In der kleinen Gemeinde Fließ, unweit von Landeck, brodelt es gewaltig. Eine Frauengruppe, angeführt von der Hellseherin Irmtraud, ist in heller Aufregung. Der Grund? Eine düstere Vorhersage über einen bevorstehenden Mord im Dorf. Die besorgten Damen versuchen mit allen Mitteln, das Unheil abzuwenden. Doch die Situation eskaliert. Gertrude, die Ehefrau des ortsansässigen Andreas, wird plötzlich als vermisst gemeldet. Merkwürdig ist, dass Gertrude sich an ihr Horoskop gehalten hat, das ihr riet, „neue Wege zu gehen“. Was könnte das nur bedeuten?
Die Dorfpolizistin Karla Knospe sieht sich gezwungen, zu handeln. Skeptisch gegenüber dem Aberglauben, beschließt sie, ihre Mitarbeiterin Fredericke Fruchtig undercover in die Frauengruppe einzuschleusen. Ein gefährliches Spiel, das bald in einem echten Mord mündet – und damit wird die Lage ernst. Die Dorfbewohner finden sich plötzlich in einem spannenden Versteckspiel wieder. Die ganze Situation hat etwas von einem Krimi, und die Zuschauer sind gefesselt!
Jugendtheater auf den Brettern, die die Welt bedeuten
Das Stück, das hier aufgeführt wird, ist das dritte Werk der Jugendtheatergruppe Fließ. Die jungen Schauspieler zeigen eine bemerkenswerte Qualität und spielen ihre Rollen mit einer Textsicherheit, die viele im Publikum verblüfft. Die Premiere war fast ausverkauft und die Begeisterung der Zuschauer war hörbar – ein echter Erfolg! Nach dieser ersten Aufführung stehen noch zwei weitere Vorstellungen an, und die Karten können ganz bequem auf der Homepage des Theatervereins reserviert werden.
Ein weiteres spannendes Detail: Gertrude taucht schließlich wieder auf. Wie sie aus dieser misslichen Lage entkommen konnte, bleibt ein Geheimnis, das die Dorfbewohner wohl noch lange beschäftigen wird. Die Regisseurin Michaela Traxler erhielt für ihre eindrucksvolle Leistung nicht nur Applaus, sondern auch einen schönen Blumenstrauß. Es scheint, als ob die Kombination aus Spannung, Humor und schauspielerischem Talent das Publikum verzaubert hat.
Ein Blick über den Tellerrand
Interessant ist, dass diese Art von Frauenpower nicht nur in Fließ zu finden ist. Ähnliche Strömungen gab es auch in der DDR, wo feministische Theologie ab Mitte der 1980er-Jahre aufkam. Ursprünglich in kirchlichen Frauenbewegungen und privaten Arbeitsgruppen verankert, entwickelte sich ein Netzwerk, das auch die Themen der Geschlechtergerechtigkeit und der sozialen Umwelt von Frauen aufgriff. Da gab es Diskussionen über die rechtliche Gleichstellung und die Herausforderungen, die Frauen in der Gesellschaft begegneten.
Die Parallelen sind bemerkenswert. Während in Fließ eine Gruppe von Frauen versucht, einen Mord zu verhindern, kämpften Frauen in der DDR um ihre Stimme und ihren Platz in der Gesellschaft. Die Gründung von Arbeitskreisen zur feministischen Theologie und der Austausch über Geschlechterkonstruktionen zeigen, dass der Kampf um Gleichheit und Anerkennung ein übergreifendes Thema ist. Es ist faszinierend, wie solche Bewegungen, ob in einem kleinen Tiroler Dorf oder in einem sozialistischen Staat, die Stärke und den Zusammenhalt von Frauen verdeutlichen.
Die Aufführung in Fließ ist also nicht nur ein Stück Unterhaltung, sondern auch ein Spiegel gesellschaftlicher Entwicklungen. Man kann nur hoffen, dass die Zuschauer auch weiterhin so begeistert bleiben und die Frauenpower in all ihren Facetten feiern!