderen Ecke der Welt, im Petersdom, liegt derzeit ein großes Ereignis in der Luft. Papst Franziskus ist seit Mittwoch aufgebahrt, und viele Menschen kommen, um von ihm Abschied zu nehmen. Um den natürlichen Verwesungsprozess zu verlangsamen, wurde eine temporäre Einbalsamierung durchgeführt, die von Andrea Fantozzi, dem Gründer des Italienischen Nationalen Instituts für Thanatopraxie, erläutert wurde. Dabei werden konservierende Flüssigkeiten in den Blutkreislauf eingebracht und Gesicht sowie Hände ästhetisch aufbereitet. Ein ähnliches Verfahren wurde bereits erfolgreich bei Papst Johannes XXIII. 2001 durchgeführt, 38 Jahre nach seinem Tod, wo nur minimale Verwesungsspuren zu sehen waren.
Ein Blick in die Geschichte
Die Herausforderungen bei der Einbalsamierung von Päpsten sind nicht neu. Nach dem Tod von Papst Paul VI. 1978 gab es Probleme mit der Verwesung, da keine vollständige Einbalsamierung vorgenommen wurde. Auch bei Benedikt XVI. zeigten sich im Januar 2023 bald Verfallserscheinungen. Interessanterweise wurde die missratene Einbalsamierung von Papst Pius XII. durch seinen Leibarzt so gravierend, dass dieser für sein Versagen lebenslang aus dem Vatikan verbannt wurde. Historisch betrachtet, wurden in früheren Jahrhunderten auch die inneren Organe verstorbener Päpste entnommen, um die Haltbarkeit zu verbessern – ein Vorgang, der mit feierlichen Prozessionen zur Kirche Sant’Anastasia e San Vincenzo verbunden war.
Es ist bemerkenswert, dass Papst Franziskus plant, nicht im Petersdom, sondern in der römischen Papstbasilika Santa Maria Maggiore beigesetzt zu werden, die bereits die Grablege für sechs Päpste ist. So zeigt sich auch hier, dass die Geschichte der Päpste und der Kirchen in Österreich eng miteinander verbunden sind, und dass sowohl in Pichling als auch im Petersdom die Erinnerungen an bedeutende Persönlichkeiten lebendig gehalten werden.
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