Herausforderungen für die Wälder der Weststeiermark: Borkenkäfer und extreme Wetterereignisse
In den letzten Wochen und Monaten haben die weststeirischen Wälder wieder einmal ihre Belastbarkeit unter Beweis gestellt. Horst Gspurning, der stellvertretende Landesobmann und Bezirksobmann des Waldverbands, zeigt sich optimistisch. „Die Wälder haben derzeit ausreichend Wasserreservoire“, erklärt der erfahrene Forstarbeiter, der seit 38 Jahren im Dienst der Natur steht. Doch die Herausforderungen sind nicht zu übersehen. Sturmböen und der gefürchtete Borkenkäfer machen den Bäumen zu schaffen, und die Situation könnte sich schnell ändern.
Ein Baum benötigt mehrere hundert Liter Wasser pro Tag, um gesund zu bleiben. Wenn er nicht genügend Wasser bekommt, gerät er in Stress – und das macht ihn anfällig für Schädlinge. Das ist das Hauptproblem, das Gspurning anspricht. „Die Situation ist aktuell nicht dramatisch“, sagt er, aber die Zunahme extremer Wetterereignisse, wie zum Beispiel Gewitterstürme, bereitet ihm Sorgen. Im Gemeindegebiet Kainach gab es im März sogar kleinräumige Schäden durch Windwürfe. Diese stellen eine erhebliche Gefahr für Waldarbeiter dar, da umgestürzte Bäume oft unter Spannung stehen und unvorhersehbare Bewegungen machen können.
Borkenkäfer: Eine wachsende Bedrohung
Besonders besorgniserregend ist der Borkenkäfer. Gspurning berichtet von ersten Borkenkäfer-Bäumen im Bezirk Voitsberg. Das sind nicht einfach nur ein paar Krümel in der großen Waldlandschaft – es ist der Anfang eines Problems, das sich schnell ausbreiten kann. Borkenkäfer legen ihre Eier in die Rinde von Nadelbäumen wie Fichte, Föhre und Lärche. Wenn die Larven schlüpfen, unterbrechen sie den Saftfluss, was letztendlich zum Absterben des Baumes führt. Die Kombination aus Wassermangel und Schädlingen kann katastrophale Folgen haben. In anderen Regionen, wie zum Beispiel in Bayern, hat sich der Borkenkäfer 2023 bis in Höhenlagen von 800 Metern ausgebreitet. Dort konnte er bis zu drei Generationen anlegen, was zu Hunderttausenden von Käfern führte, die die Fichtenwälder befallen.
Die Forstleute stehen vor der Herausforderung, diese Ausbreitung zu stoppen. In Deutschland rufen Experten zur Sanierung der Wälder auf. Die Entnahme befallener Fichten wird als notwendig erachtet, um einer massenhaften Ausbreitung im kommenden Frühjahr vorzubeugen. Die milde Witterung begünstigt zudem die Entwicklung der Käfer im Winter, was die Lage weiter verschärft. Der Wettlauf gegen die Zeit ist eröffnet, und es bleibt unklar, wie viele Käfer im Winter abgeschöpft werden können.
Der Waldverband Voitsberg und die Gemeinschaft
Der Waldverband Voitsberg, mit seinen rund 900 Mitgliedern, spielt eine wichtige Rolle in der Unterstützung der Waldwirtschaft. Er hilft nicht nur bei der Vermarktung von Holz und der Durchführung von Schlägerungen, sondern auch beim Einkauf von Pflanzen und Zäunen. Gspurning selbst hat sich auch außerhalb der Waldarbeit engagiert, etwa bei der Maibaumsuche der Feuerwehr St. Martin, wo er aktiv war und den Baum umlegte, der die Maibaum-Challenge im Bezirk Voitsberg gewann. Es sind solche Gemeinschaftsaktionen, die den Zusammenhalt stärken und das Bewusstsein für die Herausforderungen, mit denen die Wälder konfrontiert sind, schärfen.
Die Sorgen um die Wälder sind real, aber es gibt auch Hoffnung durch das Engagement und die Expertise von Menschen wie Horst Gspurning. Die Zukunft der weststeirischen Wälder hängt davon ab, wie gut es gelingt, die Herausforderungen zu meistern – und das ist ein Thema, das uns alle angeht.
Für weitere Informationen zu den aktuellen Herausforderungen durch den Borkenkäfer und die Auswirkungen des Klimawandels auf die Wälder besuchen Sie die Website von Forstpraxis.
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