Holz, Handwerk und Herz: Die Tischlerei Breitschopf im digitalen Zeitalter
In Steyr gibt es einen Tischler, der mit seiner Leidenschaft für Holz und Design jeden Tag aufs Neue begeistert. Johannes Breitschopf, der das Familienunternehmen Breitschopf gemeinsam mit seinem Bruder und seinem Vater führt, hat viel zu erzählen über den modernen Tischlerberuf. In einem Interview mit Damien Riegler wird deutlich, dass es ihm nicht nur um die Herstellung von Möbeln geht, sondern auch um die Ausbildung junger Fachkräfte und die Weiterentwicklung seines Unternehmens. „Wir wollen Menschen, die mit uns wachsen“, so Breitschopf. Und das merkt man ihm an!
Der Tischlerberuf hat sich gewandelt – und zwar zum Besseren! Breitschopf betont die Bedeutung von gutem Miteinander, technologischen Fortschritt und digitalen Lösungen. „Jeden Tag etwas Einzigartiges schaffen“, das ist es, was ihn antreibt. Und das Unternehmen deckt dabei die gesamte Wertschöpfungskette ab: von der Planung über die Produktion bis hin zur Montage. Manchmal werden sogar individuelle Küchen und Möbel gebaut, die es so kein zweites Mal gibt. Die Verwendung von CNC-Technologie und digitalen Planungen ist dabei mehr als nur ein Trend – es ist ein Muss in der Branche.
Die Ausbildung zum Tischler
Die Ausbildung zum Tischler dauert drei Jahre und erfolgt dual, das heißt, die Lehrlinge wechseln zwischen Betrieb und Berufsschule. Im ersten Lehrjahr stehen Grundlagen wie Holzarten, Werkzeuge und einfache Verbindungen auf dem Lehrplan. Ab dem zweiten Jahr wird es dann richtig spannend: Maschinenkunde, CAD-Grundlagen und Spezialisierungen auf Möbel- und Innenausbau oder Fensterbau sind nur ein Teil des Programms. Das alles sorgt dafür, dass die angehenden Tischler bestens auf die Herausforderungen im Beruf vorbereitet werden.
Das Breitschopf-Team, bestehend aus einem vierköpfigen Ausbildnerteam, begleitet die Lehrlinge durch verschiedene Bereiche. Das Betriebsklima ist familiär, mit einem starken Zusammenhalt und jeder Menge Spaß bei der Arbeit. „Wir suchen motivierte Menschen, die lernen und gemeinsam wachsen wollen“, so Breitschopf. Und die Lehrlinge können sich auf eine gute Vergütung freuen: Im ersten Lehrjahr sind es 827 Euro, im zweiten 964 Euro und im dritten 1.085 Euro laut aktuellen Daten. Nach der Ausbildung können Tischler im Schnitt mit einem Einstiegsgehalt zwischen 2.225 und 2.400 Euro brutto rechnen – und die Perspektiven sind vielversprechend!
Tradition trifft Digitalisierung
Die Tischlerei ist ein Beruf mit Geschichte. Jahrhundertealte Techniken werden nach wie vor geschätzt, doch die Digitalisierung hat auch hier Einzug gehalten. CAD-Programme ermöglichen präzise Planungen und helfen dabei, hochwertige und maßgeschneiderte Produkte zu erstellen. „Die Kombination von modernen Technologien und traditionellen Fertigkeiten ist entscheidend für den Markterfolg“, erklärt Breitschopf. Das klingt nach einer spannenden Herausforderung!
Die Digitalisierung bringt viele Vorteile mit sich. Automatisierte Prozesse verbessern die Effizienz, und durch digitale Nachweise können Qualität und Sicherheit in der Produktion gewährleistet werden. Dennoch bleibt die traditionelle Handwerkskunst unverzichtbar – gerade bei Kunden, die handgefertigte Möbel schätzen. Es ist also eine Balance zwischen alt und neu, die das Tischlerhandwerk so einzigartig macht.
Aktuell arbeitet Breitschopf an einem besonderen Projekt: Vasen für das Ö3-Weihnachtswunder, bei dem der Erlös bedürftigen Menschen zugutekommt. Ein schönes Beispiel dafür, wie das Handwerk nicht nur kreativ, sondern auch sozial verantwortlich sein kann. Breitschopf und sein Team zeigen, dass der Tischlerberuf weit mehr ist als nur ein Job – es ist eine Leidenschaft, die Menschen verbindet und begeistert.
