In der Gemeinde Pians, unweit von Landeck, wird bald eine PV-Freiflächenanlage errichtet, die nicht nur umweltfreundlichen Strom erzeugen, sondern auch die Energiekosten der Anwohner senken soll. Diese innovative Initiative wird seit zwei Jahren unter der Leitung von EEG-Obfrau Elisabeth Steinlechner und EEG-Kassier Dr. Jürgen Neubarth vorangetrieben. Im Februar wurde das Projekt offiziell eingereicht, die Ausschreibungen sind für Mai geplant. Die geschätzten Kosten belaufen sich auf 1,1 Millionen Euro, wobei 55% der Errichtungskosten durch Bundesförderungen gedeckt werden.
Die neue Anlage wird rund 1.700 PV-Paneele umfassen, die in einem Abstand von 1,3 Metern zum Boden installiert werden. Diese Paneele sind nahezu perfekt nach Süden ausgerichtet und sollen eine Leistung von knapp 800 kWp erzeugen. Um die erzeugte Energie effizient zu nutzen, wird ein Großbatteriespeicher mit einer Kapazität von 2,4 Megawattstunden installiert, der die Stromzwischenspeicherung und die Einspeisung ins Netz ermöglicht. Geplant ist, die PV-Freiflächenanlage bis Ende des Jahres in Betrieb zu nehmen, wobei die Arbeiten nach der Brutzeit am 1. August beginnen sollen, voraussichtlich im September.
Ökonomische Vorteile für die Gemeinde
Die Energiegemeinschaft (EEG) hat mittlerweile 150 Mitglieder, die über 79 lokale und private PV-Anlagen Strom an die EEG liefern. Die Hauptabnehmer sind die Gemeinden Grins und Pians sowie Altersheime in Grins, Landeck und Zams. Ein entscheidender Vorteil für die Mitglieder ist der reduzierte Strompreis, der von der Energiegemeinschaft selbst bestimmt wird. Das reduzierte Netzentgelt um 28% ermöglicht Einsparungen von 2,29 ct/kWh (brutto) für Netzentgelt, 0,12 ct/kWh für den Entfall der Elektrizitätsabgabe und 0,44 ct/kWh für den Entfall des Erneuerbaren-Förderbeitrags. Insgesamt summieren sich die Einsparungen für den Strom aus der EEG auf rund 5,8 ct/kWh.
Ein weiterer interessanter Aspekt ist die Rolle der Prosumenten, die nicht nur Besitzer von PV-Anlagen sind, sondern auch aktiv am Strommarkt teilnehmen. Sie kaufen und verkaufen Strom, wobei die Vergütung des Überschussstroms von der installierten Leistung abhängt. Dies fördert nicht nur die Nutzung erneuerbarer Energien, sondern stärkt auch die lokale Wirtschaft.
Ökologische Initiativen
Die ökologischen Maßnahmen im Rahmen des Projekts sind ebenso bemerkenswert. Auf den Freiflächen wird Neophytenbekämpfung betrieben, Nistkästen installiert und Schafbeweidung sowie Saatgutausbringung durchgeführt. Diese Maßnahmen tragen dazu bei, die Biodiversität zu fördern und den ökologischen Fußabdruck der Anlage zu minimieren.
Das Projekt in Pians ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie Gemeinden durch innovative Ansätze in der Energieversorgung nicht nur ihren eigenen Strombedarf decken, sondern auch aktiv zur Energiewende beitragen können. Der Ausbau erneuerbarer Energien ist nicht nur in Österreich, sondern auch global von großer Bedeutung. Laut dem Umweltbundesamt wird der Anteil der erneuerbaren Energien im Stromsektor bis 2025 auf 55,1 Prozent steigen. Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien wird voraussichtlich 290,2 Mrd. kWh betragen, was eine Steigerung von 1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr darstellt.
Mit der kontinuierlichen Entwicklung und dem Ausbau von Photovoltaik-Anlagen ist die Zukunft der Energieversorgung vielversprechend. Die installierte Leistung in Deutschland hat sich in den letzten fünf Jahren verdoppelt, und die Erzeugung aus PV wird bis 2025 auf 91,6 Mrd. kWh ansteigen. Solche Projekte wie in Pians sind daher nicht nur eine lokale Lösung, sondern Teil eines größeren Trends hin zu einer nachhaltigeren Energiezukunft.