Am 30. Mai 2026 war am Sattelhaus in Voitsberg ein echtes Spektakel der Einsatzkräfte zu beobachten. Der Waldbrand-Zug 56 vom Bereichsfeuerwehrverband Voitsberg führte eine umfassende Waldbrandübung durch, die von Waldbrand-Kommandant ABI Bernhard Haller organisiert wurde. Das Übungsszenario war alles andere als harmlos: Ein Wirtschaftsgebäude in Hochgössnitz stand in Vollbrand, und alle Feuerwehren wurden alarmiert. Die Freiwillige Feuerwehr Graden erhielt dann den Auftrag, den Waldbrandzug 56 nachzufordern, da ein angehender Waldbrand am Sattelhaus drohte. Rund 50 Kameradinnen und Kameraden sowie verschiedene Spezialfahrzeuge waren im Einsatz, um die Situation unter Kontrolle zu bringen.

Die Wasserversorgung stellte ein zentrales Element der Übung dar. Mit einem beeindruckenden 11.000 Liter Fahrzeug wurde sichergestellt, dass die Löschkräfte immer ausreichend Wasser zur Verfügung hatten. Der Waldbrandzug selbst setzt sich aus zwei Zügen zusammen: Berglandlöschfahrzeuge, die sich hervorragend für unwegsames Gelände eignen, und Tanklöschfahrzeuge, die für die Wasserversorgung zuständig sind. Neu in dieser Übung war der Einsatz von Feuerwehr-Quads, die erstmals im Bereich Voitsberg zur Anfahrt ins unwegsame Gelände genutzt wurden. Eine Drohne des Bereichsfeuerwehrverbandes lieferte zudem detaillierte Luftbilder zur Lageübersicht, was eine enorme Erleichterung für die Einsatzleitung darstellte.

Einsatz und Unterstützung

Eine besondere Unterstützung kam von der Feuerwehr Mooskirchen, die mit einem Einsatzleitfahrzeug am Sattelhaus stationiert war. Ihre Aufgabe war es, die Einsatzleitung tatkräftig zu unterstützen. Nach der Übung bedankte sich ABI Haller bei der Schlussbesprechung bei allen Kameradinnen und Kameraden für ihr Engagement. Unter den Ehrengästen waren unter anderem Landesbranddirektor stv. Christian Leitgeb, Brandrat Josef Pirstinger und KHD Kommandant ABI Roman Feiertag zu finden. Ihre Anwesenheit unterstrich die Bedeutung dieser Übung.

Doch das war nicht die einzige großangelegte Übung in der Region. Am 25. April 2026 fand eine weitere, ebenso beeindruckende Übung in Wielfresen, Marktgemeinde Wies, statt. Organisiert vom Katastrophenhilfsdienst (KHD) des Bereichsfeuerwehrverbandes Deutschlandsberg, war das Ziel dieser Übung die Zusammenarbeit der eingesetzten Kräfte bei komplexen Schadenslagen zu trainieren. Hierbei waren Feuerwehrkräfte aus dem Bezirk Deutschlandsberg sowie Katastrophenzüge aus Leibnitz, Voitsberg und Kärnten beteiligt. Auch ein Hubschrauber des Innenministeriums, die Bergrettung und die Roten und Grünen Kreuz waren vor Ort. Das Übungsszenario umfasste großflächige Waldbrände im Raum Ochsenwald und Wirtbartl – eine echte Herausforderung für die insgesamt 31 Kameradinnen und Kameraden, die die Aufgaben erfolgreich bewältigten.

Die Herausforderung Waldbrandbekämpfung

Waldbrände sind nicht nur ein Thema für Feuerwehrleute. Auch Waldbesucher sind oft die ersten, die an einem Brandort eintreffen und sollten in der Lage sein, Hilfe zu rufen. Sie können versuchen, den Brand mit Zweigen und Ästen auszuschlagen – am besten mit Kiefer. Brandreste sollten in die Brandfläche gefegt werden, um dem Bodenbrand die Energie zu entziehen. Wenn die Einsatzkräfte eintreffen, haben sie verschiedene Techniken zur Verfügung, um die Flammen zu bekämpfen. Mit Spaten oder Schaufeln graben sie eine Schneise, und diese muss von trockenen Gras-, Humus- und Stubbenresten befreit werden. Das ist alles andere als einfach, denn die Zeit drängt. Der Einsatz von Wasser erfolgt mit Handgeräten und D-Rohren, und eine stabile Verteidigungslinie muss geschaffen werden, um die Feuerwalze zu stoppen oder auszubremsen.

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Solche Übungen sind also nicht nur eine Formsache. Sie bereiten die Einsatzkräfte auf die realen Herausforderungen vor, die sie im Ernstfall erwarten könnten. Das Engagement, das bei diesen Übungen gezeigt wird, ist bewundernswert und zeigt, wie wichtig die Vorbereitung auf den Ernstfall ist.

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