Am Himmelfahrtstag 2023 erlebte die Pfarre Nassereith ein außergewöhnliches Ereignis. An diesem besonderen Tag wurde der alte Brauch, eine Statue des Auferstandenen zur Kirchendecke zu ziehen und durch das sogenannte „Heilig-Geist-Loch“ verschwinden zu lassen, in die Tat umgesetzt. Pfarrer Josef Maria Ahorn erinnerte bereits im Vorjahr an diese Tradition, und nun, ein Jahr später, schwebte die hölzerne Jesus-Statue tatsächlich zur Decke der Kirche. Ein beeindruckender Anblick, der viele Gläubige in seinen Bann zog.

Die Himmelfahrtszeremonie stand nicht nur im Zeichen der Tradition, sondern war zudem ein Jubiläumsgeschenk für den Pfarrer Ahorn, der in diesem Jahr auf 45 Jahre seines priesterlichen Wirkens zurückblicken kann. 1981 wurde er von Bischof Reinhold Stecher zum Priester geweiht, und seither prägte er die Gemeinden, in denen er wirkte. Von Vils über Sillian bis zum Unteren Lechtal – seine Spuren sind in der Tiroler Seelsorge unverkennbar. Seit 2002 ist er Pfarrer in Nassereith, wo er bis Februar 2024 auch als Pfarrmoderator in Tarrenz und stellvertretender Dekan des Dekanates Imst tätig war.

Ein Fest für die Gemeinde

Die Himmelfahrtsfeier wurde von der Feuerwehr begleitet, die mit Gratulationen zur Feierlichkeit beitrug. Es war ein wahrhaft festlicher Anlass, der nicht nur die religiöse Gemeinschaft zusammenbrachte, sondern auch die tiefe Verwurzelung dieser Tradition in der Tiroler Kultur unterstrich. Die Pfarre Nassereith, die über ein prunkvolles Heiliges Grab verfügt, symbolisierte mit dieser Zeremonie die Geschichte von Jesu Sterben und Auferstehung. Pfarrer Ahorn hob die Verbindung zwischen der Zeremonie und der Osternacht hervor, was den feierlichen Charakter des Anlasses noch verstärkte.

Interessanterweise entstand die Idee zur Himmelfahrtszeremonie am Himmelfahrtstag 2025, nach dem Hochamt beim Pfarrkaffee. Es war ein Moment des Austausches, in dem der Vorschlag sofort auf offene Ohren traf. Die Gemeinde war begeistert, und eine intensive Recherche über ähnliche Brauchtümer in anderen Regionen – auch auf YouTube – folgte. Nur noch an wenigen Orten in Tirol wird dieser Brauch gepflegt, was die Einzigartigkeit der Nassereither Feier umso mehr betont.

Traditionen im Wandel

Die Tradition, Christusfiguren durch das Heilig-Geist-Loch zu ziehen, ist in Tirol nicht mehr weit verbreitet. Einige wenige Gemeinden, wie etwa in Mils, halten diesen Brauch noch hoch. Die Pfarre Nassereith hingegen feierte mit dieser Zeremonie eine Premiere, die nicht nur den Glauben, sondern auch die Kultur lebendig hielt. Es wurden Konstruktionen erarbeitet, um das sichere „Aufziehen“ der Figur zu gewährleisten. Die Proben in der Pfarrkirche waren ein voller Erfolg, und so konnte die Gemeinde voller Vorfreude auf den Himmelfahrtstag blicken.

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Die Feierlichkeiten in Tirol sind auch Ausdruck einer tief verwurzelten Kultur, die über die Jahrhunderte zahlreiche Bräuche hervorgebracht hat. Sei es die Fasnacht mit ihren prunkvollen Masken oder die traditionellen Almabtriebe im Spätsommer – all diese Veranstaltungen verbinden die Menschen und lassen sie die Gemeinschaft erleben. Auch die Himmelfahrtszeremonie ist ein Teil dieses reichen kulturellen Erbes, welches das Leben in Tirol prägt und bereichert. Der Duft von frischem Brot, das Lachen der Kinder und die festliche Musik aus der Kirche – all das macht solche Anlässe unvergesslich.

Insgesamt wird die Himmelfahrtsfeier in Nassereith nicht nur als religiöses Event in Erinnerung bleiben, sondern auch als Fest der Gemeinschaft, das die tiefe Verbundenheit der Menschen mit ihren Traditionen und ihrem Glauben feiert.