Heute ist der 2. Juni 2026, und in Innsbruck hat sich ein spannendes Ereignis zugetragen. Vizekanzler und Wohnminister Andreas Babler sowie Landeshauptmann-Stellvertreter Philip Wohlgemuth haben am 1. Juni eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Der Fokus liegt auf der Baukultur, die in Städten und Gemeinden Tirols gefördert werden soll. Ziel ist es, die Zusammenarbeit zwischen Bund und Land Tirol zu intensivieren, um die Baukultur nicht nur zu erhalten, sondern auch aktiv zu gestalten. Ein ambitioniertes Vorhaben!
Was genau steckt hinter dieser Vereinbarung? Eine Vielzahl von Maßnahmen soll die Baukultur stärken. Dazu gehört unter anderem eine bessere Koordination der Fördermittel. Das bedeutet, dass Förderlücken geschlossen werden sollen und die Mittel gezielt für Bau-, Umbau-, Planungs- und Kommunikationsprojekte eingesetzt werden. Auch eine neue Koordinationsstelle wird eingerichtet, um die Abstimmung zu verbessern und gemeinsame Standards zu entwickeln.
Bewusstsein für Baukultur schaffen
Ein zentraler Punkt ist die Stärkung des Bewusstseins für Baukultur. Hierbei sind Planungs- und Kommunikationsmaßnahmen geplant, die darauf abzielen, die Bedeutung der Baukultur in der Gesellschaft zu verankern. Besonders wichtig ist auch die Bürger:innenbeteiligung, denn nur gemeinsam kann etwas Großes entstehen. Die Unterstützung von qualitativ hochwertigen Projekten wird ebenfalls angestrebt. Dazu zählen die Aufwertung öffentlicher Räume, die Belebung von Sockelzonen, die Aktivierung von Leerständen und die Sanierung bestehender Gebäude.
Das geht Hand in Hand mit dem Ziel, lebendige Ortszentren zu schaffen und den Leerstand zu reduzieren. Räume für gemeinschaftliches Leben und Arbeiten werden dringend benötigt. In einer Zeit, in der mehr Menschen als je zuvor auf der Suche nach Wohnraum sind, ist diese Initiative mehr als willkommen.
Leerstände aktivieren
Ein weiterer Aspekt, der nicht in Vergessenheit geraten sollte, ist die Problematik der Leerstände. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMLEH) beteiligt sich am „Bündnis bezahlbarer Wohnraum“, das unter der Federführung des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauen (BMWSB) steht. Hier wird an einer Handlungsstrategie zur Aktivierung von Gebäudeleerständen gearbeitet. Das BMLEH fördert zudem ein Wissenstransfer-Projekt der Agrarsozialen Gesellschaft e.V. (ASG), das sich mit Innenentwicklung und der Bekämpfung von Leerständen befasst.
Das Projekt, das im April 2024 startet und drei Jahre laufen soll, hat sich das Ziel gesetzt, kommunale Erfahrungen auszuwerten und zu verbreiten. Die Herausforderungen im Gebäudesektor sind bekannt: fehlender Wohnraum, gestiegene Kreditzinsen, hohe Baukosten und ein Mangel an Fachkräften. Der Wohnungsbedarf ist also enorm, und das nicht nur in städtischen, sondern auch in ländlichen Gebieten.
Ein Blick auf die Wohnraumsituation
In einem weiteren Kontext ist zu beachten, dass bundesweit gut 550.000 Wohnungen fehlen – eine Studie hat das erst im Februar 2025 offengelegt. Die Zuwanderungszahlen steigen, während gleichzeitig viele Wohnungen leer stehen. Mieten in den Großstädten haben sich in den letzten Jahren regelrecht in die Höhe geschraubt, während die Zahl der Sozialwohnungen kontinuierlich sinkt. Das ist eine besorgniserregende Entwicklung, die nicht nur in Deutschland, sondern auch in Österreich spürbar ist.
Die Bundesregierung hatte sich ursprünglich zum Ziel gesetzt, jährlich 400.000 Neubauten zu schaffen, doch die Realität sieht anders aus. Im Jahr 2023 wurden nur 294.400 Wohnungen fertiggestellt. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Das Wohnungsbauniveau bleibt niedrig, und das trotz des hohen Bedarfs. Komplexe Vorschriften und langwierige Genehmigungsverfahren bremsen den Wohnungsbau aus.
In dieser Gemengelage kann die neue Kooperationsvereinbarung in Tirol als Hoffnungsschimmer gelten. Sie könnte der Schlüssel sein, um die Baukultur zu revitalisieren und die dringend benötigten Lebensräume zu schaffen. Wenn alle an einem Strang ziehen, kann etwas Großartiges entstehen!
