Im Bezirk Voitsberg wird in diesen Tagen ein bedeutendes Projekt zum Hochwasserschutz abgeschlossen. Der Hochwasserschutz am Gradnerbach, der voraussichtlich im Juni fertiggestellt wird, hat eine beeindruckende Gesamtlänge von 4,7 Kilometern. Das Projekt, das mit Baukosten von 12,26 Millionen Euro zu Buche schlägt, wird durch eine Kombination aus Mitteln des Bundes (44,3 %), des Landes (44,3 %) und der Stadtgemeinde Köflach (11,4 %) finanziert.
Diese Maßnahmen bieten Schutz für etwa 350 Menschen und 53 Objekte in der Region. Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist die Errichtung von 20.000 m² Retentions- und Flutmulden, die dazu dienen, Hochwasserereignisse besser abzufangen und zu regulieren. Die Erdbewegung, die dabei geleistet wurde, umfasst rund 60.000 Tonnen Erdmaterial. Außerdem wurden 40.000 Tonnen Steinschlichtung für die Uferverbauung eingesetzt, um den Gradnerbach zu stabilisieren.
Umfangreiche Baumaßnahmen
Im Rahmen des Projekts wurden auch 700 Laufmeter Uferverbauungsmauern aus Stahlbeton errichtet sowie 600 Laufmeter kleinere Ufer- und Stützmauern. Eine wichtige Aufgabe war der Rückbau und die Anpassung von drei Wehranlagen, um den Wasserfluss zu optimieren. Zudem wurden drei neue Brücken gebaut, die den Durchfluss erhöhen und den Wasserabtransport bei Hochwasser erleichtern. Ein weiterer bedeutender Aspekt ist der Neubau eines Fischaufstiegs, der die Durchgängigkeit für die heimische Fauna verbessert.
Die Sanierung der B77-Gaberl-Bundesstraße auf zwei Kilometern und die Installation neuer Infrastrukturen wie LED-Straßenbeleuchtungen ergänzen das Projekt. Zudem wird es eine neue Saugstelle für die Feuerwehr Köflach am Gradnerbach geben, was die Sicherheitslage der Anwohner erheblich verbessert. Die vielfältigen Maßnahmen zur Hochwasserfreistellung, darunter Dämme, Gelände-Aufschüttungen, Durchlässe und Entwässerungsmulden, zeigen den ganzheitlichen Ansatz, mit dem hier gearbeitet wird.
Ökologischer Nutzen und Renaturierung
Die aktuellen Entwicklungen sind nicht nur eine technische Herausforderung, sondern sie haben auch starke ökologische Implikationen. Hochwasserretentionsflächen spielen eine entscheidende Rolle bei der Dämpfung von Hochwasserwellen. Sie speichern das Wasser und helfen, die Überflutungen zu kontrollieren. Das Wasserhaushaltsgesetz fordert sogar, dass größere Flächen für die Ausuferung von Flüssen bereitgestellt werden, was durch die Ausweisung von Überschwemmungsgebieten erreicht werden kann.
Die Renaturierung von Gewässern ist eine weitere Maßnahme, die nicht nur Hochwasserschutz bietet, sondern auch die Biodiversität fördert. Durch das Rückverlegen von Deichen entstehen neue Überschwemmungsflächen, die einen Raum für natürliche Entwicklungen schaffen. Diese Maßnahmen sind notwendig, da nur noch 20 Prozent der natürlichen Überschwemmungsflächen an großen Strömen wie Rhein und Donau erhalten sind.
Insgesamt zeigt das Projekt am Gradnerbach, wie technische Lösungen Hand in Hand mit ökologischen Zielen gehen können. Es wird spannend sein zu sehen, wie sich die Region mit diesen Neuerungen entwickeln wird und welche positiven Effekte sie auf die Umwelt haben können. Der Hochwasserschutz in Voitsberg ist ein gutes Beispiel dafür, wie durchdachte Planung und Investitionen in die Infrastruktur nicht nur den Menschen, sondern auch der Natur zugutekommen.
