Rund ein Viertel der Bevölkerung in Österreich leidet an rheumatologischen Erkrankungen. Beeindruckend, oder? Das sind etwa 300.000 Menschen, die mit entzündlichen Erkrankungen wie Arthritis kämpfen. Und das ist noch nicht alles: Rund 325.000 Fälle gibt es bei stoffwechselbedingten Krankheiten wie Gicht. Darüber hinaus leben etwa 460.000 Menschen mit Osteoporose. Diese alarmierenden Zahlen stammen aus dem „Österreichischen Rheumatologie-Report II“, der von der Gesellschaft für Rheumatologie & Rehabilitation (ÖGR) veröffentlicht wurde. Ganz klar, hier gibt es Handlungsbedarf, denn die Warnung vor einer „gravierenden Unterversorgung“ rheumatologischer Patienten ist nicht zu ignorieren.
Was steckt dahinter? Die Alterung der Gesellschaft ist nur ein Grund für die steigende Krankheitslast. Ein weiteres großes Problem ist der Mangel an rheumatologisch tätigen Kassenärztinnen und -ärzten. In vielen Regionen gibt es schlichtweg keine fachspezifische rheumatologische Versorgung! Patienten sind oft gezwungen, in Spitalsambulanzen betreut zu werden, was nicht nur unpraktisch, sondern auch ineffizient ist. Und wenn wir uns die Zahlen anschauen: 2025 gab es in ganz Österreich nur 32 Rheumatologen mit Kassenverträgen. Das ist nicht viel für eine so große Anzahl an Betroffenen.
Wartezeiten und Arbeitsbedingungen
Die Situation wird durch die Altersstruktur der Rheumatologen noch verschärft. Ganze 45 Prozent sind über 55 Jahre alt, und viele von ihnen denken darüber nach, in Teilzeit zu arbeiten. Eine Umfrage unter 134 internistischen Rheumatologen und 11 Fachärzten in Ausbildung zeigt, dass die Wartezeiten für Patienten in Spitalsambulanzen und im niedergelassenen Kassenbereich oft zwischen Wochen und Monaten liegen. 48 Prozent der befragten Wahlärzte berichten von Wartezeiten von ein bis zwei Wochen. Das klingt nicht nur frustrierend, das ist es auch!
Die Kassenärzte beklagen zudem, dass sie am wenigsten Zeit pro Patient haben, was zu einer weiteren Verschärfung der Situation führt. Die ÖGR fordert daher eine einheitliche und leistungsgerechte Honorierung durch die österreichischen Kassen, um mehr Rheumatologen für den niedergelassenen Bereich zu gewinnen. Ohne diese Maßnahmen wird es schwierig, die Wartezeiten zu reduzieren und Patienten schnell zu den notwendigen Behandlungen zu verhelfen.
Innovationen in der Rheumatologie
Trotz dieser Herausforderungen ist die Rheumatologie eine der innovativsten Fachdisziplinen der modernen Medizin. Der „Österreichische Rheumatologie-Report II“ bietet nicht nur einen Faktencheck zur Krankheitslast, sondern auch zur aktuellen Versorgungssituation in Österreich. Die ÖGR zeigt mit ihrer Umfrage die Arbeitssituation der Rheumatolog:innen auf und verdeutlicht den dringenden Handlungsbedarf in der rheumatologischen Versorgung. Im Jahr 2023 gibt es immer noch Regionen ohne fachspezifische Versorgung, was nicht akzeptabel ist!
Wenn wir über die zukünftige Entwicklung nachdenken, ist es wichtig zu beachten, dass der Trend zur Teilzeittätigkeit unter Rheumatolog:innen zunehmen wird. Fast die Hälfte der Befragten plant, in fünf Jahren Teilzeit zu arbeiten. Das kann die Situation weiter verkomplizieren, denn die Zahl der internistischen Rheumatolog:innen stagniert bereits. Viele komplexe rheumatologische Leistungen sind zudem in den Kassentarifen nicht ausreichend abgebildet und haben keine Honorarposition. Hier ist noch viel zu tun.
Wie es scheint, ist die rheumatologische Versorgung in Österreich ein Thema, das uns alle angeht. Die Herausforderungen sind groß, aber mit der richtigen Strategie und Unterstützung kann vielleicht etwas Bewegung in die Sache kommen. Es bleibt zu hoffen, dass die Verantwortlichen endlich handeln und den Betroffenen die Hilfe zuteilwird, die sie dringend benötigen.