Sanierungsoffensive 2027: Bis zu 5.000 Euro für neue Fenster und Wärmepumpen in Tulln
Im Bezirk Tulln ist die Sanierungsoffensive angelaufen. Für viele Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer geht es dabei um konkrete Fragen: neue Fenster, weniger Energieverbrauch – und eine Heizung, die nicht mehr vom fossilen Brennstoff abhängt.
Beim Fenstertausch können Eigentümer von Ein-, Zwei- und Reihenhäusern bis zu 5.000 Euro Förderung erhalten. Vorgesehen sind bis zu 4.000 Euro für die Sanierung eines einzelnen Bauteils. Wird gleichzeitig ein außen liegendes Verschattungssystem installiert, kommen weitere 1.000 Euro dazu. Mehr als 30 Prozent der förderfähigen Investitionskosten werden allerdings nicht übernommen.
Neue Fenster, weniger Wärmeverlust
Moderne Fenster haben bessere Dämmwerte, verringern Wärmeverluste und senken damit den Energieverbrauch. Kalte Luftströmungen werden verhindert, der Schallschutz verbessert sich. Gemeinsam mit einem Sonnenschutz können die Fenster außerdem die sommerliche Überhitzung und den Bedarf an Klimaanlagen reduzieren.
Beim Einbau zählt nicht nur, was zwischen Glas und Rahmen passiert. Auch die Anschlüsse an die Außenwand sollten mitgeplant werden, weil dort Wärmebrücken entstehen können. Wer die Fenster vor einer späteren Fassadendämmung tauscht, sollte beide Maßnahmen aufeinander abstimmen. Fachbetriebe oder Energieberater können bei der Auswahl und beim Einbau unterstützen – das erspart mitunter späteres Herumärgern.
Das Förderbudget verteilt sich auf mehrere Bereiche: 179 Millionen Euro sind für den Austausch alter Heizkessel vorgesehen, 181 Millionen Euro für thermisch-energetische Sanierungen im mehrgeschossigen Wohnbau. Für Ein-, Zwei- und Reihenhäuser stehen 90 Millionen Euro bereit, weitere 50 Millionen Euro fließen in thermische Sanierungsmaßnahmen gemeinnütziger Bauvereinigungen.
Wärmepumpe statt alter Öl- oder Gasheizung
Alte Öl- und Gasheizungen verursachen häufig hohe laufende Kosten und verbrauchen fossile Energieträger. Wärmepumpen holen Energie aus der Luft, dem Erdreich oder dem Grundwasser und machen daraus Heizwärme und Warmwasser. Wer eine Photovoltaikanlage hat, kann dafür auch selbst erzeugten Strom verwenden.
Der Heizungstausch kann nebenbei Platz schaffen, wenn ein Brennstofflager nicht mehr gebraucht wird. Moderne Wärmepumpen können Räume im Sommer temperieren und lassen sich per App steuern. Für den Ersatz einer fossilen Heizung durch eine Wärmepumpe sind bis zu 5.000 Euro Förderung vorgesehen.
Im Rahmen der Sanierungsoffensive 2027 wird der Austausch fossiler Heizungen in Ein-, Zwei- und Reihenhäusern seit 2. November 2026 gefördert. Eine frühzeitige Beratung soll klären, welche Technologie passt, welche Förderung infrage kommt und welche Einsparungen möglich sind. Lange Lieferzeiten können die Sache allerdings bremsen; bei später Antragstellung besteht zudem das Risiko, dass Fördermöglichkeiten auslaufen.
Bund setzt Offensive 2027 fort
Die Sanierungsoffensive des Bundes wird 2027 weitergeführt. Sie umfasst thermisch-energetische Sanierungen und den Umstieg auf klimafreundliche Heizungen. Neben dem Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK) beteiligt sich künftig auch das Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus (BMWET). Das BMWET wirkt an der Ausgestaltung mit und übernimmt zentrale Förderungsschwerpunkte.
Förderungsanträge können ab 4. Jänner 2027 gestellt werden. Bis zum Aktionsstart können einzelne Förderungsbedingungen noch präzisiert oder angepasst werden. Die Förderhöhen stehen laut den vorliegenden Informationen bereits fest und werden nicht mehr geändert. Detaillierte Angaben zu Antragstellung und geplanten Förderungsbedingungen sollen in Informationsblättern veröffentlicht werden.
Genannt werden die Bereiche Kesseltausch 2027, Sanierungsbonus und thermische Gebäudesanierung 2027. Für den Aktionsstart kann man sich zu einem Info-Mailing anmelden. Diese Registrierung dient ausschließlich der Benachrichtigung und ist keine Anmeldung zur Förderung. Maßgeblich bleiben die Voraussetzungen in den jeweiligen Informationsblättern.
Budget, Fristen und der Blick auf 2026
Für die Jahre 2026 bis 2030 sind jährlich 360 Millionen Euro vorgesehen, insgesamt also 1,8 Milliarden Euro. Die Neuauflage arbeitet mit einem fixen Jahresbudget und einer verbindlichen Registrierung. Österreichweit gilt die Förderung für Ein- und Zweifamilienhäuser, Reihenhäuser und Reihenhausanlagen sowie den mehrgeschoßigen Wohnbau.
Die zwei zentralen Instrumente sind der Kesseltausch für klimafreundliche Heizsysteme und der Sanierungsbonus für thermisch-energetische Sanierungen. Seit der Neuauflage Ende November 2025 entfielen rund zwei Drittel des Antragsvolumens auf den Sanierungsbonus, rund ein Drittel auf den Kesseltausch. Seit 2. Februar 2026 sind neue Registrierungen und Förderanträge allerdings nur noch für den Kesseltausch möglich. Für den Sanierungsbonus sind seit diesem Tag keine neuen Registrierungen oder Antragstellungen mehr möglich.
Die Budgetmittel der Sanierungsoffensive 2026 sind grundsätzlich ausgeschöpft. Bereits bestehende Registrierungen und Anträge bleiben gültig und werden weiterbearbeitet. Registrierungen und Anträge konnten längstens bis 31. Dezember 2026 eingebracht werden, sofern noch Budgetmittel vorhanden waren.
Für die Neuauflage des Kesseltauschs im Herbst 2026 gelten Ein- und Zweifamilienhäuser sowie Reihenhäuser als Zielgruppe. Registrierungen und Antragstellungen sind seit 2. November 2026 möglich, anerkannt werden Lieferungen und Leistungen ab 7. Oktober 2026. Die Förderungshöhen und Kriterien stehen im Informationsblatt „Kesseltausch Ein-/Zweifamilienhaus/Reihenhaus“ des BMLUK.
Gefördert wird der Ersatz fossiler Heizsysteme durch Nah- oder Fernwärme, Wärmepumpen oder Holzzentralheizungen. Bei Ein- und Zweifamilienhäusern sowie Reihenhäusern sind Privatpersonen antragsberechtigt, im mehrgeschoßigen Wohnbau die Gebäudeeigentümerinnen und Gebäudeeigentümer. Lieferungen und Leistungen sind seit 3. Oktober 2025 anerkennbar.
Weitere Informationen zu Maßnahmen, Förderungshöhen sowie Registrierung und Antragstellung gibt es unter www.sanierungsoffensive.gv.at.
