In Oberneukirchen fand kürzlich ein wichtiges Treffen der Sozialpartner statt, zu dem die Landwirtschaftskammer eingeladen hatte. Der malerische Ort Moar z’Lobenstein, der zum Hof des Bezirksbauernkammerobmanns Peter Breuer gehört, diente als Kulisse für angeregte Diskussionen über die Wertschätzung der Landwirtschaft und die damit verbundenen Herausforderungen. Unter den Teilnehmern waren prominente Gesichter wie Bezirkshauptmann Ferdinand Watschinger, Elke Leitner von der Bezirksbauernkammer, AMS-Leiterin Melanie Hofinger, Klemens Ruttmann von der WKO-UU, ÖGB-Regionalsekretär Klaus Pachner und Bürgermeister Josef Rathgeb.

Ein zentraler Punkt der Diskussion war der immense Preisdruck, dem Landwirte, insbesondere Milchbauern, ausgesetzt sind. Peter Preuer, der 1992 mit 14 Milchkühen in den Betrieb eintrat und heute stolzer Besitzer von 120 Rindern (darunter 65 Milchkühe) ist, berichtete über die aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Der Milchpreis liegt derzeit bei etwa 43 Cent pro Liter, während die Dieselpreise über 1,80 Euro liegen. Zum Vergleich: 1995 kostete ein Liter Diesel nur 6 Schilling, die Milch war mit 7 Schilling nur unwesentlich teurer. Diese Zahlen verdeutlichen, wie sehr sich die wirtschaftliche Landschaft verändert hat.

Investitionen in die Zukunft der Landwirtschaft

Preuer hat in die Modernisierung seines Betriebs investiert, was ihm nicht nur hilft, wettbewerbsfähig zu bleiben, sondern auch einen nachhaltigen Ansatz verfolgt. Mit einer Photovoltaik-Anlage zur Stromproduktion und einem System zur Nahwärmegewinnung durch Bioenergie Oberneukirchen zeigt er, wie wichtig Nachhaltigkeit in der modernen Landwirtschaft ist. Bewirtschaftet wird außerdem eine Fläche von 80 Hektar, wovon 36 Hektar Eigengrund sind, in einer Maschinen- und Erntegemeinschaft mit anderen Landwirten.

Bezirkshauptmann Watschinger betonte während des Treffens die Notwendigkeit eines regelmäßigen Austauschs zwischen den Sozialpartnern. Diese Treffen sollen nun zweimal jährlich stattfinden und abwechselnd von verschiedenen Sozialpartnern organisiert werden. Ein Ansatz, der sicherlich dazu beiträgt, die Herausforderungen der Branche besser zu bewältigen.

Die Milchproduktion in Zahlen

<pDie Situation der Milchproduktion ist nicht nur lokal von Bedeutung, sondern auch im deutschlandweiten Kontext von großer Relevanz. Laut dem Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL) wird für 2025 ein Rückgang des Konsummilchverbrauchs auf etwa 45 Kilogramm pro Person prognostiziert, was einem Rückgang von rund einem Kilogramm im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Überraschenderweise steigt jedoch der Verbrauch von Käse und Butter, was zeigt, dass sich die Vorlieben der Verbraucher ändern.

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Die Zahl der Milchviehbetriebe in Deutschland sank um knapp 1.500, während sich der Milchviehbestand seit 2015 stabilisierte. Ein interessanter Widerspruch, denn trotz rückläufiger Tierzahlen stieg die Milcherzeugung zwischen 2000 und 2024 um fast 20 Prozent. Eine Kuh liefert heute über drei Tonnen mehr Milch pro Jahr als noch vor 25 Jahren. Deutschland hat sich als der größte Produzent von Kuhmilch in der EU etabliert und liefert mehr als ein Fünftel der gesamten Milchanlieferung in der Union.

Zusätzlich zeigt sich, dass der Selbstversorgungsgrad für Milch nahezu konstant bleibt, während die Herstellung von Butter und Milchfett- sowie Streichfetterzeugnissen um 9,4 Prozent gestiegen ist. Diese Entwicklungen deuten darauf hin, dass die Branche zwar vor Herausforderungen steht, jedoch auch Chancen für Wachstum und Innovation bietet. Die Genossenschaftsstruktur bleibt in Österreich dominant, während in anderen Ländern wie Deutschland Erzeugerorganisationen an Bedeutung gewinnen.

Diese vielschichtige Diskussion über die Wertschätzung der Landwirtschaft und die Herausforderungen der Branche trägt dazu bei, die Bedeutung der Landwirtschaft für die Gesellschaft zu unterstreichen. Ein regelmäßiger Austausch zwischen den Akteuren ist unerlässlich, um die Zukunft nachhaltig zu gestalten und die Wertschöpfung in der Region zu sichern. Ein Thema, das uns alle betrifft – vom Verbraucher bis zum Landwirt.