Betrügerische Anrufe: Wie Tamsweg gegen die Maschen der falschen Polizisten kämpft
Heute ist der 27.09.2026. In Tamsweg, aber auch in anderen Teilen Österreichs, wird die Bevölkerung immer wieder von dreisten Betrügereien heimgesucht. Die Polizei hat derzeit alle Hände voll zu tun, denn die Maschen der Betrüger werden immer perfider. Vor allem ältere Menschen sind häufig die Zielscheibe dieser skrupellosen Täter. Sicherheitskoordinator Major Felix Gautsch vom Bezirkspolizeikommando Tamsweg warnt eindringlich vor den Betrugsphänomenen, die sich in letzter Zeit stark verbreiten.
Unter dem Namen „Falsche Polizisten – Polizeitrick“ und dem „Schockanruf“, der auch als Kautionstrick oder Medizintrick bekannt ist, werden vor allem ältere Bürgerinnen und Bürger telefonisch kontaktiert. Die Betrüger geben sich als Polizeibeamte oder Bankangestellte aus und warnen vor angeblichen Gefahren für das Ersparte. Die Opfer sollen dann ihr Vermögen herausgeben, was in vielen Fällen zu enormen finanziellen Verlusten führt. Im Jahr 2022 wurden Schäden von rund 50 Millionen Euro allein durch Betrüger verursacht, die sich als Polizisten ausgaben. Das entspricht einem Anstieg von über 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Kein Wunder, dass die Polizei alarmiert ist!
Einladung zur „Coffee with Cops“-Aktion
Um den Bürgern eine Plattform zu bieten, sich über solche Betrugsmaschen zu informieren, findet am 6. Oktober 2026 von 13 bis 16 Uhr eine „Coffee with Cops“-Aktion beim Spar-Markt im Ortszentrum von St. Michael im Lungau statt. Hier können interessierte Bürgerinnen und Bürger direkt mit Polizisten sprechen und Fragen zu den aktuellen Betrugsmaschen stellen. Eine gute Gelegenheit, sich aufklären zu lassen und vielleicht auch den einen oder anderen guten Rat einholen!
Bei den Betrugsmaschen wird oft ein emotionaler Druck aufgebaut. Besonders perfide ist der „Kautions-/Unfalltrick“, bei dem den Opfern vorgegaukelt wird, dass ein Angehöriger einen tödlichen Unfall hatte und sofort eine hohe Kaution benötigt wird. Die Forderungen können sich auf fünfstellige Euro-Beträge belaufen – und manchmal wird sogar nach Gold oder Schmuck gefragt. Die Übergaben geschehen häufig in der Nähe von Gerichts- oder Amtsgebäuden oder direkt beim Opfer zu Hause. Der „Medizintrick“, der seit März 2025 bekannt ist, funktioniert ähnlich. Hierbei wird eine schwere Krankheit eines nahen Angehörigen vorgetäuscht, für die hohe Behandlungskosten benötigt werden. Auch hier geben sich die Betrüger als Ärzte oder Klinikpersonal aus.
Die dunkle Seite der Dunkelziffer
Eine Problematik, die die Polizei zusätzlich beschäftigt, ist die hohe Dunkelziffer bei diesen Betrugsfällen. Das Bundeskriminalamt schätzt, dass nur knapp die Hälfte der Betroffenen die Vorfälle zur Anzeige bringt. Der Opferhilfeverein Weißer Ring führt dies auf Schamgefühle zurück. Viele der Betroffenen sind überzeugt, dass ihnen das nicht passieren kann, und unterschätzen die Cleverness der Betrüger. Oftmals nutzen die Täter „Call-ID Spoofing“, um vertrauenswürdig zu erscheinen. So kann es passieren, dass auf dem Handy der Opfer plötzlich die Nummer „110“ erscheint.
Die Betrüger agieren häufig aus Callcentern im Ausland und haben dabei professionelle Strukturen. Das Schadensvolumen aus Telefonbetrug in Deutschland beläuft sich auf mehrere hundert Millionen Euro jährlich. Besonders gefährdet sind Personen über 60 Jahre, die oft Festnetznutzer sind. Diese Altersgruppe hat das höchste Risiko, Opfer von Betrugsmaschen zu werden, da ihre Telefonnummern leicht auffindbar sind.
Präventionsmaßnahmen und Tipps
Die Behörden sind sich der Problematik bewusst und haben verschiedene Maßnahmen ergriffen, um die Bevölkerung zu schützen. Die Bundesnetzagentur sperrt betrügerische Rufnummern und arbeitet an Anti-Spoofing-Standards. Auch die Polizei führt Präventionskampagnen durch und kooperiert international, um diese Betrugsmaschen effektiver zu bekämpfen.
Für die Bürger gibt es einige einfache, aber wichtige Tipps, um sich zu schützen: Bei Verdacht auf einen Betrugsanruf sollte man sofort auflegen und selbst zurückrufen. Vereinbaren Sie ein Codewort für Notfälle mit Ihren Angehörigen, um sicherzugehen, dass sie tatsächlich in einer Notsituation sind. Bleiben Sie ruhig und lassen Sie sich nicht unter Druck setzen, wenn jemand Geld von Ihnen verlangt. Und nicht zu vergessen: Informieren Sie sich über technische Schutzlösungen, die Ihnen helfen können, solche Anrufe zu filtern.
Ein Aufruf an alle: Lassen Sie sich nicht einschüchtern! Informieren Sie sich, sprechen Sie mit anderen und bleiben Sie wachsam. Gemeinsam können wir diesen Betrügern das Handwerk legen!
