In der malerischen Kulisse der Zillertaler Alpen, wo die frische Bergluft und die sanften Hügel zum Träumen einladen, kehren mit dem Sommer die Tiere zurück auf die Almen. Hier leben Rinder, Schafe, Pferde und Ziegen, die nicht nur die Landschaft beleben, sondern auch einen wichtigen Beitrag zum Naturschutz leisten. Dies geschieht im Rahmen des „Naturschutzplans auf der Alm“, der seit 2008 besteht und in den letzten zwei Jahrzehnten zahlreiche Projekte in Tirols Naturparks umgesetzt hat.
Ein Blick auf die Zahlen zeigt: Über 30 Almen in den Naturparks Kaunergrat, Karwendel und Zillertaler Alpen haben durch diese Förderung ihre Lebensräume verbessert oder gar wiederhergestellt. Die dritte Auflage des Naturschutzplans im Naturpark Zillertaler Alpen läuft bis 2027 und umfasst fünf Almen. Ziel des Plans ist es, Almweiden zu erhalten, zu pflegen und wiederherzustellen sowie wertvolle Lebensräume zu schützen und zu revitalisieren. Die Maßnahmen sind vielfältig: vom Auflichten von zugewachsenen Weideflächen über die Renaturierung von Almtümpeln bis hin zum Schutz von Mooren. Auch die Errichtung von Lesesteinmauern gehört dazu.
Engagement für die Natur
Die Almbäuerinnen und -bauern profitieren von Förderungen, die je nach Maßnahme variieren, und im Zillertal werden mehr als 3,5 Hektar für die Pflege der Almen bearbeitet. Hier kommt auch die Unterstützung von Ehrenamtlichen ins Spiel, die tatkräftig den Almbewirtschaftern zur Seite stehen. Diese Zusammenarbeit zwischen Naturparken und Almwirtschaft wird als äußerst erfolgreich beschrieben. Naturschutzlandesrat René Zumtobel hebt die Bedeutung der Naturschutzförderungen hervor, insbesondere des ÖPUL-Programms, von dem rund jeder fünfte Tiroler Landwirtschaftsbetrieb profitiert.
Der Umsetzungsgrad der Maßnahmen aus dem Naturschutzplan liegt über 95 Prozent – das ist eine beeindruckende Zahl! Seit 2008 wurden mehr als 20 Projektwochen mit Freiwilligen organisiert, was zeigt, wie viel Herzblut in diese Initiative gesteckt wird. Der eingereichte Förderantrag für die dritte Auflage wurde genehmigt, und die Umsetzung der Pläne läuft bis Ende des Almsommers 2027.
Vielfalt der Maßnahmen
Ein zentraler Bestandteil des Naturschutzplans ist das naturschutzorientierte Weidemanagement, das gemäß einem detaillierten Weideplan umgesetzt wird. Ziel hierbei ist es, die Arten- und Lebensraumvielfalt zu erhalten und sogar zu erhöhen. Durch gezielte Zäunungen wird die Beweidung auf definierten Flächen gelenkt, was insbesondere sensiblen Bereichen zugutekommt. Ein weiteres Beispiel für gezielte Maßnahmen ist das Düngemanagement, das die Ausbringung von Dünger auf spezifische Mengen und Flächen ausrichtet – alles im Sinne der Naturschutzfachlichkeit.
Das Biotopmanagement und die Pflege strukturreicher Flächen sind ebenfalls von großer Bedeutung. Hier stehen die Erhaltung und Pflege ökologisch wertvoller Almweiden im Vordergrund. Methoden wie gezielte kleinflächige Schwendmaßnahmen, Pflegemahd und Entsteinung helfen, die Artenvielfalt zu bewahren. Auch die Anlage von Lesesteinhaufen, -wällen oder -mauern ist Bestandteil dieser Pflege.
Ein Blick in die Zukunft
Die Herausforderungen für den Naturschutz auf den Almen in Tirol sind vielfältig, aber die bisherigen Erfolge ermutigen zuversichtlich. Die Zusammenarbeit zwischen den Almbewirtschaftern und den Naturschutzorganisationen zeigt, dass nachhaltige Landwirtschaft und Naturschutz Hand in Hand gehen können. Für die Zukunft wird es darauf ankommen, die Balance zwischen Tradition und modernen Anforderungen zu finden. Wer mehr über das Projekt und die Hintergründe erfahren möchte, kann sich auf diesen Link klicken.
In der Zillertaler Almenlandschaft wird weiterhin hart gearbeitet, um nicht nur die Schönheit der Natur zu bewahren, sondern auch um den Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten zu sichern. Hier, wo die Kühe sanft über die Weiden ziehen und die Blumen in bunten Farben blühen, spürt man die Verbundenheit von Mensch und Natur – ein wertvolles Gut, das es zu schützen gilt.