Am 19. Mai fand in Lienz ein ganz besonderes Fest statt. Die Fachschule und der Aufbaulehrgang für wirtschaftliche Berufe der Dominikanerinnen feierten zu Ehren des heiligen Dominikus. Eine Heilige Messe in der „Klösterle“-Kirche, geleitet von Pater Martin Bichler, bildete den feierlichen Auftakt. Pater Bichler, mit seiner warmen und einladenden Art, betonte die zentrale Botschaft des Heiligen Dominik: anderen mit Wertschätzung zu begegnen – ein Thema, das heute relevanter denn je ist.

Nach der Messe wird es richtig spannend. Die Schüler:innen traten zu einer „Sternwanderung“ an, die durch Lienz und die umliegende Umgebung führte. Bei dieser Wanderung ging es nicht nur darum, frische Luft zu schnappen oder die Aussicht zu genießen. Vielmehr sollten die Jugendlichen die Haltung der Wertschätzung auf eine ganz praktische Art und Weise erfahrbar machen. Sie verteilten kleine Säckchen mit bunten Blumenmurmeln und Samenherzen an die Schüler:innen der Sonderschule und die Kinder des „Klösterle“-Kindergartens. Diese kleinen Geschenke waren nicht nur hübsch anzusehen, sondern sollten auch Freude bereiten und ein Zeichen der Verbundenheit setzen.

Ehrenamt und Wertschätzung

Ganz im Sinne dieser Wertschätzung bedankten sich die Schüler:innen auch bei den Mitarbeiter:innen des Roten Kreuzes, des Wohn- und Pflegeheims sowie des Sozialsprengels. Diese Menschen leisten täglich Außergewöhnliches und verdienen unsere Anerkennung. Eine Klasse hatte sich überlegt, kleine Geschenke an Passant:innen am Hauptplatz zu verteilen, um freundliche Begegnungen zu fördern. Das klingt doch nach einem richtig schönen Tag, oder?

Im Anschluss an die Wanderung besuchten die Klassen das Labyrinth in Gaimberg, wo Besinnung und persönliche Reflexion im Mittelpunkt standen. Hier hatten die Jugendlichen Zeit, über ihren Lebensweg, ihre Ziele und Entscheidungen nachzudenken. Dabei wurde auch über die unterstützenden Menschen in ihrem Leben nachgedacht. Eine intensive Auseinandersetzung, die oft nicht nur auf dem Papier stattfindet, sondern im Herzen bleibt. Der Tag endete schließlich mit einem gemeinsamen Mittagessen im Schulgarten – ein schöner Abschluss, um die Erlebnisse zu teilen und zu reflektieren.

Engagement junger Menschen

Solche Begegnungen sind wichtig, denn sie fördern das Engagement junger Menschen. Sophie Eberle berichtet, dass viele Jugendliche sich gerne engagieren, um Gemeinschaft, Sichtbarkeit und sinnvolle Tätigkeiten zu erfahren. Spaß und die Möglichkeit, etwas zu bewirken, stehen dabei oft im Vordergrund. Theresa Weber ergänzt, dass viele bereit sind, sich einzubringen, jedoch bevorzugt projektbezogen, also nicht unbedingt langfristig in einem Ehrenamt. Das zeigt, wie wichtig es ist, flexible und attraktive Angebote zu schaffen.

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Das Bistum Mainz plant eine Ehrenamtsstrategie, um junge Menschen besser zu begleiten und zu vernetzen. Ehrenamtskoordinatoren sollen als Ansprechpersonen fungieren und Tipps geben, wie man Engagement sinnvoll umsetzen kann. Diese Ideen könnten auch in Lienz von Bedeutung sein, um das Engagement junger Menschen weiter zu fördern und Wertschätzung zu zeigen. Wertschätzung kann durch finanzielle Unterstützung für Projekte oder durch Anerkennung durch Arbeitgeber erfolgen – da sind viele Wege denkbar!

Ehrenamt als gesellschaftliche Säule

Ehrenamtliches Engagement ist eine tragende Säule unserer Gesellschaft. Besonders in der Jugendarbeit trägt es zur Persönlichkeitsentwicklung und zur sozialen Verantwortung junger Menschen bei. Die Jugend des Deutschen Alpenvereins (JDAV) sieht das Ehrenamt als Grundlage ihrer Arbeit und möchte dessen Relevanz sichern und weiterentwickeln. Herausforderungen wie verdichtete Schul- und Ausbildungszeiten machen es jungen Menschen oft nicht leicht, sich langfristig zu engagieren. Daher sind strukturelle Anerkennung und materielle Unterstützung von großer Bedeutung.

Die Forderungen an Politik und Gesellschaft sind klar: Ehrenamt soll für alle zugänglich sein, unabhängig von finanziellen Verhältnissen. Anrechnungsmöglichkeiten für Schule und Studium, eine Aufwertung der Ehrenamtspauschale und die Bereitstellung von Ressourcen sind nur einige Schritte in die richtige Richtung. Hier tut sich also einiges, und es bleibt zu hoffen, dass solche Maßnahmen auch in Lienz und Umgebung Einzug halten. Ein starkes Ehrenamt ist schließlich das Herz jeder Gemeinschaft!