In Reutte tut sich was! Die Initiative „Crannies of Urban Life“, gegründet von Liv Leuprecht, Emil Grünwald und Bastian Gashi, hat sich zum Ziel gesetzt, einen öffentlichen Raum zu schaffen, der den Bedürfnissen der Jugendlichen in der Stadt gerecht wird. Die Auftaktveranstaltung fand am Dienstag mit 22 Schülern der Polytechnischen Schule statt – ein erster Schritt, um den Untermarkt aufzupeppen und für junge Leute attraktiver zu machen.

Liv Leuprecht, eine der Initiatorinnen, hebt hervor, wie wichtig es ist, die Wünsche und Bedürfnisse der Jugendlichen in der Stadtentwicklung zu berücksichtigen. Schließlich sind es die Jugendlichen, die in diesen Räumen leben und sie nutzen werden. Ein Workshop im Werkhaus soll dazu dienen, kreative Ideen zu entwickeln. Hierbei wird auch ein Blick nach Italien geworfen, wo öffentliche Räume viel aktiver genutzt werden als bei uns. Das soll als Vorbild dienen.

Gestaltung des Untermarkts

Am 26. und 27. Mai stehen Workshops auf dem Programm, in denen Möbel für den Untermarkt gestaltet und gebaut werden. Die Jugendlichen haben bereits klare Vorstellungen – die aktuellen Sitzmöglichkeiten empfinden sie als ungemütlich und kalt. Ein paar Wünsche, die geäußert wurden: Ein Brunnen, mehr Fahrradabstellplätze und natürlich ein wenig Beschattung am Zeillerplatz, damit man auch mal in Ruhe sitzen kann, ohne sich gleich einen Sonnenbrand zu holen. Am 29. Mai wird ein offener Workshop stattfinden, zu dem alle Interessierten eingeladen sind. Da kann jeder mitgestalten!

Das Highlight der Initiative wird das Jugendfest am 30. Mai ab 16 Uhr sein. Neben der Präsentation der neu gestalteten Möbel wird es Unterhaltung durch Jugendbands und lokale Vereine geben. Eine Podiumsdiskussion zum Thema Stadtentwicklung und die Zukunft Reuttes rundet das Programm ab. Es wird spannend, welche Ideen und Vorschläge dabei auf den Tisch kommen, denn das Projekt soll Bewusstsein für die Veränderbarkeit von Städten schaffen und die Jugend stärker in die Stadtentwicklung einbeziehen. Und das alles wird gefördert durch das Kulturprogramm YUKUMAY des Landes Tirol.

Kinder- und Jugendbeteiligung in der Stadtentwicklung

Ähnliche Bestrebungen gibt es auch an anderer Stelle. In einer Veranstaltung in der Stadthalle wurde die Kinder- und Jugendbeteiligung in den Fokus gerückt. Hier präsentieren Grundschulkinder und Neuntklässler ihre Ideen zur Gestaltung von Spielplätzen und Bushaltestellen. Isabell Köster betont, dass Kinder und Jugendliche aktive Mitgestalter ihrer Umgebung sind. Laut der UN-Kinderrechtskonvention (Artikel 12) ist ihre Beteiligung sogar ein verbrieftes Recht.

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Interessanterweise zeigt eine Studie des Deutschen Kinderhilfswerks, dass die Landschaft der Beteiligung vielfältig ist – von Spielplätzen bis zu Themen wie Stadtmarketing. Um die Mitbestimmung zu fördern, ist es wichtig, spielerische und greifbare Aufgaben für Kinder bis zu 12 Jahren zu schaffen, während Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren flexible Formate und ernsthafte Einflussmöglichkeiten benötigen. Digitale Formate und Gamification werden als sinnvoll erachtet, sollten aber nicht die analogen Angebote ersetzen.

Die Experten betonen die Bedeutung von guter Vorbereitung und Transparenz, um Selbstwirksamkeit zu fördern. Die Partner der Kinder- und Jugendbeteiligung sind vielfältig – Schulen, Jugendzentren, Kultur- und Bildungseinrichtungen. Langfristig sollten solche Beteiligungen in die Stadtentwicklung integriert werden, um eine nachhaltige Veränderung zu bewirken.

In Reutte ist also einiges im Gange. Die Stimmen der Jugendlichen werden gehört, und es bleibt zu hoffen, dass die Ideen und Wünsche tatsächlich in die Tat umgesetzt werden. Schließlich ist es ihre Stadt, in der sie leben, und sie haben das Recht, sie mitzugestalten.