234.000 Besucherinnen und Besucher: Die Garten Tulln beendet ihre Saison 2026
Die Saison 2026 der „Garten Tulln“ ist seit gestern, 31. Oktober, vorbei. Mit 234.000 Besucherinnen und Besuchern war in der ökologischen Erlebniswelt im Tullner Auwald heuer ordentlich etwas los. Zwischen Mustergärten, Baumwipfeln und Spielplatz dürfte dabei so mancher Ausflug deutlich länger gedauert haben als ursprünglich geplant.
70 ökologisch gestaltete und gepflegte Mustergärten, ein 30 Meter hoher Baumwipfelweg, Niederösterreichs größter Abenteuer- und Naturspielplatz sowie zahlreiche Veranstaltungen lockten Gäste nach Tulln. Dazu kamen Führungen, Workshops und ökopädagogische Programme. Im vergangenen Schuljahr nutzten mehr als 4.400 Kinder und Jugendliche die Bildungsangebote; 150 Kinder nahmen außerdem an den neuen Feriencamps in Zusammenarbeit mit „ferien4kids“ teil.
Mehr als 4,4 Millionen Gäste seit 2008
Seit der Eröffnung 2008 haben insgesamt mehr als 4,4 Millionen Menschen die Garten Tulln besucht. Einen runden Meilenstein gab es bereits im Juni 2025: Damals begrüßte DIE GARTEN TULLN den 4-millionsten Gast. Fritz Haselsteiner und seine Tochter Karoline wurden von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Bürgermeister Peter Eisenschenk, Vizebürgermeister Wolfgang Mayrhofer und Geschäftsführer Franz Gruber empfangen. Als Geschenk gab es einen Rosenstrauch und einen Geschenkkorb mit Produkten aus dem Shop der GARTEN TULLN.
Die Entwicklung liest sich flott: 2011 kam der millionste Gast, fünf Jahre später waren es zwei Millionen. Die 3-millionste Besucherin wurde im 14. Jahr des Bestehens gezählt, die Marke von vier Millionen war nach 17 Jahren erreicht. Für Familien, Garteninteressierte und Naturliebhaber ist die Anlage längst ein Ausflugsziel – und für die Stadt Tulln ein wichtiger Besuchermagnet.
Als „Natur im Garten“-Erlebniswelt arbeitet die Anlage nach drei Kernkriterien: Es gibt keinen Einsatz chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmittel, keinen Einsatz chemisch-synthetischer Düngemittel und keinen Torf. Auch die Pflege orientiert sich am Verzicht auf Pestizide, chemisch-synthetische Dünger und Torf.
Zwischen Auwald und Themengärten
Die Garten Tulln liegt westlich von Tulln zwischen dem Messegelände und der Rosenbrücke über die Donau. Sie gilt als Europas erste ökologische und dauerhaft betriebene Landesgartenschau. Nach zweijähriger Bauzeit wurde sie im April 2008 eröffnet und entwickelte sich zu einem der größten Ausflugsziele Niederösterreichs.
Das Gelände teilt sich in zwei sehr unterschiedliche Bereiche: Auf sieben Hektar liegen mehr als 60 Schau- und Mustergärten, weitere 45 Hektar sind frei zugänglicher, renaturierter Auwald. In den Gärten wurden mehr als 500.000 Pflanzen gesetzt. Wenn im Frühling über 100.000 Narzissen blühen, ist dort ordentlich Farbe in der Landschaft.
Wiesen sowie Feucht- und Trockenbiotope, blühende Stauden, regionale Wildgehölze, Kräuterbeete, Obst- und Beerensträucher und verschiedene Mulcharten prägen das Gelände. Der Auwald besteht vorwiegend aus Eschen, Pappeln, Ulmen, Holunder und Hartriegel. Für die Renaturierung wurden standorttypisches Saatgut sowie mehr als 2.500 heimische Bäume und Sträucher eingebracht. Wildrosen und beerentragende Gehölze wie Schneeball und Dirndl verbessern das Nahrungsangebot für heimische Tiere.
Wer gern genauer schaut, findet eine ganze Reihe thematischer Gärten: Im Heckengarten stehen Hainbuchen, Liguster und Ziergräser. Der Nebelwald setzt auf Rotbuchen und künstlichen Nebel, der Wachau-Garten auf terrassierte Weingärten, Steinmauern und regionale Obstsorten. Im Portugiesischen Garten treffen Wasserbänder, Weinreben, Blumen und Kunst aufeinander. Der Garten Egon Schiele nimmt Motive aus dem Werk des Tullner Künstlers auf, während der Garten für die Wand vertikale Begrünung erprobt. Dazu kommen Weidendickicht mit bis zu fünf Meter langen Weidenruten, Hortensiengarten mit Hortensien, Funkien, Wiesenraute und Tränendem Herz sowie der Englische Garten nach dem „Weißen Garten“ von Sissinghurst.
Der 700 Meter lange Baumwipfelweg führt bis auf 30 Meter Höhe. Von den Aussichtsplattformen reicht der Blick über die Donauauen, Tulln sowie die Schau- und Themengärten. Unten bleiben derweil die Kinder am Abenteuer- und Naturspielplatz hängen – wie das halt so ist.
Bildung, Forschung und ein Blick auf 2027
Die Anlage ist nicht nur Ausflugsziel. Sie dient auch als Forschungsstätte und arbeitet mit dem Campus Tulln sowie der IMC Fachhochschule Krems zusammen. Kooperationen mit der Universität für Bodenkultur Wien sind geplant. Laut der vorliegenden Darstellung greifen internationale Gartenschauen auf ökologische Konzepte und Erfahrungen der Tullner Anlage zurück.
Nach der Winterpause öffnet die Erlebniswelt am 27. März 2027 wieder. Die Garten Tulln GmbH ist Eigentümerin, die Adresse lautet Am Wasserpark 1, A-3430 Tulln, Österreich. Als reguläre Besucherinformation werden Öffnungszeiten von 8. April bis 15. Oktober, täglich von 9:00 bis 18:00 Uhr, angegeben. Erwachsene zahlen 12,50 Euro, Senioren 11,50 Euro, Kinder bis 6 Jahre besuchen die Anlage kostenlos, Kinder bis 17 Jahre zahlen 6,50 Euro. Eine Familienkarte kostet 28 Euro, Saisonkarten gibt es für 42–69 Euro.
Täglich werden kostenlose Führungen und Beratung durch Gartenexperten angeboten. Im Restaurant/Café „Die Gärtnerei“ gibt es eine Seerosenterrasse, im Shop Pflanzen zu kaufen. Kostenlose Parkplätze und Behindertenparkplätze liegen am Eingang. Die Hauptwege sind barrierefrei, ebenso der Zugang zum Aussichtsturm per Aufzug; Rollstühle können ausgeliehen werden, Rollstuhl-WCs sind vorhanden.
Für Kindergärten und Schulklassen gibt es eigene Programme, außerdem Kindergeburtstage sowie den Abenteuer- und Naturspielplatz. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer liegt bei drei bis fünf Stunden. Erlaubt sind ausschließlich Blinden- und Signalhunde, Radfahren ist nur im eintrittsfreien Bereich gestattet. Und wer nach dem Rundgang noch nicht genug hat, landet vielleicht doch wieder bei den Pflanzen – oder zumindest bei einem Kaffee auf der Seerosenterrasse.
