Am 30. April 2026 wurde ein Kapitel in der Geschichte der Teichalm geschlossen, als Peter Unterberger seinen Gasthof Angerwirt nach 35 Jahren in der Familie aufgab. Diese Entscheidung kam nicht leichtfertig, sondern war das Ergebnis von mehreren Herausforderungen, die eine Vielzahl von Gastronomen nach der Corona-Pandemie betrifft. „Ich habe gerne als Wirt gearbeitet, ich höre nicht aus Unzufriedenheit auf“, betont der 62-Jährige, der ursprünglich aus der Bauwirtschaft stammt und keine formale Ausbildung in der Gastronomie hat.
Die Schließung des traditionsreichen Gasthofs, der von den Großeltern seiner Frau erbaut und 1991 von ihren Eltern übernommen wurde, wurde durch die Schwierigkeiten, qualifizierte Mitarbeiter zu finden, die Teuerung und gesundheitliche Probleme in der Familie bedingt. Selbst als einer der ersten auf der Teichalm eine Vier-Tage-Woche für seine Mitarbeiter anbot, war es nicht genug, um die Herausforderungen zu meistern.
Ein Abschied mit vielen Erinnerungen
Eine ganz besondere Anekdote bleibt in Erinnerung: Eine 73-jährige Aushilfskellnerin, die bis zum Schluss im Gasthof arbeitete, hat mit ihrer langjährigen Treue die Atmosphäre des Hauses geprägt. Der Angerwirt war mehr als nur ein Ort zum Essen; er war ein Treffpunkt für Einheimische und Touristen, ein Ort, an dem Geschichten erzählt und Freundschaften geschlossen wurden.
Gerade die Lage in der Nähe des idyllischen Teichalmsees machte den Gasthof zu einem beliebten Ziel für Wanderer und Ausflügler. Nun wird das Gebäude umgebaut, während der Sohn Markus, der als Koch im Angerwirt tätig war, das Obergeschoss in eine Wohnung umgestaltet. Interessanterweise bleibt das Ehepaar Unterberger im Haus wohnen, und das Gastzimmer sowie die Küche bleiben unberührt. Die Zukunft des Gasthofs bleibt ungewiss – ob es eine Wiederbelebung geben wird, liegt in den Händen von Markus.
Ein Stück Heimat geht verloren
Die Schließung des Angerwirts ist nicht nur ein Verlust für die Familie Unterberger, sondern auch für die Gemeinde und die Region Weiz. In einer Zeit, in der viele kleine Gasthäuser und Restaurants schließen, wird der Verlust solcher Traditionshäuser besonders spürbar. Sie sind nicht nur gastronomische Betriebe, sondern Herzen der Gemeinschaft, die das soziale Leben prägen.
Die Herausforderungen der Gastronomie sind vielschichtig. Es braucht nicht nur Leidenschaft, sondern auch die richtigen Rahmenbedingungen, um den Betrieb aufrechtzuerhalten. Die Teuerung, die nach der Pandemie viele Unternehmer belastet hat, und die anhaltenden Schwierigkeiten bei der Personalsuche sind Themen, die noch lange nicht gelöst sind. Es bleibt zu hoffen, dass die Region Weiz neue Wege findet, um solche wertvollen Traditionen zu bewahren.
