In Wels gibt es seit dem 1. März eine neue musikalische Ära. Vera Falzeder hat die Leitung des Welser Eisenbahnermusikvereins (EMV) übernommen und tritt damit in die Fußstapfen von Wolfgang Homar, der nach 37 Jahren in den wohlverdienten Ruhestand gegangen ist. Mit ihren 37 Jahren bringt Falzeder jede Menge frischen Wind und kreative Ideen in die Kapelle, die sie mit Leidenschaft und Engagement leiten möchte. Ihre ersten Schritte als Dirigentin machte sie im Jugendorchester in Diersbach, und sie hat in der Vergangenheit bereits beim Auswahlorchester Wpos und bei der Werksmusik Nettingsdorf wertvolle Erfahrungen gesammelt.
Ihr erstes Konzert unter der neuen Leitung fand am 10. Mai statt und war ein voller Erfolg, was die Vorfreude auf die kommenden Aufführungen nur noch verstärkt. „Ich lege großen Wert auf hochwertige Literatur“, sagt Falzeder, „und möchte das Niveau unserer Aufführungen steigern, um das Publikum wirklich zu berühren.“ Damit hebt sie den Anspruch der Kapelle und zeigt, dass Musik nicht nur ein Hobby, sondern eine Leidenschaft ist, die das Herz erreicht. Der respektvolle Umgang und die Harmonie im Orchester sind für sie essenziell, um lebendige Musik zu schaffen.
Ein Blick auf die musikalische Laufbahn
Vera Falzeder stammt aus dem kleinen Ort Schärding, einem Platz, der für seine musikalische Tradition bekannt ist. Ihre Ausbildung setzte sie bei Thomas Doss in Linz fort, wo sie ihr Wissen und Können weiter vertiefte. Nach einer Babypause von zwölf Jahren, in der sie dennoch musikalisch aktiv blieb und Saxofon spielte, ist sie seit fünf Jahren Bezirkskapellmeisterin von Linz-Land und hat sich somit auch in der Region einen Namen gemacht.
Aufmerksam auf die ausgeschriebene Position des EMV wurde Falzeder durch einen Kollegen, der ihr die Chance nahelegte. Ein Schritt, der für sie und die Kapelle von großer Bedeutung ist. Es ist inspirierend zu sehen, wie weibliche Talente in der Blasmusikszene an Bedeutung gewinnen. Doch trotz steigender Zahlen an Musikerinnen bleibt die Zahl der Kapellmeisterinnen rar. Nur sieben aktive und zwölf stellvertretende Kapellmeisterinnen sind im Verband verzeichnet – ein Umstand, den viele als Herausforderung sehen.
Der Weg zur Dirigentin
Der Weg zur Dirigentin, Kapellmeisterin oder Chorleiterin ist oft individuell und nicht immer leicht. Viele Frauen, wie Antonia Hammerschmid aus Leogang, haben schon in jungen Jahren den Wunsch, Kapellmeisterin zu werden, während andere, wie Stefanie Hallinger von der Trachtenmusikkapelle Altenmarkt, sich im Schatten ihrer Väter weiterentwickeln wollen. Die Ausbildung am Musikum Salzburg, die drei Jahre dauert und in Kooperation mit dem Salzburger Chor- und Blasmusikverband angeboten wird, vermittelt nicht nur musikalische Fähigkeiten, sondern auch soziale Kompetenzen, die für das Leiten eines Orchesters unerlässlich sind.
Die Herausforderungen, die mit einer solchen Rolle verbunden sind, sind nicht zu unterschätzen. Der Umgang mit Menschen, das Führen eines Ensembles, das Vermitteln von Harmonie und die Führungskunst sind zentrale Aspekte, die über das bloße Dirigieren hinausgehen. Klaus Vinatzer, Direktor des Musikum Bischofshofen/St. Johann, hebt hervor, wie wichtig soziale Kompetenz in der Blasmusik ist. Für viele Frauen, die sich auf diesen Weg begeben, kann die Ausbildung nicht nur musikalisch, sondern auch persönlich eine Bereicherung sein.
Die Entwicklungen rund um die Dirigentinnen und Kapellmeisterinnen sind spannend. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Musiklandschaft in Österreich weiter verändern wird, aber eines ist sicher: Frauen wie Vera Falzeder bringen frischen Wind in die Szene und zeigen, dass Leidenschaft und Engagement die Musik lebendig halten können. Ein großes Dankeschön an alle, die dazu beitragen, dass die Blasmusik in Österreich weiterhin blüht, auf dass sie auch in Zukunft viele Herzen berührt.
