Im Tiroler Oberland wurde kürzlich ein Dackel namens „Anneliese“ während einer Verkehrskontrolle entdeckt – und das ungesichert im Auto! Die Besitzerin, Evi Krismer, war mit ihrem Bruder Franz Krismer und dem fröhlichen Vierbeiner unterwegs. Ein Polizist bemerkte die unsichere Situation auf der Rückbank und entschied, dass die Weiterfahrt unterbunden werden muss.
Die Polizeiinspektion Imst wurde zur zentralen Anlaufstelle für die Krismer-Familie. Dort wurden Evi und „Anneliese“ vorgeladen, um ein Hundegeschirr und das entsprechende Verbindungsstück vorzuzeigen. Um nicht zu Fuß nach Hause gehen zu müssen – was sicherlich kein erfreulicher Gedanke war – einigten sich die Beamten und Evi auf eine provisorische Sicherung im Auto. Evi war schnell zur Stelle und kaufte die erforderliche Ausrüstung, um einer Anzeige bei der Bezirkshauptmannschaft zu entgehen. Zwei Tage später brachte sie die passende Ausrüstung zur Polizei und erklärte die gesamte Situation. Der diensthabende Beamte war sich unsicher, wie nun weiter verfahren werden sollte, und die Angelegenheit endete mit einer Notiz. Evi äußerte, dass sie nicht böse auf die Polizei sei, aber die Drohung mit einer Anzeige und die Vorladung als unangemessen empfand. Was für eine turbulente Geschichte, oder?
Regeln für den Transport von Tieren
Der Transport von Tieren im Auto unterliegt in Österreich strengen gesetzlichen Regelungen zur Sicherheit sowohl von Mensch als auch Tier. Nach §23 Abs. 1 der Straßenverkehrsordnung (StVO) müssen Tiere als „Ladung“ gesichert werden, um die Sicht und Bewegungsfreiheit des Fahrers nicht zu beeinträchtigen. Ungesicherte Tiere können nicht nur zu schweren Verletzungen führen, sondern stellen auch eine ernsthafte Verkehrsgefährdung dar. Im schlimmsten Fall drohen Bußgelder, die je nach Gefährdungslage bis zu 100 Euro betragen können.
Das Tierschutzgesetz (§2) verpflichtet Halter, Tiere ohne vermeidbare Leiden zu transportieren. Das bedeutet, dass geeignete Sicherungssysteme wie Transportboxen, Gurtsysteme oder Trenngitter verwendet werden müssen. Diese Systeme müssen stabil und geprüft sein – improvisierte Lösungen sind in der Regel ungeeignet. Wer sein Tier ungesichert transportiert, könnte im Schadensfall von der Versicherung die Regulierung verweigert bekommen. Auch die Tierhalterhaftung (§833 BGB) spielt hier eine Rolle: Halter haften für Schäden, die durch ihr Tier verursacht werden. Bei ungesicherten Tieren kann der Fahrer ebenfalls haftbar gemacht werden, wenn er fahrlässig handelt.
Die Folgen eines Verstoßes
Wie wir gesehen haben, sieht der Bußgeldkatalog 2026 strengere Maßnahmen für die Sicherungspflicht vor. Es ist wichtig, sich der möglichen Konsequenzen bewusst zu sein. Bei einem Verstoß gegen die Sicherungspflicht können Bußgelder anfallen – 30 Euro für nicht angemessen gesicherte Tiere, 60 Euro bei Gefährdung und 75 Euro bei Sachbeschädigung. Hunde und Katzen müssen beim Transport im Auto ausreichend gesichert werden, um Verletzungen und Ablenkungen zu vermeiden. In diesem Zusammenhang regelt § 22 der StVO die Ladungssicherung: Die Ladung muss so gesichert sein, dass sie bei Vollbremsung oder plötzlichen Bewegungen nicht verrutschen oder umfallen kann.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Hunde sicher zu transportieren: vom Kofferraum mit Trenngitter über Transportboxen bis hin zu speziellen Autositzen für Hunde. Sicherheitsgurte für Hunde sind ebenfalls erhältlich, wobei darauf zu achten ist, dass Hunde nicht am Halsband, sondern am Geschirr gesichert werden. Für Katzen empfiehlt sich eine Transportbox, die im Fußraum hinter den Vordersitzen platziert werden kann. Regelmäßige Pausen während der Fahrt sind wichtig, um den Tieren Wasser und Schatten zu bieten – besonders in den heißen Sommermonaten, wenn sich Autos schnell aufheizen. Das Zurücklassen eines Tieres im heißen Auto könnte sogar als Tierquälerei gewertet werden!
Die Geschichte von Evi und „Anneliese“ erinnert uns daran, wie wichtig es ist, unsere Tiere während der Fahrt gut zu sichern. Es kann nicht nur rechtliche Konsequenzen haben, sondern ist auch für das Wohl der Tiere unerlässlich. Wer sich die Mühe macht, die richtigen Sicherungssysteme zu verwenden und diese ordnungsgemäß einzubauen, kann sich nicht nur vor Bußgeldern schützen, sondern tut auch seinem pelzigen Freund einen großen Gefallen.